Investrends.ch-Umfrage: IT bietet grösste Anlagechancen

Die Digitalisierung schreitet rasant voran und damit auch der Bedarf an Informationstechnologie. Bild: Shutterstock.com/agsandrew)
Die Digitalisierung schreitet rasant voran und damit auch der Bedarf an Informationstechnologie. Bild: Shutterstock.com/agsandrew)

Mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer sehen in der Informationstechnologie in den nächsten zwei bis drei Jahren die grössten Anlagechancen. Weit abgeschlagen sind Immobilien.

28.07.2021, 18:08 Uhr

Redaktion: rem

Investrends.ch stellte die Frage: "Wo sehen Sie mit Blick auf die nächsten zwei bis drei Jahre die grössten Anlagechancen: In der Informationstechnologie, der Infrastruktur, bei Rohstoffen, Immobilien oder Kryptowährungen?"

Grundsätzlich empfehlen Investmentmanager bzw. Anlageberater eine breite Diversifizierung des Portfolios über alle Anlageklassen und Sektoren hinweg. In der Regel gibt es jedoch je nach Zyklus einerseits Opportunitäten, die sich lohnen zu übergewichten und anderseits stark risikobehaftete Sektoren, die man am besten nicht berücksichtigt.

Jene Anleger, die möglichst schnell möglichst grosse Gewinne erzielen wollen, nehmen auch Klumpenrisiken auf sich, indem sie spekulativ vor allem auf das setzen, was gerade gut läuft. Die grosse Herausforderung dabei: Zum richtigen Zeitpunkt einsteigen und zum richtigen wieder aussteigen. Hierfür sind Anleger, die in grossem Stil in Bitcoin investiert sind, ein Paradebeispiel. Kurssprünge von 100% und mehr innerhalb von wenigen Wochen sind bei der Kryptowährung bisher keine Seltenheit (investrends.ch berichtete hier und hier). Gegenüber einer Anlage mit einer Volatilität in diesen Dimensionen hegen viele Anlegerinnen und Anleger auch Misstrauen. In der investrends.ch-Umfrage sehen nur 9,3% der Teilnehmerinnen und -teilnehmer mittelfristig die besten Anlagechancen in Kryptowährungen.

Megatrend "Nachhaltigkeit"

Aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Krise und angesichts des Megatrends "Nachhaltigkeit" (ESG- und Impact-Anlagen), der gerade auch im Finanzsektor zunehmend von politischen Regulatorien bestimmt wird, wägt auch mancher Investor ab, ob er nun die Value- den Growth-Titeln vorziehen soll (investrends.ch berichtete).

In der Tat wird Umwelt, Soziales und Unternehmensführung künftig eine grosse Rolle im Investmentbereich spielen. Ob jedoch in Sachen Nachhaltigkeit über Substanz versus Momentum die Spreu vom Weizen getrennt werden kann, ist eine andere Frage – insbesondere auch im Hinblick auf die Rendite. Nur weil zum Beispiel ein Start-up im schnelllebigen und mitunter disruptiven Informationstechnologie-Sektor sehr schnell in seiner Bewertung wachsen kann, ohne dass es die entsprechende Substanz aufweist, heisst das nicht, dass das Produkt keinen Beitrag zu einem nachhaltigen Wachstum leisten kann. Im Gegenteil, oft sind diese Produkte immateriell (Software), verschlingen also kaum Produktionsenergie – und einige leisten beispielsweise gute Dienste für effizientere Mobilität und damit für weniger CO2-Emissionen.

Unaufhaltsame Digitalisierung

Klar ist, dass die Digitalisierung der Lebens- und Unternehmensbereiche rasant voranschreitet und ebenso die Anforderungen an nachhaltiges Wirtschaften zunehmen. Trotz der Schnelllebigkeit des Sektors dürften dabei Tech-Unternehmen nach sehr starken 2010er-Jahren auch in diesem Jahrzehnt gute Anlagechancen bieten. Auf die nächsten zwei bis drei Jahre gesehen favorisieren jedenfalls 36% der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer die Informationstechnologie (IT). Rohstoffe folgen mit 26,7% auf dem zweiten Platz, gefolgt von Infrastruktur mit 25,3% und Kryptowährungen mit 9.3% der Stimmen. Immobilien liegen mit 2,7% weit abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Anzumerken ist hier natürlich noch, dass auch die Anlageklassen Rohstoffe und Immobilien künftig stark vom Nachhaltigkeitsdiskurs geprägt sein werden. Ebenso werden Infrastrukturen immer mehr Umwelt-Auflagen erhalten.

In der nächsten Umfrage freuen wir uns über Ihre Meinung zu den Notenbanken Fed und EZB und ihrem Umgang mit Inflation.Hier geht es zur Umfrage.

Alle Artikel anzeigen