03.04.2025, 15:13 Uhr
Trumps Zollpolitik setzt auch den Börsen zu. Die weitere Entwicklung ist ungewiss. Einig sind sich Anlagespezialisten darin, dass die scharfen Importzölle nicht zuletzt das eigene Land treffen. Weitere...
«Die KI beschleunigt die wissenschaftliche Forschung, die Entwicklung der Infrastruktur, die Kommunikation und das Finanzwesen und trägt zum Kampf gegen den Klimawandel bei», schreibt Johan Van der Biest, Head of Thematic Global Equity bei Candriam.
Generative Künstliche Intelligenz («Gen-KI») wird laut dem Experten sowohl für Regierungen als auch für Unternehmen immer wichtiger. Aus Regierungsperspektive zeigt sich dies am intensiver werdenden KI-Wettlauf in den USA, die weiterhin grosse Initiativen wie das 500-Milliarden-Dollar-Programm Stargate AI vorantreiben, sowie in China, das durch die Open-Source- und kostengünstigen KI-Fortschritte von DeepSeek Selbstversorgung erreichen und eine führende Rolle in diesem Bereich einnehmen will.
Aus Unternehmerperspektive sei es vielleicht noch zu früh, um mit Sicherheit zu wissen, welche Branchen in der Lage sein werden, KI zu nutzen, um ihre Margen zu verbessern und einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. «Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass KI die wissenschaftliche Forschung, die Entwicklung der Infrastruktur, die Kommunikation und das Finanzwesen beschleunigt, und auch ihr Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel sollte nicht übersehen werden.»
Für Candriam ist KI ein langfristiges und vielschichtiges Investmentthema, «das spannende Anlagemöglichkeiten sowohl bei KI-Infrastruktur-Anbietern als auch bei Unternehmen, die KI nutzen, bietet.» Anbieter von KI-Infrastrukturen wie spezialisierte Chiphersteller, Rechenzentren und Hyperscaler haben bereits von der Einführung von Gen-AI profitiert.
Der Beweis dafür sind die enormen Investitionen von Hyperscalern wie Meta Platforms, Alphabet, Amazon und Microsoft, wobei allein Meta Platforms bis 2025 Investitionen in Höhe von 60 bis 65 Milliarden Dollar für KI vorsieht. Selbst im Falle einer moderaten Reduzierung dieser Investitionen dürfte dies durch die steigende Gesamtnachfrage nach KI ausgeglichen werden.
Dies folgt dem Jevons-Paradoxon, das besagt, dass Effizienzsteigerungen in der Ressourcennutzung häufig zu einem höheren Gesamtverbrauch führen – angetrieben durch sinkende Kosten und steigende Nachfrage. In einer zweiten Phase ist Candriam überzeugt, dass frühe KI-Anwender, wie SAP, Salesforce und ServiceNow, ihr Effizienzpotenzial zunehmend ausschöpfen werden.
Im Bereich der Anwendung sei deutlich erkennbar, dass die wissenschaftliche Forschung eines der Felder ist, in denen KI bereits einen spürbaren Einfluss hat. Betrachte man die onkologische Forschung und insbesondere die Theranostik, das heisst die Anwendung der Nuklearmedizin in der Krebsdiagnostik und -behandlung, so spielt die künstliche Intelligenz eine entscheidende Rolle in der klinischen Entwicklung.
Sie optimiert Prozesse von der Bildanalyse bis zur Therapieanwendung und berücksichtigt dabei patientenspezifische Faktoren. Künstliche Intelligenz ermöglicht nicht nur präzisere Diagnosen und effektivere Behandlungen, sondern kann auch die medizinische Forschung und Arzneimittelentwicklung erheblich beschleunigen.
Dies sei nur ein Beispiel von vielen, in denen KI bereits ganze Branchen transformiert und ihre Rolle als treibende Kraft der globalen Wirtschaft mit positiven gesellschaftlichen Auswirkungen untermauert. «Der Schlüssel liegt darin, das volle Potenzial der Technologie auszuschöpfen und gleichzeitig ethische sowie sicherheitsrelevante Aspekte proaktiv anzugehen Investoren können eine wichtige Rolle bei der Gestaltung einer verantwortungsvollen KI-Zukunft spielen, indem sie gezielt in Unternehmen und Sektoren investieren, die eine sichere und nachhaltige KI-Implementierung vorantreiben», schreibt Van der Biest.