08.09.2026, 07:43 Uhr
SIX kündigt eine neue Plattform an, die sich nicht mehr nur an institutionelle Handelsabteilungen richtet. Mit «SIX Market Signal» und dem Kernprodukt 1BBO sollen Echtzeit-Kursdaten künftig auch für...
Die Procimmo Group hat das erste Halbjahr 2026 mit einem Konzerngewinn von 13 Millionen Franken abgeschlossen, ein Plus von 18 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode. Dies teilte die Gruppe am Montag Abend mit. Parallel dazu ist per 1. Juli 2026 die im März angekündigte Übernahme durch die Groupe Vaudoise Assurances vollzogen worden.
Das erste Halbjahr verlief für die Procimmo Group ereignisreich: Zunächst gelangen drei Kapitalerhöhungen für Teilvermögen der Procimmo Real Estate SICAV mit einem Gesamtvolumen von rund 165 Millionen Franken: 44 Millionen Franken für das Segment «Residential PK», 30 Millionen Franken für «Residential» und 91 Millionen Franken für «Industrial». Damit übertrafen die in drei Monaten realisierten Kapitalerhöhungen das Vorjahresvolumen von 120 Millionen Franken um fast 40 Prozent. Die verwalteten Vermögen erreichten per 30. Juni 2026 einen Stand von 4.6 Milliarden Franken.
Am 1. Juli 2026 wurde die bereits am 18. März 2026 angekündigte Transaktion zwischen den Mehrheitsaktionären von Procimmo Group und der Groupe Vaudoise Assurances vollzogen. Die Vaudoise, seit 2021 über ihre Tochtergesellschaft Vaudoise Asset Management mit 20 Prozent an Procimmo beteiligt, erwarb zusätzliche Aktien von Minderheitsaktionären und hält nun 97.67 Prozent des Aktienkapitals. Der Verkaufspreis wurde auf 9.50 Franken pro Aktie festgelegt, nach Ausschüttung der ordentlichen Dividende 2025. Die Groupe Vaudoise Assurances strebt eine vollständige Übernahme an und plant eine Fusion mit Abfindung (Squeeze-out) der verbleibenden Minderheitsaktionäre.
In der Folge hat die ausserordentliche Generalversammlung vom 1. Juli 2026 hat den Verwaltungsrat neu besetzt: Christoph Borgmann übernimmt das Präsidium, Reto Kuhn das Vizepräsidium, Nicole Beiner komplettiert das Gremium als Mitglied. Procimmo führt sein Geschäft als externe Immobilien-Asset-Management-Plattform unter der bisherigen operativen Leitung weiter; sämtliche Stellen bleiben erhalten.
Zum selben Stichtag wurden Streetbox und PIO 1 an Dritte veräussert und sind aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden. Die Veräusserung der Streetbox – Halterin der Marken- und Immaterialgüterrechte am Streetbox-Konzept – hat keine Auswirkungen auf die von Procimmo verwalteten Streetbox-Liegenschaften. Der Effekt beider Transaktionen auf die Konzernrechnung des zweiten Halbjahrs 2026 wird als nicht wesentlich eingestuft.
Am Montag gab die Procimmo die Halbjahresergebnisse bekannt: Die Erträge stiegen laut der Mitteilung im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 26 Millionen Franken. Den grössten Beitrag leisteten die Verwaltungserträge mit 21.3 Millionen Franken (Vorjahr: 18.5 Millionen Franken, plus 15 Prozent) – sie machen 82 Prozent der Konzernerträge aus. Die Mieterträge aus den Renditeliegenschaften legten um 10 Prozent auf 4.4 Millionen Franken zu.
Die Betriebsaufwendungen wuchsen mit 9 Prozent auf 7.4 Millionen Franken deutlich langsamer als die Erträge. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ohne Neubewertung der Renditeliegenschaften stieg um 19 Prozent auf 18.6 Millionen Franken, die entsprechende Marge auf 72 Prozent (Vorjahr: 70 Prozent). Unter Einbezug der Neubewertung der Renditeliegenschaften von minus 2.7 Millionen Franken resultierte ein ausgewiesenes EBITDA von 15.8 Millionen Franken, ein Plus von 2 Prozent.
Der Gewinn vor Steuern legte um 13 Prozent auf 15.1 Millionen Franken zu. Die effektive Steuerbelastung blieb mit unter 14 Prozent tief. Das Ergebnis je Aktie stieg von 0.2435 Franken auf 0.2877 Franken.
Die Bilanzsumme sank per 30. Juni 2026 auf 175.9 Millionen Franken (31. Dezember 2025: 194.8 Millionen Franken). Der Rückgang um 18.9 Millionen Franken geht auf die Dividendenausschüttung von 22 Millionen Franken für das Geschäftsjahr 2025 sowie den Abbau verzinslicher Schulden um 5.8 Millionen Franken zurück. Der operative Cashflow von 15.2 Millionen Franken glich einen Grossteil dieser Mittelabflüsse aus und entspricht einer Umwandlungsquote des Gewinns in Liquidität von über 115 Prozent.
Die Renditeliegenschaften wurden per Stichtag mit 143.3 Millionen Franken bewertet (minus 2 Prozent gegenüber Ende 2025). Die verzinslichen Schulden reduzierten sich auf 89.5 Millionen Franken, die Nettoverschuldung liegt bei 70.9 Millionen Franken und damit bei weniger als der Hälfte des Verkehrswerts des Liegenschaftsportfolios. Die Eigenkapitalquote blieb mit 44 Prozent stabil, die annualisierte Eigenkapitalrendite liegt bei rund 30 Prozent.