26.01.2026, 07:03 Uhr
Die J.P. Morgan Healthcare Conference signalisiert Entspannung bei Preisrisiken und stärkeren Fokus auf Innovation. Für Anleger eröffnen sich gezielte Einstiegsmöglichkeiten, so Marcel Fritsch von Bellevue Asset...
Der Zürcher Asset Manager Bellevue Group leidet unter dem schwachen US-Dollar: Sie schliesst 2025 mit einem Konzerngewinn von 1.9 Millionen Franken ab – ein Rückgang um fast 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinter den Zahlen steckt aber auch eine grundlegende Neuausrichtung.
Die Bellevue Group, spezialisiert auf Healthcare- und Unternehmer-Investments, hat 2025 deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Statt 9.2 Millionen Franken blieben unter dem Strich noch 1.9 Millionen. Die verwalteten Kundenvermögen sanken um 9 Prozent auf 5.3 Milliarden Franken.
Die Gründe liegen vor allem ausserhalb des eigenen Einflussbereichs: Der Healthcare-Sektor litt unter politischen Unsicherheiten in den USA – von Debatten um Medikamentenpreise über Zolldrohungen bis zu auslaufenden Patenten. Gleichzeitig verlor der US-Dollar gegenüber dem Franken 12.6 Prozent an Wert. Für einen Asset Manager, dessen Anlagen zu über drei Vierteln in Dollar denominiert sind, ein empfindlicher Schlag: Allein der Währungseffekt liess das Anlagevermögen um rund 550 Millionen Franken schrumpfen.
Untätig geblieben ist die Gruppe allerdings nicht. Der Geschäftsaufwand wurde um 16 Prozent auf 49.1 Millionen Franken gesenkt – durch schlankere Strukturen, zentralisierte Prozesse und den Abbau nicht strategiekonformer Aktivitäten. Die Private-Equity-Tochter adbodmer wurde per Management-Buy-out verkauft, das Deutschlandgeschäft auf eine reine Vertriebseinheit reduziert, die UK-Aktivitäten stehen vor der Redimensionierung. «Wir haben das Geschäftsmodell konsequent auf unsere Kernkompetenzen fokussiert», sagt Veit de Maddalena, exekutiver Verwaltungsratspräsident.
Bemerkenswert: Trotz des widrigen Umfelds lieferten die Anlagestrategien überwiegend starke Ergebnisse – zumindest in Dollar gerechnet. Das Flaggschiff BB Biotech legte um über 53 Prozent zu und schlug die Benchmark um rund 20 Prozentpunkte. Auch die Entrepreneur-Strategien überzeugten: Bellevue Entrepreneur Europe Small erzielte 27.5 Prozent in Euro und rangiert damit unter den drei besten von 80 vergleichbaren Fonds. In Franken freilich fiel die Bilanz wegen des schwachen Dollars deutlich bescheidener aus.
Das zweite Halbjahr nährt die Hoffnung. Die verwalteten Vermögen stiegen seit Juni um rund 10 Prozent, der Halbjahresgewinn lag bei 1.7 Millionen Franken – nach einem praktisch ausgeglichenen ersten Semester. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 15 Rappen pro Aktie erhalten.
Für 2026 gibt sich Bellevue vorsichtig optimistisch. Der Healthcare-Sektor handle weiterhin mit einem Bewertungsabschlag von rund 10 Prozent gegenüber dem Gesamtmarkt – was Aufholpotenzial signalisiere. Zugleich stünden Investitionen in die technologische Modernisierung an. Man spreche bewusst von einem «Übergangsjahr», heisst es. Die Bilanz sei solide genug, um die Transformation aus eigener Kraft zu stemmen.