09.04.2026, 07:25 Uhr
Der Kurswechsel der USA, ein bedingtes Wiederöffnen der Strasse von Hormuz und ein kurzes Aufatmen an den Finanzmärkten: die Geopolitik bleibt der dominierende Risikofaktor für Investoren. Dies schreibt Michaël...
Der Iran-Konflikt und der Ölpreisschock erschüttern die Hedgefonds-Industrie im März 2026. Während Equity-Hedge-Strategien abstürzen, halten Macro-Fonds im Quartal die Fahne hoch – doch nur 30 Prozent aller Fonds schliessen den Monat positiv ab.
Der März 2026 hat die globale Hedgefonds-Industrie getroffen. Die Eskalation des militärischen Konflikts mit dem Iran löste einen historischen Volatilitätsschub aus, der Aktien- und Anleihemärkte gleichermassen belastete und Investoren zur raschen Neupositionierung zwang. Der HFRI Fund Weighted Composite Index (FWC) fiel im März um 2,81 Prozent. Es war der erste Monatsverlust seit April 2025 und der stärkste seit Juni 2022. Der Quartalsgewinn für das erste Quartal 2026 schmolz damit auf +0,93 Prozent zusammen, wie HFR schreibt.
Am stärksten traf es die Equity-Hedge-Strategien. Der HFRI Equity Hedge (Total) Index verlor im März 4,33 Prozent, was der grösste monatliche Einbruch seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie im März 2020 war. Besonders hart getroffen wurden wachstumsorientierte und Schwellenmarkt-fokussierte Fonds. Ein Lichtblick innerhalb der Kategorie sind, kaum verwunderlich, Energie- und Rohstofffonds.
Auch Macro-Strategien kamen im März unter Druck, aber auch sie konnten auf Quartalssicht überzeugen. Diskretionäre Themen-Strategien litten besonders. Einzig Währungsstrategien stachen positiv heraus. Während hier Volatilitätsfonds gewonnen haben, belasteten Staatsanleihen-Strategien das Ergebnis spürbar. Auch Event-Driven-Strategien konnten sich dem Umfeld nicht entziehen, da geopolitische Unsicherheit die Hoffnungen auf ein belebtes M&A- und IPO-Umfeld zunichtemachte.
Ein Blick auf die Streuung der Ergebnisse zeigt erhebliche Unterschiede: Während das obere Dezil der HFRI-FWC-Bestandteile im März durchschnittlich +5,9 Prozent erzielte, verlor das untere Dezil im Schnitt 13,7 Prozent – eine Top-/Bottom-Dispersion von 19,6 Prozentpunkten, verglichen mit 15,2 Prozentpunkten im Februar. Über die letzten zwölf Monate bis März 2026 liegt die Dispersion bei 77,6 Prozentpunkten: Die besten zehn Prozent der Fonds gewannen 68,2 Prozent, die schwächsten zehn Prozent verloren 9,4 Prozent. Insgesamt schlossen nur rund 30 Prozent aller Hedgefonds den März mit einem positiven Vorzeichen ab.
«Die Entwicklung der Finanzmärkte schwankte im gesamten März stark infolge des Iran-Konflikts, was zu historischen Spitzen bei Volatilität und Ölpreisen sowie erheblichen Verwerfungen an den globalen Märkten führte», kommentierte Kenneth J. Heinz, Präsident von HFR. Er betonte, dass Hedgefonds trotz des schwierigen Umfelds weiterhin taktisch und opportunistisch positioniert seien – als Liquiditätsprovider und zur Nutzung von Disloziierungen in extremen Marktphasen.