Pensionskassen-Vergleich: Woher CalPERS und CPP ihre Rekordgewinne holen – und was das für Schweizer Kassen bedeutet

Das Hauptquartier von CalPERS in Sacramento, Kalifornien: Die Jahresperformance einer der grössten PKs der Welt markiert den besten Wert seit 5 Jahren (Bild: CalPERS)
Das Hauptquartier von CalPERS in Sacramento, Kalifornien: Die Jahresperformance einer der grössten PKs der Welt markiert den besten Wert seit 5 Jahren (Bild: CalPERS)

Zwei der grössten Pensionskassen der Welt haben soeben ihre Jahresergebnisse vorgelegt: CalPERS aus Kalifornien und CPP Investments aus Kanada. Die Zahlen zeigen ein deutliches Muster – öffentliche Aktien treiben die Renditen, während Privatmarktanlagen ein gemischtes Bild abgeben. Ein Blick auf die Schweiz, die Niederlande und den breiteren US-Markt ordnet ein, was das für institutionelle Anleger bedeutet.

18.08.2026, 14:23 Uhr

Redaktion: asc

Die California Public Employees' Retirement System (CalPERS), mit rund 637 Milliarden US-Dollar verwaltetem Vermögen die grösste öffentliche Pensionskasse der USA, hat für das am 30. Juni 2026 endende Geschäftsjahr eine vorläufige Nettorendite von 14,8 Prozent gemeldet. Das übertrifft sowohl das Vorjahresergebnis von 11,6 Prozent als auch die angenommene Zielrendite von 6,8 Prozent deutlich und markiert den besten Jahreswert seit fünf Jahren.

Der Renditetreiber ist eindeutig: Börsenkotierte Aktien lieferten 24,1 Prozent, während Obligationen lediglich 5,9 Prozent beisteuerten. Bei den Privatmarktanlagen – die mit einem Quartal Verzögerung ausgewiesen werden – erzielte Private Equity 17 Prozent, Private Debt 11 Prozent und Real Assets 6,3 Prozent. CalPERS führt die starke Private-Equity-Performance auf die 2022 eingeleitete Strategieumstellung zurück: weg von teuren Grossbuyout-Fonds, hin zu Venture Capital, Wachstumskapital und Mid-Market-Buyouts mit tieferen Kostenstrukturen. Der Deckungsgrad der Kasse stieg auf 85 Prozent, nach 79 Prozent im Vorjahr.

Auch die kalifornische Lehrerkasse CalSTRS bestätigt das Bild: Mit 13,9 Prozent Rendite im gleichen Zeitraum – ebenfalls angetrieben von Aktien – liegt sie fast doppelt so hoch wie die Zielrendite von 7 Prozent.

CPP Investments: Solide, aber hinter der eigenen Benchmark

Die kanadische CPP Investments, die den Canada Pension Plan verwaltet, wuchs im per 31. März 2026 endenden Geschäftsjahr auf ein Nettovermögen von 793,3 Milliarden kanadische Dollar – nach 714,4 Milliarden im Vorjahr. Die Nettorendite lag bei 7,8 Prozent, getragen vor allem von öffentlichen Aktien sowie von Real Assets, insbesondere Energie- und Infrastrukturanlagen.

Bemerkenswert: Das Ergebnis blieb hinter der eigenen Benchmark zurück, die 13,2 Prozent erreichte. Der Grund liegt in der bewusst diversifizierten, weniger konzentrierten Portfoliostruktur von CPP Investments, die geringer in die grossen US-Technologiewerte investiert war als der Referenzindex. Über zehn Jahre gerechnet weist der Fonds dennoch eine annualisierte Rendite von 8,8 Prozent aus – ein Wert, der laut Global SWF zu den besten unter den weltgrössten Pensionsfonds zählt.

