23.02.2026, 07:22 Uhr
Die globale Private-Equity-Branche hat 2025 den Turnaround geschafft: Buyout-Deals und Exits erreichten die zweithöchsten Werte aller Zeiten. Doch laut dem neuen Bain-Report steht die Branche an einem Wendepunkt –...
Die künstliche Intelligenz erreicht die Wirklichkeit des Kapitalmarkts – nämlich die Gewinn- und Verlustrechnung der Aktiengesellschaften. Mit höchster Nervosität werden die Ergebnisse von Softwarefirmen, Beratungsfirmen, Datenlieferanten, Sicherheitsfirmen und Zahlungsdienstleistern von der Branche betrachtet, schreibt ACATIS in einer Analyse.
Es gab in der jüngsten Geschichte immer wieder Phasen der industriellen Ablösung. Historisch waren es mechanische Webstühle und die Dampfmaschine. Aktuellere Beispiele sind die Ablösung der Schreibmaschine durch den PC, die Einführung und Abschaffung des Fax-Gerätes, die Ablösung der analogen durch die digitale Photographie, das Internet mit seinen Auswirkungen auf Onlinehandel, Reisebüros, Taxidienste, Restaurants usw.
Manche Ablösungen bleiben auf eine Nische beschränkt, manche erfassen eine ganze Branche, und manche Effekte verstärken sich gegenseitig und lösen eine wirtschaftliche Revolution aus. Es gibt immer Gewinner und Verlierer.
Aktuell ist es die grosse Transformation durch die künstliche Intelligenz, die alle Teile der Bevölkerung erfasst. Sie kommt jetzt schon bei der Rentnergeneration an. Die Durchdringung ist fast vollständig. Und wie geht es nun den Firmen, die unmittelbar betroffen sein könnten? Im AI-House in Davos 2025 wurden in einer Diskussion drei unmittelbare Effekte benannt: Die Kosten sinken (weniger Personal), die Arbeitsleistung steigt (mehr Effizienz) und der Kundenservice verbessert sich.
Wer sind also die Gewinner, wer die Verlierer? Schon heute werden mehr Softwareentwickler entlassen als eingestellt. Hier ist die Transformation schon voll im Gang. Es kommen weitere Effekte hinzu: Umsätze sinken, weil Nutzer die KI an die Stelle des menschlichen Beraters setzen. Der Preisdruck steigt, weil die Kunden wegen der gestiegenen Effizienz niedrigere Preise verlangen.
Sicher ist auch; Das Internet, wie wir es bisher kennen, stirbt dahin, weil die Daten ja schon durch die KI-App angeboten werden und dadurch nicht mehr im Internet gesucht werden müssen. Und Kriminelle bekommen sozusagen automatisierte Hacking-Fähigkeiten. Cybercrime nimmt also zu. Gleichzeitig verringert das selbstfahrende Auto den Fahrzeugbestand und reduziert die Unfallhäufigkeit. Und selbst in angeblich sicheren, da «empathiegetriebenen» Branchen wie der Medizin tritt der Medizinberatungsagent an, der unendlich viel mehr Geduld hat als der überlastete Arzt.
ACATIS hat im Rahmen seiner Investmentmeetings rund 20 Firmen die Frage gestellt, ob sie Profiteure oder Verlierer der KI sind. Die grosse Überraschung: Sie sehen sich alle als Gewinner. SAP will 2 Milliarden Euro einsparen. S&P sowie LSEG wollen die Erfassung und Erstellung von Analysen beschleunigen. Cognizant kann Projekte schneller abwickeln. Accenture will grossflächige KI-Transformationen anbieten. All for One sieht schnellere SAP-Projektmigrationen. Adobe will den Nutzwert für Designer erhöhen. Salesforce will autonome Agenten im Vertrieb erstellen. Ebenso Service Now. Atlassian unterstützt Teamarbeit. Autodesk und Nemetschek wollen Architektur-Planungsfehler vermeiden und Planungen optimieren. Intuit will die Steuererklärung fast vollständig automatisieren. Crowdstrike will Cyberangriffe in Echtzeit absichern.
Dennoch sind die Kurse vieler Firmen drastisch gefallen. Die Aufgabe besteht nun darin, unter diesen attraktiv bewerteten Unternehmen die Gewinner zu identifizieren, die künftig stärker werden, und die Verlierer zu meiden. Dabei gehört zu unserem rund zehnköpfigen Portfolio Management von ACATIS auch die Künstliche Intelligenz als sozusagen elfter Kopf.
Die ACATIS Investment befasst sich bereits seit 2014 mit diesem Thema. Mittlerweile stellt die KI in zwei Publikumsfonds das Portfolio völlig selbständig zusammen (lediglich die Branchenselektion legt noch der Mensch fest) und zusätzlich in weiteren Fonds generiert sie wertvolle Ideen. Dabei zeigt sich: Die KI ermöglicht Weitsicht, vergleichbar mit Radar und GPS – selbst ein traditionsbewusster Kapitän würde im Nebel heute kaum darauf verzichten.
Eine langjährige Erfolgsstory aus dem Hause ACATIS ist der 1997 aufgelegte ACATIS Aktien Global Fonds. Der ACATIS Gründer und Portfoliomanager Dr. Hendrik Leber managt diesen Fonds kontinuierlich seit Anbeginn. Aber auch er setzt in den letzten Jahren auch die KI zur Ideengenerierung ein.