Weltweit erhöhten 90% der Gesellschaften im dritten Quartal ihre Dividende oder hielten sie konstant. (Bild: Shutterstock.com/Andrii Yalanskyi)
Markant höhere Ausschüttungen im Energiesektor haben weltweit die Dividenden im dritten Quartal um 7% auf 415,9 Mrd. US-Dollar hochgetrieben – ein Rekord für diesen Zeitraum. Ohne den Anstieg in der Öl- und Gasindustrie blieben die Dividenden unverändert. In der Schweiz schütteten im dritten Quartal nur Richemont und Ems-Chemie eine Dividende aus, beide mit einem Plus.
16.11.2022, 15:46 Uhr
Redaktion: hf
Die massiv höheren Gewinne der Öl- und Gaskonzerne, hervorgerufen durch explodierende Preise wegen Lieferengpässen und des Ukraine-Kriegs, liessen auch die Dividenden spriessen. Die Energieindustrie schüttete den Aktionärinnen und Aktionären im dritten Quartal rekordhohe 46,4 Mrd. US-Dollar aus, drei Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum.
Besonders üppig fielen die Öldividenden in den Emerging Markets, in Asien und Nordamerika aus. Die grösste Erhöhung kam von Petrobras in Brasilien, wie dem Global Dividend Index des britischen Vermögensverwalters Janus Henderson zu entnehmen ist.
Die allermeisten Unternehmen blicken auf eine gute Zeit
Die weltweiten Gesamtausschüttungen stiegen auf Dollarbasis um 7% auf 415,9 Mrd. US-Dollar. Berücksichtigt man die Stärke der US-Währung und andere Faktoren, betrug der bereinigte, in lokalen Währungen ausgedrückte Anstieg 10,3%.
Ohne den Energiesektor veränderten sich die globalen Auszahlungen kaum. Gleichwohl belegen die Daten, dass es der grossen Mehrheit der Unternehmen trotz Zinsanstieg und Rezessionsanzeichen zumindest bis dato gut geht. Weltweit erhöhten 90% der Gesellschaften ihre Dividende oder hielten sie konstant. Das ist nur leicht unter den 94%, die in der ersten Hälfte dieses Jahres verzeichnet wurden.
Grosse Sektorunterschiede
Jedoch scheint sich die Schere zwischen den Branchen weiter zu öffnen. Was die Öl- und Gasgesellschaften an markant höheren Dividenden ausgeschüttet haben, ging im Bergbausektor verloren. Bergbaukonzerne kürzten nach Rekordwerten davor im Sog nachgebender Rohstoffnotierungen ihre Zahlungen im dritten Quartal beträchtlich. Besonders gilt das für australische Unternehmen.
Mit steigenden Dividenden warteten ausser der Energiewirtschaft vor allem Gesellschaften im Verkehr einschliesslich Schifffahrt, Banken, Halbleiterhersteller und die Chemie auf.
Aus regional tut sich eine Kluft auf. Am stärksten zum Wachstum trugen Taiwan, die USA, Hongkong und Kanada bei. Energie- und Finanzwerte waren für die drei letztgenannten Länder ausschlaggebend. In Taiwan zeigte sich dagegen eine aussergewöhnliche Stärke in zahlreichen Branchen, wie Janus Henderson feststellt.
Saisonbedingt sehr bedeutsam ist das dritte Quartal in China. In der Volksrepublik blieb das bereinigte Wachstum der Ausschüttungen hinter demjenigen anderen Länder zurück (+6,7%), wobei ein Drittel der Unternehmen die Ausschüttung kürzte. Der von einem kräftigen Abschwung getroffene chinesische Immobiliensektor war ein besonderer Verlustfaktor.
In der Schweiz schütteten im dritten Quartal nur Richemont und Ems-Chemie eine Dividende aus – beide mit deutlicher Erhöhung. Das Wachstum der hierzulande ausgeschütteten Zahlungen betrug 16% – Richemonts Sonderdividende trug wesentlich zu diesem Resultat bei.
Gesamtjahresprognose erhöht
Das erfreuliche dritte Quartal hat Janus Henderson dazu veranlasst, die Gesamtjahresprognose um 30 Mrd. US-Dollar zu erhöhen. "Dies ist vor allem auf höhere einmalige Sonderdividenden sowie auf die starke Entwicklung im Ölsektor und in Asien zurückzuführen", lautet die Begründung. Neu wird eine Gesamtdividende von 1,56 Bio. US-Dollar erwartet, das wären 8,3% mehr als im Vorjahr ausbezahlt wurden.
Das bereinigte Wachstum wird mit 8,9% veranschlagt, was einem leichten Anstieg von 0,4 Prozentpunkten gegenüber der Prognose von vor drei Monaten entspricht. Tritt die Erwartung ein, wäre das mehr als das längerfristige Dividendenwachstum von 5 bis 6%.
Zwar werde sich 2023 das langsamere globale Wirtschaftswachstum wahrscheinlich auf die Gewinne und die Möglichkeit einiger Unternehmen, ihre Ausschüttungen zu erhöhen, auswirken. "Die Dividendendeckung, das Verhältnis zwischen Unternehmensgewinn und Dividende, liegt nahe einem historischen Höchst. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Profitabilität derzeit hoch ist und gleichzeitig die Pandemie viele Gesellschaften dazu veranlasst hat, ihre Dividenden auf ein nachhaltigeres Niveau anzuheben.
Doch selbst wenn die Gewinne im kommenden Jahr unter Druck geraten, könnte dies für eine gewisse Unterstützung sorgen, sagt Fedor Plambeck, Sales Director von Janus Henderson in der Schweiz: "Entscheidend ist, dass die Dividenden über den Konjunkturzyklus hinweg viel weniger schwanken als die Gewinne, da die Unternehmen bestrebt sind, ein nachhaltiges Renditeniveau für ihre Anleger aufrechtzuerhalten."
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