Credit Suisse steigert Reingewinn im ersten Quartal deutlich

Die Credit Suisse konnte im ersten Quartal trotz Corona-Pandemie ein solides Resultat erzielen. (Bild: Shutterstock/Pincasso)
Die Credit Suisse konnte im ersten Quartal trotz Corona-Pandemie ein solides Resultat erzielen. (Bild: Shutterstock/Pincasso)

Die Credit Suisse konnte den Reingewinn im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 75% auf 1,31 Mrd. Franken steigern. Wegen der Coronakrise musste die Grossbank allerdings Rückstellungen bilden.

23.04.2020, 09:51 Uhr

Redaktion: rem

Die Credit Suisse (CS) hat am Donnerstag ihre Ergebnisse für das erste Quartal 2020 bekanntgegeben. Ungeachtet der COVID-19-Pandemie und des dadurch bedingten volatilen Marktumfelds konnte die Grossbank die Profitabilität gegenüber dem Vorjahresquartal steigern: Der Vorsteuergewinn stieg um 13% auf CHF 1,2 Mia., einschliesslich des Gewinns aus dem zweiten und finalen Abschluss der Übertragung der InvestLab-Fondsplattform an die Allfunds Group. Ohne den Gewinn aus der InvestLab-Übertragung und Rückstellungen für bedeutende Rechtsstreitigkeiten hätte der Vorsteuergewinn CHF 951 Mio. betragen, was einen Rückgang um 11% im Vorjahresvergleich darstellt.

Der Reingewinn stieg um 75% gegenüber dem Vorjahresquartal auf CHF 1,3 Mia., wobei die CS von einem negativen Steuersatz profitierte. Der Nettoertrag von CHF 5,8 Mia. stieg um 7% gegenüber dem ersten Quartal 2019 (ohne den Gewinn aus der InvestLab-Übertragung wäre der Nettoertrag um 2% gestiegen). Der Geschäftsaufwand konnte um 6% auf CHF 4,0 Mia. gesenkt werden. die Rendite auf dem materiellen Eigenkapital (RoTE) belief sich auf 13,1%, das entspricht einem Anstieg von 8,6% gegenüber dem Vorjahresquartal. Wie die CS weiter in der Medienmitteilung schreibt, würde unter Annahme eines Steuersatzes der überarbeiteten Erwartungen von 20% bis 25% für das Gesamtjahr 2020 die RoTE bei rund 9% bis 9,5% liegen.

Grosse Reserve gebildet

Das Ergebnis war durch einen grossen Beitrag des Private-Banking-Geschäfts geprägt, Trotz der Verkaufswelle am Markt konnten höhere transaktionsabhängige Erträge (Steigerung um 31% gegenüber dem ersten Quartal 2019) und stabile wiederkehrende Kommissions- und Gebührenerträge erzielt werden, während der Zinserfolg um 6% stieg. Der Nettoertrag aus dem gesamten Investmen-Banking-Geschäft verbesserte sich im ersten Quartal um 23% (in USD). Der Nettoertrag aus dem Anleihenverkauf und -handel stieg um 26% und der Nettoertrag aus dem Aktienverkauf und -handel erhöhte sich um 24%.

"Das erste Quartal unter meiner Leitung als CEO der Gruppe war durch ein sehr schwieriges Umfeld mit einschneidenden Auswirkungen infolge der COVID-19-Pandemie geprägt", liess sich CEO Thomas Gottstein zitieren, der erstmals als Gruppenchef die Zahlen präsentiert. Obwohl eine in bedeutendem Umfang gebildete Reserve von über 1 Mrd. Franken absorbiert worden sei, habe die Bank ein solides Ergebnis erzielt.

Ausblick: Eventuell weitere Reservebildung

Das Ausmass der nachteiligen wirtschaftlichen Auswirkungen in Zusammenhang mit der COVID-19-Krise sei nach wie vor schwierig zu beurteilen, heisst es weiter in der Mitteilung. In den kommenden Quartalen könnte es nötig sein, weitere Reserven zu bilden und Wertberichtigungen vorzunehmen, insbesondere im Corporate-Banking-Geschäft und bei sonstigen Darlehen ausserhalb der Schweiz und im Hinblick auf unsere Anlagen im Asset Management. Zudem weist die CS darauf hin, dass die Erholung bei Beratungs- und Emissionsgebühren verhalten sein könnte, wenigstens kurzfristig, bis die COVID-19-Pandemie nachlässt und die Erholung der globalen Wirtschaft einsetzt.

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