13.10.2026, 07:50 Uhr
Der Internationale Währungsfonds (IWF) schlägt an seiner Jahrestagung Alarm: Die grossen Volkswirtschaften steuern auf die höchsten Budgetdefizite seit der Pandemie zu, und der Anstieg der Staatsanleiherenditen...
Der Mietmarkt zeigt erste Anzeichen von Entspannung. Gleichzeitig steigen die Zinsen für Festhypotheken deutlich, und die Preise für Wohneigentum ziehen weiter an. Comparis, Raiffeisen und die Zürcher Kantonalbank (ZKB) beschreiben einen Markt, der in zwei Richtungen läuft. Wie ist dies einzuschätzen?
Laut dem Immobilienbarometer der ZKB für das dritte Quartal 2026 ist die Leerwohnungsziffer im Kanton Zürich von 0,48 auf 0,52 Prozent gestiegen. Am stärksten nehmen die Leerstände in der Agglomeration zu. In der Stadt Zürich bleiben sie trotz leichtem Anstieg auf tiefem Niveau. Schweizweit geht der Trend dagegen in die andere Richtung: Der Anteil leerer Wohnungen sank von 1,01 auf 0,93 Prozent und liegt damit so tief wie seit Jahren nicht mehr.
Die ZKB nennt zwei Gründe für die Gegenbewegung in Zürich. Die Nettozuwanderung ist 2026 deutlich zurückgegangen, und es wird wieder mehr gebaut. Das zeigt sich auch bei den Mieten. In der Stadt Zürich stiegen die Angebotsmieten vor einigen Jahren noch um mehr als 10 Prozent pro Jahr, aktuell sind es noch 1,5 Prozent. Die ZKB rechnet damit, dass die Entspannung mit Verzögerung auch die Ausweichkantone Aargau, Thurgau und Schaffhausen erreicht, weil weniger Haushalte aus Zürich wegziehen müssen. Für die ganze Schweiz erwartet die Bank in den kommenden Jahren leicht steigende Leerstände.
Bei der Finanzierung zeigt sich das Gegenteil. Laut dem Hypothekenbarometer von Comparis stieg der Richtsatz für zehnjährige Festhypotheken im dritten Quartal von 1,77 auf 2,07 Prozent. Damit liegt er erstmals in diesem Jahr wieder über 2 Prozent. Fünfjährige Laufzeiten verteuerten sich von 1,52 auf 1,90 Prozent, dreijährige von 1,32 auf 1,75 Prozent. Erstrangige Saron-Hypotheken kosten weiterhin 0,8 bis 1,2 Prozent.
Der Anstieg kommt nicht von der Schweizerischen Nationalbank (SNB), deren Leitzins weiterhin bei null liegt. Er kommt vom Kapitalmarkt. «Das höhere Zinsniveau im Ausland wirkt zunehmend auch auf den Schweizer Kapitalmarkt», so Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert in einer AWP-Meldung. Der zehnjährige Swap-Satz stieg von Ende Juni bis Ende September von 0,53 auf 0,83 Prozent. Der dreijährige Satz hat sich in derselben Zeit mehr als verdreifacht, von 0,15 auf 0,54 Prozent.
Am Eigentumsmarkt bremsen die höheren Zinsen bisher nicht. Laut dem Transaktionspreisindex von Raiffeisen verteuerten sich Einfamilienhäuser im dritten Quartal um 2,0 Prozent, Stockwerkeigentum um 1,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr kosten Eigentumswohnungen 5,9 Prozent mehr, Einfamilienhäuser 3,6 Prozent. Am stärksten stiegen die Hauspreise in Zürich (+4,8 Prozent) und in der Westschweiz (+4,6 Prozent). Beim Stockwerkeigentum führen die touristischen Gemeinden mit einem Plus von 7,9 Prozent.
«Der moderate Zinsanstieg genügt jedoch nicht, um die hohe Preisdynamik am Eigenheimmarkt umzukehren; dafür ist und bleibt das Angebot zu knapp», sagt Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile. Die ZKB kommt zum gleichen Ergebnis: Ihr Zürcher Wohneigentumsindex (ZWEX) stieg im dritten Quartal um 1,6 Prozent. Am Zürichsee betrug das Plus über zwölf Monate 4,4 Prozent.
Der Schweizer Immobilienmarkt bewegt sich, aber nicht überall gleich. Die Mieten steigen langsamer, Hypotheken werden teurer und die Preise für Eigentum steigen weiter, wenn auch voraussichtlich weniger stark. 2027 dürfte sich zeigen, ob die SNB tatsächlich erhöht und wie stark die Zinsen dann auf die Preise durchschlagen. Die drei Studien zeigen auch, dass der Wohnungsmarkt kein einheitlicher Markt ist.