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Natixis IM: «Fondsselektoren senken ihre Renditeerwartungen deutlich»

Um ihre Kunden auf ein neues Anlageumfeld vorzubereiten, nehmen die befragten Spezialisten taktische Umschichtungen innerhalb der Anlageklassen vor. (Bild Nuttapong punna/Shutterstock)
Um ihre Kunden auf ein neues Anlageumfeld vorzubereiten, nehmen die befragten Spezialisten taktische Umschichtungen innerhalb der Anlageklassen vor. (Bild Nuttapong punna/Shutterstock)

Unsicherheit bleibt auch im Jahr 2024 das beherrschende Thema für professionelle Fondsselektoren. Laut einer globalen Umfrage von Natixis IM senken die Experten ihre langfristigen Renditeerwartungen im Vergleich zum Vorjahr um fast 28 Prozent, konkret von 8,8 auf noch 6,3 Prozent. Interessant: Mehr als die Hälfte der Fondsselektoren nutzen bereits KI zur Unterstützung ihrer Analysen.

08.02.2024, 09:49 Uhr
Asset Management | Notenbanken

Redaktion: sw

Natixis IM befragte Ende vergangenen Jahres 500 Anlageexperten weltweit, die insgesamt 34,8 Billionen US-Dollar für öffentliche und private Pensionskassen, Versicherungen, Stiftungen, Fonds und Staatsfonds verwalten.

Das Schreckgespenst einer Wachstumsverlangsamung steht bei den Profianlegern demnach an erster Stelle auf der Sorgenliste (52 %), gefolgt von der Bedrohung durch Krieg und Terrorismus (50 %) und Fehlern in der Zentralbankpolitik (36 %). Drei Viertel von ihnen sind überzeugt davon, dass es bei den Zinssenkungen auf den Zeitpunkt ankommen wird, um das Wiederaufflammen der Inflation zu verhindern.

Höhere Volatilität

Die meisten Fondsselektoren (69 %) sind der Meinung, dass die Bewertungen immer noch nicht die Fundamentaldaten der Unternehmen widerspiegeln, und 65 % erwarten, dass die Volatilität an den Aktienmärkten in diesem Jahr noch grösser sein wird als im letzten. Während 62 % glauben, dass die Wirtschaft ihres Landes eine sanfte Landung erleben wird, sieht mehr als die Hälfte (60 %) das grössere Risiko in einer Stagflation, wobei die Bedenken in Asien (79 %), EMEA (66 %) und dem Vereinigten Königreich (58 %) am grössten sind.

Umfassenden Änderungen an ihrer Anlagestrategie nehmen die befragten Profianleger nicht vor. Um ihre Portfolios stabil zu halten und ihre Kunden auf ein neues Anlageumfeld vorzubereiten, nehmen sie jedoch taktische Umschichtungen innerhalb der Anlageklassen vor.

Chinas Wachstumsschwäche trübt Sicht auf Schwellenländer

Da die Sorgen um das globale Wachstum gross sind, belasten Rezessionsängste auch die Stimmung für Investments in den Emerging Markets. Nachdem die Anleger die positiven Auswirkungen Chinas auf die Schwellenländer und die Weltwirtschaft in den letzten zehn Jahren miterlebt haben, hat die Stimmung umgeschlagen: 64 % der Selektoren glauben, dass Chinas wirtschaftliche Malaise auch in diesem Jahr anhalten wird.

Dennoch gibt es nach wie vor Anlagemöglichkeiten, wobei einige die Schwellenländer als Value Play betrachten. 35 % sind der Meinung, dass günstigere Bewertungen von Vermögenswerten ein wichtiger Faktor für Investitionen in Schwellenländer sind, und acht von zehn Fondsselektoren planen nach wie vor eine Aufstockung (35 %) oder Beibehaltung (46 %) ihrer EM-Aktienallokation.

Bei der Frage, wo sie die besten Chancen sehen, stufen 48 % Asien (ohne China) als die aussichtsreichste Region ein. Ausserhalb Asiens sehen die Selektoren in Osteuropa und Lateinamerika (jeweils 36 %) die besten Chancen für 2024. China (15 %) rangiert auf der Liste der Favoriten für das kommende Jahr an letzter Stelle.

