17.08.2026, 19:21 Uhr
Bei Leonteq ist der im März angekündigte Verkauf eines grossen Aktienpakets, das bisher im Besitz von Raiffeisen war, abgeschlossen worden. Der 22,7-Prozent-Anteil sei wie geplant an H21 Macro Limited und vier...
Visa und die Schweizer Zweckgesellschaft PayInit spannen zusammen, um Schweizer Banken den Zugang zu grenzüberschreitenden Peer-to-Peer-Zahlungen zu erleichtern. Über die Netzwerke Visa Direct und Visa+ sollen Kundinnen und Kunden künftig weltweit Geld senden können.
PayInit AG wurde von der Viseca Payment Services SA und der Cornèr Bank AG gegründet und im März 2026 lanciert. Ziel der Zweckgesellschaft ist eine offene, Scheme-konforme Brancheninfrastruktur für kartengestützte P2P-Überweisungen, die allen Schweizer Kartenherausgebern und Anbietern mobiler Zahlungslösungen offensteht. Mit der nun bekanntgegebenen Kooperation mit Visa erhalten teilnehmende Institute über PayInit Zugang zu Visa-Direct-Funktionen einschliesslich der Visa+-Directory-Services.
Visa Direct ist gemäss Mitteilung eine B2B-Zahlungsinfrastruktur, über die Unternehmen, Finanzinstitute und Konsumentinnen und Konsumenten in Echtzeit Geld an mehr als 18 Milliarden Karten, Konten und Wallets weltweit senden können. Visa+ erweitert dieses Angebot um alternative Identifikatoren wie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse anstelle einer IBAN.
Statt dass jedes Institut eine eigene Anbindung an globale Zahlungsnetzwerke aufbaut, stellt PayInit den Banken eine gemeinsame Infrastrukturebene zur Verfügung. Kundinnen und Kunden sollen dabei weiterhin über ihre gewohnten Bankkanäle bedient werden. Technologiepartner der Plattform ist das italienische Unternehmen Opentech, dessen Lösung OpenPay Send die Anbindung an globale Geldtransferdienste sicherstellt und die technologische Basis von PayInit bildet.
«Mehr als die Hälfte der Menschen in der Schweiz nutzt bereits P2P-Zahlungen, um Geld an Freunde und Familie zu senden. Doch der Wunsch nach internationalen Lösungen ist gross», sagt Santosh Ritter, Country Manager Schweiz und Liechtenstein bei Visa. Grenzüberschreitende Geldtransfers seien heute oft noch langsam und umständlich. Mit Visa Direct wolle man Partnern ermöglichen, «ihre Endkunden Geld weltweit so einfach wie an den Nachbarn nebenan senden zu lassen».
Michael Walther, Chief Financial Officer von Viseca und Verwaltungsratspräsident der PayInit AG, betont, die Plattform solle es teilnehmenden Instituten erlauben, moderne P2P-Dienste anzubieten und gleichzeitig «Vertrauen, Kontrolle und die Kundenbeziehung zu bewahren». Alessandro Seralvo, CEO von Cornèrcard und Verwaltungsratsmitglied der PayInit AG, verweist darauf, dass die Lösung unabhängig davon funktioniere, ob Nutzerinnen und Nutzer Zahlungskarten, Wallets oder Bankkonten verwendeten.
Mit dem Vorstoss positioniert sich PayInit im Schweizer P2P-Markt neben Twint, zielt jedoch primär auf grenzüberschreitende Transaktionen ab – ein Anwendungsfall, in dem bislang international tätige Neobanken wie Revolut aktiv sind. Kartenherausgeber können die Visa-Direct-Dienste laut Mitteilung per API oder Plug-in in ihre bestehenden Systeme integrieren, was den Entwicklungsaufwand für die einzelnen Institute reduzieren soll.
PayInit steht laut eigenen Angaben unabhängig vom zugrundeliegenden Zahlungsnetzwerk offen für alle Schweizer Kartenherausgeber, die ihren Kundinnen und Kunden globale, kartenbasierte P2P-Transfers anbieten wollen. Die Plattform verbindet dazu die Netzwerke von Visa und Mastercard mit einem gemeinsamen Empfängerverzeichnis.