Raiffeisen: Wieso die Frankenstärke kein Grund zur Besorgnis ist

Raiffeisen Schweiz: Starker Franken ist noch kein Grund zur Sorge (Bild/Collage: IT)
Raiffeisen Schweiz: Starker Franken ist noch kein Grund zur Sorge (Bild/Collage: IT)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins zuletzt im Juni 2025 bewegt – eine Senkung auf null Prozent. Seither herrscht Stillstand. Laut der aktuellen Zinsprognose von Raiffeisen Schweiz sieht die SNB derzeit keinen Anlass, an dieser Ausrichtung zu rütteln.

26.02.2026, 08:49 Uhr
Anlagestrategie | Devisen

Redaktion: asc

Die Teuerung gibt der SNB wenig Anlass zur Sorge – aber auch wenig Spielraum. Die Jahresrate der Konsumentenpreise bewegt sich zu Jahresbeginn nur knapp im positiven Bereich, am unteren Rand des SNB-Zielbands von null bis zwei Prozent. In den kommenden Monaten könnte die Inflation kurzfristig sogar leicht in den negativen Bereich rutschen.

Das klingt nach Deflationsgefahr – ist es aber nach Einschätzung der Nationalbank nicht. Denn der Ausblick für die Schweizer Wirtschaft hat sich zum Jahreswechsel aufgehellt. Die tiefen Zinsen entfalten ihre stimulierende Wirkung, und die SNB erwartet im späteren Jahresverlauf einen moderaten Aufwärtstrend bei den Preisen. Kurzum: eine vorübergehende Delle, kein strukturelles Problem. Dies schreibt die Raiffeisen Schweiz in ihrer jüngsten Zinsprognose.

Der starke Franken: diesmal kein Alarmzeichen

Auch die jüngste Aufwertung des Frankens versetzt die Notenbanker offenbar nicht in Alarmstimmung – zumindest nicht in dem Masse, das in der Vergangenheit gelegentlich zu Interventionen geführt hat, so die Analysten. Der entscheidende Unterschied: In realer Rechnung – also bereinigt um die Inflationsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Ausland – zeigt sich der Franken seit rund zwei Jahren bemerkenswert stabil. Was nominal in den Wechselkursen wie eine Aufwertung aussieht, ist real betrachtet vielfach nur eine Spiegelung der höheren Inflation im Ausland.

Ein zweiter Puffer kommt hinzu: der anhaltend hohe Zinsabstand zur Eurozone. Weil Schweizer Franken-Anlagen kaum Zinsen abwerfen, während Euro-Anlagen zumindest nominell attraktiver sind, wird übermässigem Kapitalzufluss in den Franken ein natürlicher Riegel vorgeschoben. Für die SNB bedeutet das: kein akuter Handlungsbedarf, weder am Devisenmarkt noch bei den Leitzinsen.

Was bedeutet das für Hypothekarnehmer?

Für Wohneigentümer und Hypothekarnehmer in der Schweiz ergibt sich daraus ein stabiles, aber gedämpftes Bild. Solange die SNB an der Nullzinspolitik festhält, bleiben die Refinanzierungskosten der Banken tief – was sich tendenziell in weiterhin moderaten Hypothekarzinsen niederschlägt, so Raiffeisen Schweiz. Eine rasche Zinswende ist nach aktuellem Stand nicht in Sicht.

Allerdings: Die Kapitalmärkte preisen langfristig mögliche Zinsschritte nach oben ein, was sich in den Sätzen für längerfristige Festhypotheken bereits widerspiegelt. Wer jetzt eine Hypothek abschliesst oder erneuert, steht vor der klassischen Abwägung: kurze Laufzeit zu tiefen Zinsen mit dem Risiko steigender Kosten oder längere Laufzeit zu höheren, dafür planbaren Konditionen.

Die grosse Unbekannte bleibt die internationale Konjunktur. Sollte die Inflation in der Eurozone oder den USA erneut anziehen und die dortigen Notenbanken zu Zinserhöhungen zwingen, könnte sich der Zinsabstand zur Schweiz verengen – mit Folgen für den Franken und möglicherweise auch für die SNB-Politik. Im Basisszenario von Raiffeisen Schweiz dominiert jedoch die Erwartung der Kontinuität: Die SNB bleibt vorerst, wo sie ist.

Alle Artikel anzeigen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen eine bestmögliche Nutzung zu ermöglichen. Mit der Annahme der Cookies bestätigen Sie, dass Sie ein professioneller Anleger mit Sitz in der Schweiz sind.> Datenschutzerklärung