Öl-Förderkürzung soll die Märkte stabilisieren

Die Opec+ hat sich wegen der Corona-Krise zu einer Drosselung der Ölproduktion durchgerungen. (Bild: Shutterstock.com/iurii)
Die Opec+ hat sich wegen der Corona-Krise zu einer Drosselung der Ölproduktion durchgerungen. (Bild: Shutterstock.com/iurii)

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat sich mit den Partnern wegen der Corona-Krise auf eine historische Öl-Förderkürzung geeinigt. Zuvor hatten Saudiarabien und Russland unter Druck der USA eine Senkung ihrer Fördermengen beschlossen.

14.04.2020, 10:48 Uhr

Redaktion: rem

Der Weg für eine historisch einmalige Drosselung der Ölproduktion durch das Ölkartell Opec und seine Partner ist frei. Am Sonntagabend einigten sich die beteiligten Ölförderländer auf eine tägliche Kürzung um 9,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) für die Monate Mai und Juni. Danach soll die Kürzung bis Ende April 2022 um 5,8 Millionen Fass gesenkt werden.

Zuvor hatte sich der amerikanische Präsident Donald Trump mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin und dem saudischen Königshaus auf eine Drosselung der weltweiten Erdölförderung geeinigt. Trump schrieb auf Twitter, er habe sowohl mit Putin als auch mit König Salman telefoniert. Er danke und gratuliere den beiden. Es handele sich um einen grossartigen Deal für alle. Die Einigung werde auch Hunderttausende Jobs in der Energiebranche der USA sichern.

Die Übereinkunft beendet den Preiskampf zwischen Saudiarabien und Russland, die sich in der 23 Länder umfassenden Allianz Opec+ Ende März nicht auf ein einheitliches Vorgehen zur Reduktion der Ölfördermengen hatten einigen können.

Die Produktionskürzung entspricht rund 10% der täglichen Ölförderung weltweit. Mit der Kürzung will die Opec+ den in der Corona-Krise rasant gefallenen Ölpreis sowie die globalen Märkte stabilisieren und die Nachhaltigkeit der Weltwirtschaft insgesamt gewährleisten. Die Gespräche darüber sollten fortgesetzt werden, hiess es.

Am Dienstagmorgen haben die Ölpreise leicht zugelegt, nachdem sie nach der Einigung auf eine Kürzung der Fördermenge zwischenzeitlich stark schwankten. Die Nachfrageschwäche hält aufgrund der Corona-Pandemie weiter an. Die Preise bewegten sich daher am Morgen wieder ungefähr auf dem Niveau vom Wochenstart. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete am Morgen mit 31,93 US-Dollar 19 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI für Mai stieg um 17 Cent auf 22,58 Dollar.

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