05.11.2026, 07:52 Uhr
Die Aargauische Kantonalbank (AKB) erhält einen neuen Chef: Thomas Schöb, derzeit CEO der Baloise Bank, übernimmt per 1. Juni 2027 die Nachfolge von Dieter Widmer.
In nachhaltigen Fonds ist in der Schweiz so viel Geld angelegt wie nie zuvor: 1'363 Milliarden Franken. Die Retailbanken verwalten in ihren hauseigenen Fonds inzwischen mehr Vermögen nachhaltig als konventionell. Das zeigt die zehnte Sustainable-Investments-Studie der Hochschule Luzern, die erstmals auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Fonds untersucht hat.
Der Schweizer Markt für nachhaltige Fonds hat einen neuen Höchststand erreicht. Per 30. Juni 2026 waren 1'363 Milliarden Franken in nachhaltigen Fonds angelegt. Nach dem Rückgang auf 1'231 Milliarden Franken im Vorjahr entspricht das einem Plus von rund 11 Prozent. Auch der bisherige Höchstwert von 1'326 Milliarden Franken aus dem Jahr 2024 ist übertroffen. 2016 waren es erst 99 Milliarden Franken. Die IFZ Sustainable-Investments-Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern (HSLU) erscheint in diesem Jahr zum zehnten Mal.
Bei den Schweizer Retailbanken machen nachhaltige Fonds rund die Hälfte des Fondsangebots aus. Auch die Nachfrage bleibt hoch: Mehr als die Hälfte der Neugelder fliesst in nachhaltige Fonds. Von den 268 Milliarden Franken in hauseigenen Fonds der Retailbanken liegen 138 Milliarden Franken oder 52 Prozent in nachhaltigen Fonds, 130 Milliarden Franken (48 Prozent) in konventionellen.
«Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Nachfrage nach nachhaltigen Fonds bei Schweizer Privatanlegern weiterhin hoch und die Banken setzen auf das Thema», sagt Studienautor Manfred Stüttgen, Professor an der HSLU.
Nachhaltige Fonds versprechen, Risiken in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und gute Unternehmensführung (ESG) besonders systematisch zu kontrollieren. Erstmals hat die Studie untersucht, wie die Fonds darüber berichten, anhand von 16 Einzelkriterien, darunter CO₂-Emissionen, Klimaziele und ESG-Ratings. Die Fonds der Retailbanken schneiden dabei gut ab: ESG-Ratings weisen sie flächendeckend aus, auch über Klimarisiken und kontroverse Geschäftspraktiken berichten sie häufig.
Von den 20 untersuchten nachhaltigen Fonds im Angebot der Retailbanken berichten 16 breit, also zu mindestens 8 der 16 Kriterien. Im Durchschnitt decken die Fonds 58 Prozent der Kriterien ab. An der Spitze steht der ABS Living Values – Balanced Fund der Alternativen Bank Schweiz mit 88 Prozent, gefolgt von einem Swisscanto-Indexfonds mit 81 Prozent. Am Ende der Rangliste liegt ein Fonds der Glarner Kantonalbank mit 6 Prozent.
«Das überrascht, denn die Schweiz macht im Unterschied zur EU kaum strikte rechtliche Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Fonds», sagt Co-Studienautor Brian Mattmann. «Gleichzeitig unterscheiden sich die Banken deutlich darin, wie verständlich sie über die Nachhaltigkeit ihrer Fonds informieren.» Gemessen an einem Score für die Tiefe der Informationen berichten lediglich sieben Anbieter detailliert, der Durchschnitt liegt bei 44 Prozent. Zu den Top 5 bei der Offenlegungstiefe gehören die Alternative Bank Schweiz, die Migros Bank sowie ausgewählte Kantonalbanken in der Deutschschweiz.
Ein Vergleich von nachhaltigen Fonds mit Domizil in der Schweiz und in der EU zeigt deutliche Unterschiede: Schweizer Fonds berichten häufig kürzer und verständlicher. «Die umfangreichen EU-Vorgaben führen offenbar nicht zwangsläufig zu einer kundenfreundlicheren Kommunikation», sagt Mattmann.
Verbesserungspotenzial sehen die Autoren aber auch bei Schweizer Fonds, vor allem bei der Vergleichbarkeit der ausgewiesenen Nachhaltigkeitskennzahlen. «Eine Herausforderung bleiben die Komplexität der Materie sowie die unterschiedlichen Informationsbedürfnisse der Anlegerinnen und Anleger», sagt Stüttgen. Insgesamt zieht er eine positive Bilanz: «Die Studie zeigt, wie schnell und erfolgreich sich die Mehrheit der Schweizer Retailbanken auf das noch junge Thema Nachhaltigkeit einstellen und ihre Produkt- und Vertriebsstrategien auf nachhaltige Kapitalanlagen anpassen konnte.»
Die jährliche IFZ Sustainable-Investments-Studie untersucht nachhaltige Anlagefonds mit öffentlicher Vertriebszulassung in der Schweiz. Die Ergebnisse der Jubiläumsausgabe wurden am 5. November 2026 am Sustainable Investments Day in Zürich vorgestellt. Am 19. November 2026 erläutern Stüttgen und Mattmann die Studie in einem Webinar. Die 248-seitige Studie «IFZ Sustainable Investments Studie 2026. Nachhaltige Fonds und Reporting» kann für 190 Franken als Booklet bestellt werden (). Eine digitale Version sowie Rankings der Fondsanbieter stellt die HSLU kostenlos auf ihrer Website zur Verfügung.