03.11.2026, 08:06 Uhr
Vermögende in der Schweiz verteilen ihr Geld im Schnitt auf 3,3 Banken, und ein Viertel hat in den letzten fünf Jahren die wichtigste Anlagebank gewechselt. Eine Studie der Hochschule Luzern und der Luzerner...
Die weltweite Goldnachfrage ist im dritten Quartal leicht auf 1'369 Tonnen gesunken. Dank des hohen Preises stieg ihr Wert aber um 22 Prozent auf 188 Milliarden US-Dollar. Zentralbanken kauften so viel wie seit Ende 2024 nicht mehr, und die Gold-ETF verbuchten wieder kräftige Zuflüsse. Barren, Münzen und Schmuck waren dagegen weniger gefragt.
Im dritten Quartal 2026 lag die globale Goldnachfrage mit 1'369 Tonnen ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Das zeigt der Quartalsbericht «Gold Demand Trends» des World Gold Council (WGC), der auf Daten von Metals Focus beruht. Der Goldpreis lag im Quartalsdurchschnitt bei 4'262 US-Dollar je Feinunze. Wertmässig nahm die Nachfrage deshalb um 22 Prozent auf 188 Milliarden US-Dollar zu.
«Die Goldnachfrage zeigte im dritten Quartal ein gemischtes Bild», sagt Louise Street, Senior Markets Analyst beim WGC. Institutionelle Anleger kehrten zurück, Privatanleger blieben vorsichtig, und die Zentralbanken kauften unvermindert weiter.
Zentralbanken und andere offizielle Institutionen erhöhten ihre Goldreserven im dritten Quartal um netto 321 Tonnen. Das sind 42 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und der höchste Quartalswert seit dem vierten Quartal 2024. Laut WGC bleiben Portfoliodiversifikation und Risikomanagement die wichtigsten Motive. Seit Jahresbeginn summieren sich die offiziellen Käufe auf 675 Tonnen, sechs Prozent mehr als in der Vorjahresperiode.
Zu den aktiven Käufern gehörte die chinesische Zentralbank. Nach früheren WGC-Angaben erwarb die People's Bank of China im dritten Quartal 63 Tonnen, so viel wie seit dem dritten Quartal 2023 nicht mehr. Allein im September waren es 23 Tonnen. Ihre offiziellen Bestände erreichten damit 2'410 Tonnen oder 8,5 Prozent der Währungsreserven.
Physisch hinterlegte Gold-ETF verzeichneten nach dem schwachen zweiten Quartal wieder Zuflüsse. Mit 211 Tonnen lagen diese nur sechs Prozent unter dem starken Vorjahresquartal. Die weltweit in ETF gehaltenen Bestände stiegen auf den Rekordwert von 4'256 Tonnen. Auch in China flossen den Gold-ETF im dritten Quartal 27 Tonnen zu, ihre Bestände erreichten Ende September ein Rekordhoch von 304 Tonnen.
«Geopolitische Risiken und Sorgen um die Budgetdisziplin stärkten das Interesse institutioneller Anleger», sagt Street. Die Nachfrage im OTC-Markt und in der Kategorie «Sonstige» stieg auf 143 Tonnen, nach 101 Tonnen im Vorjahresquartal. Sie blieb aber unter den hohen Werten der ersten beiden Quartale 2026.
Weniger Interesse zeigten Privatanleger. Die Nachfrage nach Barren und Münzen sank im Vorjahresvergleich um 19 Prozent auf 268 Tonnen. Viele Anleger warteten ab, weil eine klare Richtung beim Goldpreis fehlte. Eine Ausnahme bildete China, wo die Nachfrage nach Barren und Münzen um sieben Prozent zulegte.
Der hohe Preis belastete den Schmuckmarkt weiter. Die Schmucknachfrage fiel um 17 Prozent auf 313 Tonnen, den tiefsten Wert für ein drittes Quartal seit Beginn der Datenreihe. Konsumentinnen und Konsumenten greifen vermehrt zu leichteren Stücken mit geringerem Feingehalt. Wertmässig stieg die weltweite Schmucknachfrage dagegen leicht auf 43 Milliarden US-Dollar.
Gegen den Trend wuchs die Nachfrage aus dem Technologiesektor. Sie stieg um drei Prozent auf 85 Tonnen, den höchsten Quartalswert seit dem vierten Quartal 2021. In der Elektronikindustrie legte der Goldbedarf um fünf Prozent auf 72 Tonnen zu. Getrieben wurde das Wachstum durch die Produktion im Umfeld der künstlichen Intelligenz.
Das gesamte Goldangebot sank um ein Prozent auf 1'369 Tonnen. Die Minenproduktion erreichte mit 1'071 Tonnen einen Rekord für ein drittes Quartal, ein Plus von drei Prozent. Das Recycling ging trotz der hohen Preise um acht Prozent auf 314 Tonnen zurück, den tiefsten Stand seit dem vierten Quartal 2023.
| Kategorie | Q3 2026 (Tonnen) | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Gesamtnachfrage | 1'369 | –1 Prozent |
| Zentralbanken (netto) | 321 | +42 Prozent |
| Gold-ETF (Zuflüsse) | 211 | –6 Prozent |
| OTC und Sonstige | 143 | +42 Prozent (Vorjahr: 101) |
| Barren und Münzen | 268 | –19 Prozent |
| Schmuck | 313 | –17 Prozent |
| Technologie | 85 | +3 Prozent |
| Minenproduktion | 1'071 | +3 Prozent |
| Recycling | 314 | –8 Prozent |
Quelle: World Gold Council, Gold Demand Trends Q3 2026; Daten Metals Focus
Seit Ende des dritten Quartals hat der Goldpreis deutlich nachgegeben. Am vergangenen Freitag verlor das Edelmetall 3,7 Prozent und fiel unter die Marke von 4'000 US-Dollar. Am Montagmorgen notierte die Feinunze bei rund 3'900 US-Dollar und damit gut 9 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn. Mit den US-Zwischenwahlen am heutigen Dienstag und den Arbeitsmarktdaten am Freitag stehen weitere Impulse an.
Für den Rest des Jahres sieht der WGC stützende und belastende Faktoren weitgehend im Gleichgewicht. «Steigende Zinsen und uneinheitliche Inflationserwartungen könnten Gegenwind bringen», sagt Street. «Zugleich könnten geopolitische Risiken und Spannungen an den Finanzmärkten die Marktteilnehmer dazu veranlassen, Stabilität in Gold zu suchen.»