Lyxor Hedge Fund Index verlor im September 1,4%

Drei von elf Lyxor-Indizes beendeten den Monat im Plus. Der Lyxor CTA Long Term Index (+4,0%), der Lyxor CTA Long Term Index (+2,3%) und der Lyxor L/S Equity Market Neutral Index (+0,4%) schnitten am besten ab.

16.10.2015, 13:45 Uhr

Redaktion: jog

Im Gegensatz zum Ausverkauf, der bis zum letzten Herbst andauerte, erweist sich der aktuelle Erholungsprozess als mühsamer. Aufgrund anhaltend schwacher gesamtwirtschaftlicher Daten, diverser mikroökonomischer Turbulenzen (VW, GLEN, US-Gesundheitssektor) und Anzeichen dafür, dass sich die US-Notenbank möglicherweise stärker wegen dem weltweiten Wachstum sorgt, testeten die Märkte erneut die Tiefstände von Ende August. Long-Biased-L/S-Aktienfonds und Event-Driven-Fonds litten darunter abermals am stärksten. Dagegen behaupteten sich CTAs, Global-Macro- und L/S-Aktienfonds mit geringerem oder variablem Bias in diesen schwierigen Zeiten besser.

Long-Biased-L/S-Aktienfonds standen weiter unter Druck. Sie entwickelten sich nach wie vor unterdurchschnittlich und die breiten Märkte gaben wieder bis auf die Tiefstände von Ende August nach. Ihr Rückgang wurde am Monatsende durch massive Probleme im Gesundheitssektor verstärkt. Die grösste Allokation hielten sie in nichtzyklischen Konsumsektoren (zu denen auch Gesundheitswerte zählen). Eine Twitter-Nachricht von Hillary Clinton zur Anhebung der Arzneimittelpreise eines Herstellers von Spezialmedikamenten löste eine unerwartete Neubewertung der Umsätze und der Fusions- und Übernahmeaussichten des gesamten Sektors aus. Tatsächlich spiegeln diese Preisanomalien bei Medikamenten eine umfassende Veränderung des Gesundheitssektors seit 2014 wider. Seitdem haben Pharmaunternehmen durch eine Flut von Übernahmen von Biotechfirmen und Generikaherstellern eine sehr viel grössere Preissetzungsmacht erlangt. Die aktuelle Korrektur könnte die Fusions- und Übernahmeprämien und die fundamentalen Prognosen wieder auf ein nachhaltigeres Rentabilitätsniveau zurückbringen.

Weniger Minus bei Variable-Bias-Fonds
Variable-Bias-Fonds haben sich in einem schwierigen Umfeld, besonders in Europa, indes besser behauptet. Sie schlossen am Monatsende nur leicht im Minus. Entsprechend haben sie ihr Nettoengagement noch nicht neugewichtet. Stattdessen handelten sie aktiv mit ihren Positionen.

Marktneutrale Fonds hielten den Sektorumschichtungen infolge des Fed-Entscheids zur Monatsmitte mit Erfolg stand. Ausserdem profitierten sie von der stärkeren Differenzierung bei den quantitativen Faktoren, wobei Momentum besser abschnitt als Value. Kurzfristig bleibt das Umfeld für die Strategie risikoreicher. Es ist weniger wahrscheinlich, dass sie von einer potenziellen Erholung profitiert; zudem ist sie einem grösseren Rotationsrisiko, vor allem im Gesundheitssektor, ausgesetzt.

Event-Driven-Fonds waren erneut mit Abstand die grössten Verlierer. Die Schnäppchenjagd bei den Wertpapieren, die am stärksten unter Druck geraten waren, bescherte Event Driven einen guten Monatsbeginn. Doch die Erholung der Bewertungen war nicht von Dauer, nicht zuletzt aufgrund der Unsicherheit nach der Sitzung des US-Offenmarktausschusses. Die Verluste wuchsen in den letzten beiden Wochen weiter an. Wie die L/S-Aktienfonds wurden auch die Event-Driven-Fonds vom Rückgang im Gesundheitssektor erschüttert. Aufgrund der hohen Allokation in Merger Arbitrage und Special Situations hatte der Sektor massive negative Auswirkungen auf den gesamten Event-Driven-Bereich. Unter anderem Valleant, Baxter, Allegan und Perrigo belasteten die Rendite am stärksten.

