26.01.2026, 07:00 Uhr
2026 wird zu einer Etappe für Ausreisser, deren vielseitiges Portfolio vom Rückenwind profitieren kann. So lassen sich die Herausforderungen der Marktlandschaft souverän bewältigen.
Die Investitionen institutioneller Anleger in Private Markets haben einen neuen Höchststand erreicht. Laut der aktuellen Private Markets Study 2026 von Aviva Investors beträgt der durchschnittliche Portfolioanteil dieser Anlageklasse mittlerweile 12,5 Prozent – ein Rekordwert seit Beginn der Erhebung vor acht Jahren.
Die Umfrage zeigt das das Bild einer Anlageklasse, die sich von einer Nische zu einem zentralen Bestandteil institutioneller Portfolios entwickelt hat, getrieben von der Suche nach Diversifikation, attraktiven Renditen und der wissenschaftlich belegten Illiquiditätsprämie.
Die Untersuchung, für die 500 institutionelle Investoren aus drei Kontinenten mit einem verwalteten Gesamtvermögen von 6,5 Billionen Dollar befragt wurden, zeigt jedoch deutliche regionale Unterschiede. Nordamerikanische Anleger weisen mit 14,4 Prozent die höchste Quote auf, während europäische Institutionen 12,1 Prozent und asiatisch-pazifische Investoren 11,9 Prozent ihrer Portfolios in Private Markets halten.
Gleichwohl stellen die Autoren fest, dass die Wachstumsdynamik über alle Märkte hindurch stark bleibt: 88 Prozent der Befragten planen, ihre Allokationen in den kommenden zwei Jahren auszubauen oder mindestens beizubehalten. Im Vorjahr waren es 73 Prozent. Über drei Viertel erwarten, dass die Renditen in dieser Assetklasse die öffentlichen Märkte in den nächsten fünf Jahren übertreffen werden.
Ein bemerkenswerter Wandel zeigt sich bei den Investitionsmotiven. Während Diversifikation mit 76 Prozent weiterhin der meistgenannte Grund ist, hat die Bedeutung der Illiquiditätsprämie dramatisch zugenommen: 55 Prozent der Investoren betrachten sie als wichtigen Treiber – ein Anstieg von 25 Prozent im Jahr 2023.
David Hedalen, Leiter Private Markets Strategy bei Aviva Investors, erklärt diesen Trend damit, dass Anleger zunehmend auf bessere Daten zurückgreifen können, um ihre Entscheidungen zu untermauern. Das wachsende Vertrauen, für die erhöhte Illiquidität angemessen entschädigt zu werden, stärke das Bewusstsein für das langfristige Renditepotenzial dieser Anlagen.
Bei der Frage nach den erwarteten risikobereinigten Renditen der nächsten fünf Jahre liegen Private Equity mit 51 Prozent und Infrastruktur-Equity mit 46 Prozent vorn. Immobilien bleiben jedoch mit einem Anteil von 22 Prozent an allen Private-Markets-Allokationen die dominierende Anlageklasse.
Private Corporate Debt verzeichnete neben Private Equity den stärksten Zuwachs seit der Vorjahresstudie und macht nun 12,5 Prozent der Gesamtallokationen aus.
Besonders aufschlussreich sind die Ergebnisse zu beitragsorientieren Pensionsplänen: 72 Prozent der DC-Fonds weltweit sind überzeugt, dass Private-Markets-Investments zu besseren Ergebnissen für ihre Mitglieder führen. Diese Fonds setzen dabei vor allem auf Immobilien, Private Debt und Private Equity. 59 Prozent der DC-Fonds stimmen auch zu, dass bei der Berücksichtigung privater Märkte in DC-Portfolios der Fokus mehr auf langfristigem Wert und weniger auf den Kosten liegen sollte. Nur 13 Prozent der nordamerikanischen DC-Fonds sind der Meinung, dass Investitionen in Private Markets das Wirtschaftswachstum in ihrem Heimatland unterstützen sollten. Der globale Durchschnitt liegt bei 41 Prozent. In Europa sind es 52 Prozent und 41 Prozent im asiatisch-pazifischen Raum.
Die Studie dokumentiert zudem einen markanten Anstieg des Interesses an Co-Investitionen. 54 Prozent der Befragten bevorzugen diese Anlageform – gegenüber nur 35 Prozent im Vorjahr. Besonders grosse Investoren schätzen dabei den Zugang zu umfangreicheren Transaktionen und die Möglichkeit, Kosten zu senken.
79 Prozent der Anleger sehen die Flexibilität bei Ein- und Auszahlungen als grössten Vorteil von Evergreen-Fonds, was auf einen wachsenden Wunsch nach Kontrolle und massgeschneiderten Lösungen hindeutet.