J O Hambro bringt Schwellenländer-Strategie als UCITS-Fonds

Emery Brewer ist leitender Senior-Fondsmanager bei J O Hambro Capital Management (Bild: JOHCM)
Emery Brewer ist leitender Senior-Fondsmanager bei J O Hambro Capital Management (Bild: JOHCM)

J O Hambro Capital Management hat den JOHCM Emerging Markets Fund lanciert. Damit wird eine Strategie, die bisher institutionellen Kunden vorbehalten war, einem breiteren Anlegerkreis im deutschsprachigen Raum zugänglich. Das Team um Emery Brewer setzt gezielt auf Titel abseits der grossen Indexschwergewichte.

29.10.2026, 16:04 Uhr
Asset Management

Redaktion: asc

Der Londoner Asset Manager J O Hambro Capital Management (JOHCM) hat einen neuen Schwellenländer-Aktienfonds aufgelegt. Der JOHCM Emerging Markets Fund ist in Irland domiziliert und als UCITS-Fonds strukturiert. Verwaltet wird er von einem dreiköpfigen Team unter der Leitung von Emery Brewer. Die Strategie läuft seit 2010 für institutionelle Mandate, das Team verwaltet darin derzeit rund 1,2 Milliarden US-Dollar in Schwellenländeraktien. Mit dem UCITS-Vehikel öffnet JOHCM den Ansatz nun einem deutlich breiteren Anlegerkreis im DACH-Raum.

Ein eingespieltes Team

Brewer bringt mehr als 30 Jahre Branchenerfahrung mit und führt den Ansatz seit über 25 Jahren. Bevor er 2010 zu JOHCM kam, um dort das Schwellenländergeschäft aufzubauen, war er bei Driehaus Capital Management in Chicago tätig. Zum Team gehören die Fondsmanager Ladislav Sabo und Dalibor Kováč, die Brewer seit 2010 unterstützen. Sie bringen lokale Marktkenntnisse ein und tragen sowohl zur Titelauswahl als auch zur makroökonomischen Einschätzung bei.

Wachstum in zwei Varianten

Der Fonds verfolgt einen konzentrierten Ansatz über alle Börsenkapitalisierungen hinweg. Er blickt bewusst über die grössten Unternehmen und die am stärksten gewichteten Länder im Index hinaus. Die Philosophie verbindet zwei Arten von Wachstum: strukturelles Wachstum von Unternehmen mit nachhaltigem langfristigem Potenzial und Erholungswachstum von Firmen, deren Gewinne sich verbessern, ohne dass dies bereits in den Bewertungen sichtbar ist.

Im Zentrum stehen Unternehmen an Wendepunkten. Drei unabhängige Signale sollen helfen, diese früh zu erkennen: Nachrichtenfluss, Gewinnentwicklung und Kursdynamik. Ergänzend prüft das Team mit einem eigenen Screening laufend Bilanz- und Governance-Risiken, und zwar während der gesamten Haltedauer einer Position.

«Der Index ist ein zu grober Massstab»

«Nach mehr als einem Jahrzehnt, das von US-Aktien überschattet war, ziehen die Schwellenmärkte die Anleger wieder an», sagt Brewer. «Doch der Index ist ein zu grober Massstab, um diese Chancen zu erfassen: Die Beteiligung hat sich auf eine Handvoll grosser Unternehmen und Märkte verengt, und die besten Chancen liegen zunehmend ausserhalb des Index, in Unternehmen, welche die meisten Anleger nie in Betracht ziehen.»

Die Konzentration im MSCI Emerging Markets Index ist tatsächlich hoch. Wenige grosse Technologiekonzerne, vor allem aus Taiwan, China und Südkorea, prägen die Wertentwicklung des Gesamtmarkts stark. Wer passiv investiert, setzt damit in erheblichem Mass auf diese Schwergewichte.

«Die Schwellenmärkte entwickeln sich rasant, daher kommt es darauf an, die Wende frühzeitig zu erkennen, entsprechend zu handeln, ohne sich von der Marktstimmung beeinflussen zu lassen, und zu verkaufen, wenn sich die Aussichten trüben», so Brewer weiter. «Die UCITS-Struktur macht diesen Prozess für weitaus mehr Anleger zugänglich.»

Eckpunkte des Fonds

Der Fonds investiert mindestens 80 Prozent des Nettovermögens in Aktien und aktienbezogene Instrumente aus Schwellenländern. Ziel ist es, den MSCI Emerging Markets Index (Nettodividenden reinvestiert) über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren zu übertreffen. Nach der EU-Offenlegungsverordnung SFDR ist der Fonds als Artikel-8-Produkt eingestuft.

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