Die Renditen von L/S-Credit-Arbitrage-Fonds lagen im Bereich von jenen des weltweiten Index. Es wurde weiterhin ein erhöhtes Risiko wahrgenommen, auch unter Berücksichtigung der Ausweitung der High-Yield-Spreads, vor allem in den USA. Lyxor L/S-Credit-Fonds verhielten sich weiter recht konservativ. Vor der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank war bei Cross-Credit-Fixed-Income-Arbitrage-Strategien Volatilität zu verzeichnen: Diese Teilstrategie entwickelte sich leicht unterdurchschnittlich.

CTAs von Marktturbulenzen weitgehend verschont
CTAs waren die Stars des Monats. Nachdem sie anfangs unter den Short-Positionen im Energiesektor gelitten hatten, steigerten CTAs später die Gewinne aus ihren Long-Positionen in Anleihen. Aufgrund des begrenzten oder negativen Engagements in Aktien blieben sie von den Marktturbulenzen weitgehend verschont. Sie verzeichneten geringe Verluste bei Währungspositionen und aus dem Engagement im Landwirtschaftssektor.

Der Ausverkauf seit Ende August ging sowohl auf fundamentale als auch auf technische Faktoren zurück. Die Beteiligung von CTAs an diesem Drama wurde kürzlich diskutiert. Bei Lyxor wird beobachtet, dass langfristige Modelle ihre Allokation in Aktien vor dem Ausverkauf auf ein konservatives Nettoengagement von 25% reduzierten. Während des Ausverkaufs verringerten sie ihr Aktienengagement weiter auf 5-10%: kein entscheidender Faktor für den Verkaufsdruck. Während des Ausverkaufs reduzierten die meisten kurzfristigen Modelle ihr Nettoengagement von rund Null weiter auf bis zu -25%. Das Vorgehen der kurzfristigen Modelle war aggressiver. Doch sie verwalten nur einen winzigen Teil des insgesamt verwalteten Vermögens von CTAs (weniger als 15% des Gesamtvermögens von CTAs von rund 300 Mrd. USD). Daher sieht Lyxor kaum Beweise dafür, dass CTAs die Hauptschuldigen für den Ausverkauf an den Aktienmärkten waren.

Durch die Konzentration auf Währungen und Zinsen blieben Global-Macro-Fonds von der Aktienvolatilität im September weitgehend verschont. Aufgrund ihres begrenzten Engagements in Rohstoffen und der abnehmenden Allokation in Aktien (von 15% auf unter 10% des Nettoengagements) blieben Global-Macro-Fonds von der Volatilität im September weitgehend verschont. Der Grossteil ihres direktionalen Engagements bestand im Währungsbereich. Die Long-Positionen im USD gegenüber dem EUR, GBP und CAD erzielten geringfügig positive Renditen. Das Markttiming im Zinsbereich schlug positiv zu Buche. Die Fonds schichteten ihre Anleihenengagements wieder zügig in die USA um, als sich abzeichnete, dass die US-Notenbank ihren Normalisierungsprozess aufschieben würde.

„Die quantitative Lockerung sowie die strengere Regulierung wird zunehmend infrage gestellt. Erstere unterstützt die Erhöhung der Verschuldung, letztere bindet die Liquidität in den Banken. Beide erhöhen die Marktrisiken. Da wir nur sehr wenige offenkundige Impulsgeber für mehr Wachstum erkennen, erwarten wir moderate Anlagerenditen und grössere Risiken.“sagt Jean-Baptiste Berthon, Senior Cross Asset Strategist bei Lyxor AM.

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