Schweizer Banken wachsen dank Technologie und Knowhow

An der Jahreskonferenz des Swiss Finance Institute wurde über Wirtschaftswachstum und über die Rolle der Schweizer Banken diskutiert. (Bild: zvg)
An der Jahreskonferenz des Swiss Finance Institute wurde über Wirtschaftswachstum und über die Rolle der Schweizer Banken diskutiert. (Bild: zvg)

Fintech und Knowhow – das sind die neuen Wachstumstreiber der Schweizer Banken. Wie aus der Jahreskonferenz des Swiss Finance Institute hervorging, dürfte die Finanzindustrie also weiterhin eine verlässliche Stütze der Schweizer Wirtschaft bleiben.

15.11.2019, 05:00 Uhr

Redaktion: lek

Wirtschaftliches Wachstum gilt fast überall auf der Welt als eines der Hauptziele staatlicher Wirtschaftspolitik. Mit der jüngsten Finanzkrise wurde allerdings das Vertrauen in eine krisenresiliente Finanzindustrie getrübt. Über die Ursachen der wirtschaftlichen Verwerfungen im Finanzsektor und über die Rahmenbedingungen eines gesunden Wirtschaftswachstums diskutierten hochkarätige Protagonisten aus Industrie und Forschung im Rahmen der Jahreskonferenz des Swiss Finance Institute (SFI) im Zürcher Kunsthaus.

Technologische Entwicklung als Wachstumstreiber der Banken

Wie das SFI in der Medienmitteilung zur Konferenz schreibt, bildete das Referat von Sergio P. Ermotti, CEO bei UBS, den Auftakt der Konferenz. Er thematisierte die zahlreichen Einflussfaktoren, die den Geschäftsgang ­– und damit letztlich das Wachstumspotenzial – der Schweizer Banken beeinflussen. Während sich das aktuelle Negativzinsumfeld sowie regulatorische Hürden belastend auswirken, benannte der CEO die technologische Entwicklung – namentlich die Digitalisierung, Künstliche Intelligenz oder das Cloud Banking sowie das Wissenskapital der Beschäftigten – als Treiber für künftiges Wachstum in der Bankenwelt. Im Anschluss an seine Ausführungen referierte laut SFI der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Professor Bengt Holmström vom Massachusetts Institute of Technology. Er identifizierte in seinen Ausführungen die weltweite Knappheit an "sicheren" Anlagen als Schlüsselfaktor für die anhaltende Negativzinspolitik der Zentralbanken und führte diesen Umstand unter anderem auch auf eine systembedingte Informationsasymmetrie innerhalb der Investorengemeinde zurück.

Bankensektor gilt als wettbewerbsfähig

Jean-Charles Rochet, SFI-Professor von der Universität Genf, betonte in seinem anschliessenden Referat, dass die globale Verschuldung einen historischen Höchststand erreicht habe, was neue Fragen aufwerfe. Um diese Fragen zu beantworten, untersuchten SFI-Forschende beispielsweise die Auswirkungen der Verschuldung von Unternehmen auf deren Innovations- und Wachstumskraft, die Folgen der Bankenregulierung Basel III auf die Widerstandsfähigkeit der Finanzindustrie im Besonderen sowie auf das das BIP-Wachstum generell, wie hoch die maximale Staatsverschuldung sein darf und ob die Dominanz des US-Dollars im Schuldenmarkt anhalten werde. Herbert J. Scheidt, der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, betonte anschliessend die Bedeutung des Bankensektors, welchen er laut SFI als ausgesprochen wettbewerbsfähig bezeichnete. Die Schweizer Banken seien eine wichtige Säule für die Schweizer Wirtschaft.

SFI-Stiftungsratspräsident Romeo Cerutti von der Credit Suisse veranschaulichte schliesslich in seinem Schlusswort nochmals die Bedeutung des SFI als verbindendes Element zwischen der Finanzwirtschaft und der Finanzwissenschaft und bekräftigte den für den Schweizer Finanzplatz verbundenen Mehrwert, der aus der engen Verzahnung von Industrie und Forschung resultiert.

Alle Artikel anzeigen