Die Wahrheit über "Sell in May"

Stefan Hirter, Head of Wholesale Switzerland bei Fidelity International
Stefan Hirter, Head of Wholesale Switzerland bei Fidelity International

Stefan Hirter, Head of Wholesale Switzerland bei Fidelity International zeigt, wie viel Wahrheit hinter der verbreiteten Börsenweisheit "Sell in May" steckt und was sich beim Investieren lohnt.

16.05.2018, 10:39 Uhr

Redaktion: ans

Kennen Sie ihn auch? Diesen cleveren Anleger, der jedes Jahr im Mai seine Börsenweisheit zum Besten gibt und auch Sie überzeugen will: "Sell in May and go away. But remember to come back in September". Die Börsenweisheit verweist auf die Beobachtung, dass die Kurse an den Aktienmärkten in den Sommermonaten häufig unter Druck geraten und erst im September wieder ansteigen. Wie viel Wahrheit steckt in dieser Weisheit?

Wir haben mal nachgerechnet: In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Börsenweisheit zumindest für den SMI nicht bewahrheitet: Wer im Mai 1988 CHF 10'000 in den Schweizer Leitindex SMI investiert und jedes Jahr im Mai verkauft hätte sowie im September wieder eingestiegen wäre, hätte sich im August 2017 zwar über eine stattliche Summe von CHF 74'325 freuen können. Allerdings hätte ein Anleger, der seit Mai 1988 die ganze Zeit über im SMI investiert geblieben wäre, CHF 105'275 erzielt – fast CHF 31'000 mehr.

Wenn Ihr Mr. Clever es genauer wissen will: Seit 1988 hat die Börsenweisheit für den Schweizer Leitindex in 15 Jahren funktioniert. In 15 Jahren hätten Anleger durch "Sell in May" dagegen Verluste erzielt. Ein klares Unentschieden.

Sie können ihm also im Brustton der Überzeugung entgegnen: Es ist unmöglich, den richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt bei Aktien abzupassen. Diese Börsenregel zu befolgen, ist riskant. Langfristiges Anlegen dagegen lohnt sich. Lehnen Sie sich entspannt zurück und genießen Sie lieber die lauen Sommerabende. Und nicht vergessen: Hin und her macht Taschen leer.

Was hat "Sell in May" gebracht?

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