03.02.2026, 10:59 Uhr
Der Genfer Vermögensverwalter Decalia bringt mit dem Aegis Defense einen aktiv verwalteten Aktienfonds auf den Markt, der auf den globalen Verteidigungssektor fokussiert ist. Der UCITS-Fonds investiert konzentriert...
Die globale Private-Equity-Branche hat 2025 den Turnaround geschafft: Buyout-Deals und Exits erreichten die zweithöchsten Werte aller Zeiten. Doch laut dem neuen Bain-Report steht die Branche an einem Wendepunkt – und die Rechnung für Rendite ist deutlich schwieriger geworden.
Nach drei eher mageren Jahren hat die globale Private-Equity-Industrie 2025 wieder zu alter Stärke gefunden. Das Volumen der Buyout-Transaktionen (ohne Add-ons) schnellte um 44 Prozent auf 904 Milliarden Dollar nach oben, die Exits legten sogar um 47 Prozent auf 717 Milliarden zu – jeweils die zweithöchsten Werte, die die Branche je verzeichnet hat. Das geht aus dem 17. jährlichen Global Private Equity Report von Bain & Company hervor, der am Sonntag veröffentlicht wurde.
Getrieben wurde das Comeback massgeblich von spektakulären Grossdeals. Allein die Übernahme des Videospielkonzerns Electronic Arts (EA) für 56,6 Milliarden Dollar setzte einen neuen Allzeitrekord für Buyout-Transaktionen. Hinzu kamen der 40-Milliarden-Dollar-Verkauf des Rechenzentrumsbetreibers Aligned Data Centers an BlackRock und ein Konsortium von Tech-Giganten, die 27,5-Milliarden-Akquisition von Air Lease sowie der 23,7-Milliarden-Deal für Walgreens Boots Alliance.
Doch genau darin liegt auch ein Schönheitsfehler: Gerade einmal 13 Megadeals oberhalb der 10-Milliarden-Schwelle machten 274 Milliarden Dollar oder 30 Prozent des gesamten Deal-Volumens aus – elf davon in den USA. Unterhalb dieser Schwelle wuchs der Markt mit 16 Prozent zwar ebenfalls, doch die Gesamtzahl der Buyout-Transaktionen ging um 6 Prozent auf 3018 Deals zurück.
Trotz der Rekordzahlen bei den Exits kämpft die Branche weiterhin mit einem strukturellen Problem: Es fliesst zu wenig Geld an die Investoren zurück. Die Ausschüttungen an Limited Partners (LPs) lagen gemessen am Nettoinventarwert das vierte Jahr in Folge unter 15 Prozent – ein historischer Tiefstand, den man zuletzt während der Finanzkrise 2008/09 gesehen hat. Im Hintergrund wartet ein gigantisches Inventar von 32'000 unverkauften Unternehmen im Wert von 3,8 Billionen Dollar auf den Exit. Die durchschnittliche Haltedauer bei Verkäufen ist auf rund sieben Jahre gestiegen – zwei Jahre mehr als noch in den 2010er-Jahren üblich.
Die Folgen sind spürbar: Das Fundraising leidet. Das für Buyouts eingesammelte Kapital sank 2025 um 16 Prozent auf 395 Milliarden Dollar. Die Zahl der geschlossenen Fonds fiel branchenweit um 18 Prozent – das vierte Rückgangsjahr in Serie.
Besonders aufhorchen lässt eine neue Faustformel, die Bain für die veränderte Rendite-Mathematik der Branche geprägt hat: «12 is the new 5». In der goldenen Dekade der 2010er-Jahre – bei Nullzinsen, steigenden Bewertungsmultiples und günstiger Finanzierung – reichten 5 Prozent jährliches EBITDA-Wachstum, um über eine fünfjährige Haltedauer eine Zielrendite von 2,5x auf das eingesetzte Kapital zu erzielen.
In der heutigen Welt mit Finanzierungskosten von 8 bis 9 Prozent, niedrigerer Verschuldung und Rekord-Kaufpreisen braucht es laut Bain dafür nun 10 bis 12 Prozent EBITDA-Wachstum pro Jahr – also eine echte operative Transformation statt blosser Financial Engineering. Wer diese Wertschöpfung nicht systematisch liefern kann, wird es im verschärften Wettbewerb um das Kapital der Investoren zunehmend schwer haben, warnen die Berater.
Für 2026 sieht Bain die Rahmenbedingungen grundsätzlich günstig: sinkende Zinsen, gut gefüllte Deal-Pipelines, hohe Aktienkurse und eine robuste Konjunktur. Doch die Zeiten, in denen allein die Marktdynamik für attraktive Renditen sorgte, seien definitiv vorbei. Die Gewinner der neuen Ära werden laut Bain jene Firmen sein, die echte Differenzierung aufbauen – sei es durch Spezialisierung, Skalierung oder überlegene operative Fähigkeiten – und diese systematisch in Wertschöpfung übersetzen.
Die Branche stehe an einem Wendepunkt, der jeder reifenden Industrie irgendwann bevorstehe, wird Bain-Partnerin Rebecca Burack zitiert: Der Wettbewerb verschärft sich, die Investoren werden anspruchsvoller – und nur wer konstant Spitzenleistung liefert, wird Kapital anziehen.