30.10.2026, 14:46 Uhr
Die Aussicht auf steigende Zinsen in Europa und den USA setzt Edelmetalle unter Druck. Gold fiel am Freitag in London auf 3'937 US-Dollar je Feinunze, Silber rutschte unter 50 US-Dollar.
Das Volumen des Schweizer Fondsmarkts ist Ende September auf 1'927 Milliarden Franken gestiegen, ein neuer Höchststand. Getragen wurde das Wachstum vor allem von den Börsen. Beim Neugeld lagen aber Obligationenfonds vorne, obwohl die Anleihenkurse nachgaben.
Der Schweizer Fondsmarkt hat sich vom schwachen Jahresauftakt kräftig erholt. Seit Jahresbeginn wuchs das Fondsvermögen um 187,1 Milliarden Franken oder 10,8 Prozent auf 1'927,4 Milliarden Franken. Das zeigt die Fondsmarktstatistik der Asset Management Association Switzerland (AMAS), die auf Daten von Swiss Fund Data und Morningstar beruht.
Den grössten Teil des Zuwachses lieferten die Märkte selbst. Rund 155 Milliarden Franken oder 8,9 Prozent des Volumens gehen auf Kursgewinne, Währungs- und weitere Bewertungseffekte zurück. Netto flossen den Fonds in den ersten neun Monaten 32,7 Milliarden Franken an neuen Geldern zu, etwas weniger als in der Vorjahresperiode mit 35,4 Milliarden Franken. Allein im dritten Quartal waren es 10,8 Milliarden Franken.
Beim Neugeld führen die Obligationenfonds mit 13,9 Milliarden Franken, gefolgt von Aktienfonds mit 9,7 Milliarden Franken. Geldmarkt- und Rohstofffonds zogen je rund 3,3 Milliarden Franken an. Im dritten Quartal konzentrierten sich die Zuflüsse auf Obligationen- und Rohstofffonds.
Auf die Bewertung der Anleihenfonds wirkte sich das kaum aus. Die Anleihenmärkte gaben im laufenden Jahr nach: Der Swiss Bond Index (SBI) verlor 0,97 Prozent, der Bloomberg US Aggregate Bond Index 2,91 Prozent. Das Volumen der Obligationenfonds wuchs deshalb in etwa im Umfang der Zuflüsse.
«Bemerkenswert ist, dass die Anlegerinnen und Anleger gleichzeitig am meisten in Obligationenfonds investierten, obwohl die Kurse für festverzinsliche Anlagen auf breiter Front nachgaben», sagt Adrian Schatzmann, CEO der AMAS. Das deute darauf hin, dass viele Anleger laufende Erträge und Stabilität höher gewichten als kurzfristige Kursgewinne.
Die Börsenentwicklung liess vor allem das Vermögen der Aktienfonds steigen. Es erhöhte sich seit Jahresbeginn um rund 147 Milliarden auf 1'010,6 Milliarden Franken. Ihr Anteil am Gesamtmarkt erreichte mit 52,4 Prozent einen neuen Höchststand. Bis Ende September legte der S&P 500 um 11,77 Prozent zu, der Euro Stoxx 50 um 8,25 Prozent, der Dow Jones um 5,91 Prozent und der SMI um 4,24 Prozent. Der US-Dollar gewann gegenüber dem Franken 5,37 Prozent, der Euro 1,81 Prozent.
Ein deutlicher Trend zeigt sich bei den passiven Produkten: Rund zwei Drittel der Netto-Neugelder, 22,7 Milliarden Franken, flossen in börsengehandelte Indexfonds (ETF). Im Vorjahr waren es 16,7 Milliarden Franken.
| Fondskategorie | Volumen Ende September 2026 (Mio. Franken) | Anteil | Volumen Ende 2025 (Mio. Franken) | Netto-Neugeld 2026 (Mio. Franken) |
|---|---|---|---|---|
| Aktienfonds | 1'010'643 | 52,4 Prozent | 863'862 | +9'657 |
| Obligationenfonds | 450'492 | 23,4 Prozent | 436'440 | +13'889 |
| Geldmarktfonds | 182'507 | 9,5 Prozent | 161'124 | +3'327 |
| Anlagestrategiefonds | 165'971 | 8,6 Prozent | 167'233 | +1'701 |
| Rohstofffonds | 62'494 | 3,2 Prozent | 57'738 | +3'271 |
| Immobilienfonds | 40'528 | 2,1 Prozent | 41'020 | –34 |
| Alternative Anlagen | 7'448 | 0,4 Prozent | 6'843 | +182 |
| Andere | 7'339 | 0,4 Prozent | 6'048 | +740 |
| Total | 1'927'422 | 100 Prozent | 1'740'298 | +32'734 |
Quelle: AMAS, Swiss Fund Data, Morningstar
Auffällig ist das Bild bei den Immobilienfonds: Als einzige Kategorie verzeichneten sie leichte Abflüsse von 34 Millionen Franken, ihr Volumen sank auf 40,5 Milliarden Franken. Auch Anlagestrategiefonds schrumpften trotz Zuflüssen leicht.
Die Konzentration im Schweizer Fondsmarkt bleibt hoch. Die zehn grössten Anbieter vereinen rund 75 Prozent des Volumens auf sich. UBS baut ihren Marktanteil leicht auf 36,9 Prozent aus und liegt weiterhin klar an der Spitze. Es folgen Swisscanto mit 10,6 Prozent, BlackRock mit 10,4 Prozent und Pictet mit 5,9 Prozent.
Swiss Life steigerte den Anteil auf 2,5 Prozent und überholt damit Vontobel (2,2 Prozent) auf Rang fünf. Dahinter folgen JP Morgan (2,1 Prozent), Lombard Odier (1,6 Prozent) und Amundi (1,3 Prozent). Neu unter den zehn grössten Anbietern ist Vanguard mit 1,1 Prozent.
Methodik: Die Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar basiert auf der FINMA-Genehmigungsliste. Sie umfasst alle Fonds schweizerischen Rechts sowie alle ausländischen Fonds, die in der Schweiz zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind, inklusive institutioneller Anteilsklassen. Ausländische Fonds, die ausschliesslich qualifizierten Anlegern vorbehalten sind, sind nicht erfasst.