06.02.2026, 11:43 Uhr
2025 war ein herausforderndes Jahr. Unsicherheit über die geopolitische Entwicklung und Handelsbeziehungen belastete das Investitionsumfeld. Dies war bei vielen Dienstleistungs- und Technologieanbietern im...
Bitcoin ist am Donnerstag erstmals seit 2024 unter die Marke von 65.000 Dollar gefallen und hat damit sämtliche Gewinne eingebüsst, die seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten erzielt wurden. Was sind die Gründe?
Die weltgrösste Kryptowährung sackte um 12 Prozent auf knapp 64'000 US-Dollar ab, erfasst von einem breit angelegten Ausverkauf bei Technologieaktien. Seit Jahresbeginn hat Bitcoin mehr als ein Viertel seines Dollarwerts verloren.
«Die Stimmung hat sich stark verschlechtert», erklärte Jasper De Maere, Stratege beim Handelsunternehmen Wintermute, laut Financial Times. Der Kryptomarkt wirke erschöpft, es fehle der Appetit, auf diesen Niveaus überzeugend einzusteigen.
Zur Abwärtsspirale trugen auch Zwangsliquidationen gehebelter Bitcoin-Wetten bei: Händler, die mit erheblichem Fremdkapital operierten, mussten ihre Positionen verkaufen, um Nachschussforderungen zu erfüllen – was die Kurse weiter drückte. Ether, die zweitgrösste Digitalwährung, verlor 13 Prozent auf 1,849 US-Dollar. Der Jahresverlust beträgt nun 37 Prozent.
Nach Trumps Wahlsieg im vergangenen Herbst war Bitcoin zunächst stark gestiegen. Der designierte Präsident hatte versprochen, die USA zur «Krypto-Hauptstadt der Welt» zu machen und die regulatorische Gangart zu lockern. Nach seinem Amtsantritt unterstützte das Weisse Haus branchenfreundliche Gesetze, Aufsichtsbehörden stellten Strafverfolgungen ein. Die Folge: Bitcoin erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert von über 125.000 Dollar.
Doch seither hat sich das Blatt gewendet. Die Trump-Euphorie ist verflogen, Anleger setzen stattdessen auf Edelmetalle als langfristigen Wertspeicher und treiben Gold- und Silberpreise auf Rekordhöhen. Auch die Gesetzgebung zur Regulierung der Kryptoindustrie in den USA ist ins Stocken geraten. Die Verluste beschleunigten sich diese Woche im Zuge eines Aktienausverkaufs, ausgelöst durch Sorgen über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf Technologieunternehmen.
Besonders hart trifft der Kursrutsch Firmen, die gezielt Bitcoin horten. Laut Financial Times fielen die Aktien Michael Saylors Firma Strategy am Donnerstag um 17,1 Prozent und verloren seit Jahresbeginn 32 Prozent. Der Bitcoin-Absturz hinterlässt bei Strategy Milliarden an Buchverlusten. Saylor hatte seine 713'502 Bitcoins zu einem Durchschnittspreis von 76'052 Dollar erworben, finanziert durch Aktien- und Anleiheemissionen. Im vierten Quartal, das noch vor dem jüngsten Kurseinbruch endete, meldete Strategy bereits einen Verlust von 12,4 Milliarden US-Dollar.
Die Kryptobörse Gemini, mitgegründet von den Zwillingen Tyler und Cameron Winklevoss, kündigte am Donnerstag an, 200 Mitarbeiter zu entlassen und einige Geschäftsbereiche zur Kostensenkung einzustellen. Die Aktien sind seit dem Börsengang im September um 80 Prozent gefallen.
Auf der Wettplattform Kalshi spekulieren Händler bereits darauf, wie tief Bitcoin noch fallen könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Marke von 60'000 Dollar in diesem Jahr unterschritten wird, liegt bei etwa 85 Prozent.