Beide Fonds bestätigen 2025/26 denselben Befund: Öffentliche Aktien waren der mit Abstand stärkste Renditetreiber, angetrieben von der Rally bei US-Technologie- und KI-Titeln. Private Equity zeigt ein gespaltenes Bild – bei CalPERS mit 17 Prozent stark, bei CPP dagegen als einer der Gründe für das Zurückbleiben hinter der Benchmark genannt. Real Assets und Infrastruktur lieferten bei beiden Fonds solide, aber deutlich moderatere Beiträge. Festverzinsliche Anlagen blieben, wie erwartet, das schwächste Segment.

Vergleich zu Schweiz: deutlich defensiver

Schweizer Pensionskassen fielen 2025 mit einer durchschnittlichen Rendite von 5,4 Prozent nach Gebühren gemäss dem UBS-Pensionskassen-Barometer deutlich hinter CalPERS und CPP zurück. Die annualisierte Rendite seit Lancierung der Erhebung 2006 liegt bei nur 3,3 Prozent. Auch bei den Anlageklassen zeigt sich ein anderes Bild als in den USA und Kanada: Private Equity erzielte 2025 lediglich 1,98 Prozent Rendite, Infrastruktur 2,76 Prozent – Werte, die weit unter den zweistelligen CalPERS-Resultaten liegen.

Direkt gehaltene Immobilien lieferten mit 3,76 Prozent noch den soliden Ertrag, während das Risikoprofil der Schweizer Pensionskassen trotz gestiegener Aktien- und Illiquiditätsquote insgesamt vergleichsweise defensiv bleibt. Die tiefere Aktienquote und die stärkere Gewichtung von Obligationen und Immobilien erklären den Renditeabstand zu den angelsächsischen Giganten – zum Preis geringerer Schwankungsanfälligkeit.

Niederlande: enttäuschende Realrenditen trotz Grösse

Auch die beiden grössten niederländischen Pensionsfonds, ABP (rund 532 Milliarden Euro Vermögen) und PFZW (rund 258,6 Milliarden Euro, mit 7,7 Prozent Rendite 2024), gehören zu den weltweit grössten institutionellen Anlegern. Eine finnische Vergleichsstudie kommt jedoch zu einem kritischen Befund: ABP und PFZW erzielten in den vergangenen fünfzehn Jahren im Schnitt deutlich tiefere, inflationsbereinigte Renditen als andere grosse Pensionsfonds in Europa und Nordamerika, was Beobachter unter anderem auf die relativ tiefe Aktienquote der beiden Fonds zurückführen. Der Vergleich mit Kanada fällt dabei besonders deutlich aus: Während ABP und PFZW zwischen 2015 und 2023 rund 3 bis 4 Prozent pro Jahr verdienten, kamen kanadische öffentliche Fonds im gleichen Zeitraum auf rund 8 Prozent jährlich.

Dennoch: CalPERS und CalSTRS stehen nicht allein da. Laut Berater Callan lag die mediane Rendite von US-Pensionskassen mit Stichtag Ende Juni bei rund 10 Prozent, und S&P Global Ratings rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit Deckungsgraden von rund 81 Prozent, getragen von Markterträgen im Bereich von 11 bis 12 Prozent. Die gesamte Branche profitiert damit von der breiten US-Aktienhausse. Wer stärker in öffentliche Aktien und opportunistisch in Private Equity investiert war, wie CalPERS und die breite US-Pensionslandschaft, erzielte deutlich höhere Erträge als defensiver positionierte Fonds in der Schweiz und den Niederlanden.

Für Schweizer Vorsorgeeinrichtungen bedeutet dies eine strukturelle Grundsatzfrage: Der Preis für tiefere Volatilität und stärkere Diversifikation über Obligationen und Immobilien ist ein spürbarer, mehrjähriger Renditeabstand zu den grossen angelsächsischen Pensionsfonds – ein Abstand, der sich angesichts der laufenden Diskussion um BVG-Reform und Umwandlungssatz auch politisch bemerkbar machen dürfte.

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