02.04.2025, 15:07 Uhr
Nach den USA muss die Fondsgesellschaft DWS auch in Deutschland Millionen wegen «Greenwashing»-Vorwürfen zahlen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt verhängte ein Bussgeld von 25 Millionen Euro.
Bei der Kryptobörse Bybit haben Kriminelle Token im Wert von 1,5 Milliarden Dollar entwendet. Nach dem Rekordraub sind die Märkte unter Druck.
Konkret soll von dem Hack eine sogenannte Cold Wallet betroffen sein. Cold Wallets sind Offline-Speichergeräte für Kryptowährungen, die nicht mit dem Internet verbunden sind und somit eigentlich einen hohen Schutz vor Hacking bieten sollen. Doch auch sie können kompromittiert werden, zum Beispiel, wenn sie für die Abwicklung von Transaktionen kurz mit dem Internet verbunden werden müssen.
Bybit-Chef Ben Zhou bestätigte den Vorfall und versuchte, Kunden zu beruhigen. Auf der Plattform X schrieb er: «Bybit bleibt zahlungsfähig, selbst wenn der Verlust durch den Hack nicht wieder eingespielt wird – alle Kundenvermögen sind eins zu eins abgesichert, sodass wir den Verlust decken können.»
Trotz dieser Zusicherung zogen viele Kunden ihr Geld ab. Zehn Stunden nach dem Vorfall vermeldete Zhou auf X, dass seine Firma bereits mehr als 350 000 Auszahlungsanfragen erhalten habe. Ein solcher virtueller Bankrun kann für ein Kryptounternehmen fatal sein. Das zeigte etwa der Zusammenbruch der FTX-Börse von Sam Bankman-Fried 2022.
Auch über die Bybit hinaus löste der Vorfall auf dem Kryptomarkt einen Schock aus. Ether fiel um fast acht Prozent von ihrem Tageshoch. Auch andere Kryptowährungen wie Bitcoin gaben deutlich nach.
Der Diebstahl hat ein Ausmass bisher ungesehener Grösse, wie mehrere Experten der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigten. Der Mitbegründer der Blockchain-Sicherheitsfirma Halborn, Rob Behnke, sprach vom «bisher grössten Vorfall überhaupt, nicht nur im Kryptobereich».
Laut der Analysefirma Arkham Intelligence sollen rund 1,4 Milliarden Dollar von Bybit an «neue Adressen» abgeflossen sein. Vor fast vier Jahren hatten anonyme Cybertäter Kryptowährungen im Wert von 611 Milliarden Dollar aus dem Besitz des Poly Networt gestohlen. Damals wurden sämtliche Vermögenswerte zurück überwiesen. Die Täter gaben an, sie hätten Sicherheitslücken aufzeigen wollen.
Bybit wurde 2018 gegründet. Die in Dubai ansässige Plattform ist weltweit eine der grössten Kryptobörsen und hat vom Zusammenbruch der Kryptobörse FTX profitiert. Sie soll pro Tag im Durchschnitt ein Handelsvolumen von mehr als 36 Milliarden Dollar abwickeln.
Bis zu dem Diebstahl sollen bei dem Unternehmen digitale Währungen im Wert von etwa 16,2 Milliarden Dollar hinterlegt gewesen sein. Demnach kamen der Börse knapp neun Prozent ihres Gesamtvermögens abhanden.
Für den Hack soll ersten Erkenntnissen zufolge die Gruppe Lazarus verantwortlich sein, hinter der sehr wahrscheinlich der nordkoreanische Staat steht. Das berichtet die Analysefirma Arkham mit Verweis auf den Kryptodetektiv ZachXBT.