Anleihen und Private Assets stehen ganz oben

Im Einklang mit der Erwartung von Zinssenkungen, sind fast zwei Drittel (66 %) der Befragten optimistisch für Anleihen, wobei sie für 2024 die Aussichten in der EMEA-Region (70 %) und im Vereinigten Königreich (66 %) am attraktivsten einschätzen. Demensprechend sehen sie die Positionierung der Portfolios auf der Laufzeitenkurve als die grosse Herausforderung. 62 % der befragten Profianleger weltweit gehen davon aus, dass langlaufende Anleiheportfolios im Jahr 2024 besser abschneiden werden als kurzlaufende Anleihen. Fast ein Viertel (24 %) gibt an, dass sie die Duration bereits verlängert haben, und diejenigen, die dies noch nicht getan haben, warten auf Zinssätze im Bereich von 5,01 % bis 5,5 %.

Neben Anleihen stehen Private Assets weiterhin ganz oben auf der Liste der Allokationspläne, wobei die Fondsselektoren sowohl Private Equity (55 %) als auch Private Debt (57 %) favorisieren. Von den 79 %, die in Private Equity investieren, planen 88 %, ihre Bestände entweder beizubehalten (49 %) oder gar aufzustocken (39 %). Die Selektoren, die für die Bewertung von Anlagen für Vermögensverwaltungsplattformen zuständig sind, geben an, dass die Kunden mehr Private Assets wünschen (51 %). Sechs von zehn geben an, dass es einfacher wird, diese Nachfrage zu befriedigen, da mehr retail-orientierte Anlageinstrumente ihnen helfen, die Diversifizierung zu verbessern.

Die Vorteile der KI zur Unterstützung von Analysen

Auch wenn die Unsicherheit bei den Makro- und Marktprognosen vorherrscht, sind die Fondsselektoren zuversichtlicher, was den Technologiesektor betrifft, der während der Pandemie und der anschliessenden Erholung einer der Haupttreiber der Marktrenditen war. Allerdings ist es die KI, die den Ausblick für 2024 antreibt, denn 47 % der Fondsselektoren glauben, dass sie eine grössere Chance als das Internet darstellt.

Neben der einfachen Investition in Unternehmen mit KI-Beteiligung sehen die Fondsselektoren auch direkte Vorteile in der Anwendung der Technologie innerhalb ihres eigenen Prozesses. Fast drei Viertel (73 %) glauben, dass KI ihnen helfen wird, Chancen zu erschliessen, die vorher nicht klar erkennbar waren, während weitere 64 % glauben, dass die Technologie ihnen helfen wird, versteckte Risiken aufzudecken. Mehr als die Hälfte (51 %) der Fondsselektoren nutzen bereits KI zur Unterstützung ihrer Analysen.

Aktives Management

Vermögensverwalter haben in den letzten zehn Jahren hart daran gearbeitet, das richtige Gleichgewicht zwischen aktiven und passiven Anlagen zu finden. Berichten zufolge haben sie 64 % ihres Vermögens aktiven Anlagen und 36 % passiven Anlagen zugewiesen. Allerdings führen 50 % der von Natixis IM befragten Selektoren die jüngste Outperformance passiver Anlagen auf die Politik der Zentralbanken, zehn Jahre künstlich niedrig gehaltene Zinsen und eine relativ geringe Inflation zurück.

Da sich das Investitionsumfeld nun verschiebt, berichten fast sechs von zehn (58 %), dass aktive Anlagen auf ihren Plattformen 2023 besser abschnitten als passive. Angesichts der voraussichtlich länger anhaltenden höheren Zinsen sagen 68 % der Fondsselektoren, dass die Märkte aktive Manager bevorzugen, und angesichts der unsicheren Aussichten sind 75 % der Meinung, dass aktive Anlagen für die Suche nach Alpha im Jahr 2024 entscheidend sein werden.

Den vollständigen Bericht der Natixis Global Survey of Fund Selectors 2024 gibt es hier

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