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«Drei Gründe, warum Clean-Energy-Aktien wieder gefragt sein könnten»

Trotz der schwachen Performance der börsennotierten Unternehmen stieg die weltweite Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2023 um fast die Hälfte. (Bild pd)
Trotz der schwachen Performance der börsennotierten Unternehmen stieg die weltweite Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2023 um fast die Hälfte. (Bild pd)

«Die Risiken für den Sektor sauberer Energien, die sich aus der politischen Ungewissheit, insbesondere in den USA, ergeben, werden das kommende Jahr dominieren. Aber viele schlechte Nachrichten für die Branche sind bereits eingepreist», schreiben Paul Gooden, Analyst und Portfoliomanager und Patrick Graham, Senior Investment Writer bei Fidelity.

14.02.2024, 16:41 Uhr
Aktien | Nachhaltigkeit

Redaktion: sw

Hohe Zinsen und eine schwächere Weltwirtschaft haben den Aktien aus dem Bereich der sauberen Energien im vergangenen Jahr zu schaffen gemacht. Das von einigen erwartete Wachstum blieb aus, und der MSCI Global Alternative Energy Index fiel 2023 um 27 Prozent und lag damit 50 Prozent unter seinem Höchststand von 2021.

Doch trotz der schwachen Performance der börsennotierten Unternehmen stieg die weltweite Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2023 um fast die Hälfte, und für 2024 gibt es Grund zum Optimismus. Drei Faktoren dürften laut Fidelity Aktien aus dem Bereich der sauberen Energien zugutekommen: Erstens scheint sich der globale Zinszyklus zu wenden, zweitens dürfte mehr Klarheit über die genauen Bedingungen des Inflation Reduction Act der Vereinigten Staaten herrschen, und drittens dürfte sich die aufgeblasene Lieferkette für saubere Energien normalisieren.

Wende im Zinszyklus

Aktien aus dem Bereich der sauberen Energien reagieren besonders empfindlich auf Zinssätze: Einige Unternehmen aus dem Bereich der sauberen Energien generieren anleiheähnliche Cashflow-Ströme, und höhere Zinssätze bedeuten, dass der Nettogegenwartswert dieser Cashflows sinkt. Das Gleiche gilt für langfristige Wetten auf die Zukunft mit geringer Rentabilität heute und hoher Rentabilität in der Zukunft. In den letzten Jahren verlor der Clean Energy Index an Wert, als die 10-jährigen US-Zinsen von 1 Prozent Ende 2020 auf etwa 5 Prozent Ende 2023 stiegen.

Seitdem sind die 10-jährigen US-Zinsen auf fast 4 Prozent gesunken, und es bestehe ein wachsender Konsens darüber, dass die US-Wirtschaft eine «weiche Landung» erreichen könne, dass sich die Inflation abkühlen werde und dass die Federal Reserve mit der Straffung der Geldpolitik fertig sei. «Wenn sich der Zinszyklus tatsächlich gewendet hat, würde dies den Unternehmen der sauberen Energien einen grossen Auftrieb geben, aber auch eine Stabilisierung der Zinsen wäre positiv, da die Verzögerungen im System zum Tragen kommen», schreiben die Experten.

IRA-Klarheit

In den USA hat sich der durch Präsident Bidens Inflation Reduction Act (IRA) ausgelöste Boom bei den erneuerbaren Energien langsamer eingestellt, als viele gehofft hatten. Der 2022 verabschiedete IRA kann seine Vorteile nur dann voll ausschöpfen, wenn die Unternehmen wissen, wie sie sich für die Gutschriften qualifizieren können, insbesondere in Bezug darauf, was als inländische Produktion gilt. Zu diesen Fragen wurde mehr Klarheit geschaffen, und die Veröffentlichung weiterer Einzelheiten in den kommenden Monaten sollte den Unternehmen den Weg ebnen, damit sie die Vorteile nutzen können.

Das dürfte zu einer neuen Welle von Wind- und Solarprojekten führen. Es stellt sich jedoch die Frage, welche Veränderungen ein Sieg der Republikaner im November mit sich bringen würde. Wenn Trump gewinnt, wird er wahrscheinlich ankündigen, dass er die IRA aufheben wird, obwohl er das nicht allein tun kann und einen klaren Sieg der Republikaner braucht, um Änderungen zu bewirken. Der Teufel steckt im Detail, und Trump könnte die Subventionen für Elektrofahrzeuge, die bis zu einem Drittel der Kosten der IRA ausmachen, kürzen. Das Ablaufdatum einiger Steuergutschriften für Wind- und Solarenergie könnte sich von 2032 auf ein fortlaufendes vierjähriges Genehmigungsverfahren ändern. Es ist aber unwahrscheinlich, dass er die inländischen Steuergutschriften für Wind- und Solarenergie, die Arbeitsplätze in den USA schaffen, kürzen wird.

Normalisierung der Lieferkette

Ein weiteres Problem für den Sektor ist der Aufbau überschüssiger Lagerbestände in der Lieferkette, und in vielen Bereichen herrscht derzeit ein Überangebot, nachdem man sich auf ein hohes Wachstum eingestellt hat, das nicht ganz eingetreten ist. Die Zulieferer drosseln nun das Kapazitätswachstum, um die Nachfrage aufholen zu lassen. Der Ausgleich dürfte in den stärker konsolidierten Teilen der Lieferkette bis Mitte 2024 abgeschlossen sein, während es in den stärker standardisierten Bereichen bis 2025 dauern wird.

Kampf für die Zukunft

«Es lohnt sich auch, an die zugrunde liegende Geschäftslogik des Sektors für saubere Energie zu denken», heisst es bei Fidelity. Unabhängig von den grünen Ideen, die dahinter stehe, sind erneuerbare Energien für eine republikanische Partei, die sich immer noch als wirtschaftsfreundlich versteht, ein riesiger Markt, um den es sich zu kämpfen lohnt. Wenn eine neue Regierung die US-Investitionen in diesem Sektor untergräbt, werden die Unternehmen woanders hingehen.
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