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Edmond de Rothschild sieht Chancen in der Marktrotation

Die Sektorrotation an den US-Börsen bietet Chancen, meint Edmond de Rothschild (Bild: Adobe Stock)
Die Sektorrotation an den US-Börsen bietet Chancen, meint Edmond de Rothschild (Bild: Adobe Stock)

Die Marktführerschaft an den US-Börsen verschiebt sich grundlegend: Seit Jahresbeginn bleiben die «Magnificent Seven» hinter dem S&P 500 zurück, der seinerseits deutlich vom Small-Cap-Index Russell 2000 abgehängt wird. Für Benjamin Melman, Global CIO Asset Management bei Edmond de Rothschild, markiert dies eine bedeutende Wende – und eröffnet attraktive Anlagechancen jenseits der bisherigen Technologie-Dominanz.

13.02.2026, 10:53 Uhr
Aktien | Anlagestrategie

Redaktion: asc

Der KI-Marktzyklus sei reifer und weniger eindeutig geworden, schreibt Benjamin Melman, Global CIO Asset Management bei Edmond de Rothschild, in seinem Februar-Ausblick. Die Ankündigungen massiver und über den Erwartungen liegender Investitionspläne durch Alphabet und Amazon seien von Investoren negativ aufgenommen worden und hätten keine Zugwirkung entfaltet.

Die freien Cashflows vieler Hyperscaler dürften in diesem Jahr negativ ausfallen – ein Novum für diese traditionell kapitalleichten Geschäftsmodelle, die nun Fremdkapital aufnehmen oder Aktien ausgeben müssten, um ihre Investitionen zu finanzieren. Investoren stellten zunehmend die Rentabilität dieser immer grösseren Ausgaben infrage.

Software-Ausverkauf als Überreaktion

Besonders scharf fiel die Korrektur im Softwaresektor aus: Die Branche verlor in nur wenigen Wochen nahezu 20 Prozent – getrieben von der Befürchtung, Kunden könnten mithilfe von KI künftig ihre eigene Software entwickeln. Melman hält diese Marktreaktion für überzogen.

Die These unterschätze die hohe Diversität innerhalb des Segments, insbesondere den Unterschied zwischen horizontalen und vertikalen Integrationssystemen, die von KI in sehr unterschiedlichem Masse betroffen seien. Zudem werde das sogenannte Jevons-Paradoxon ignoriert: Wenn KI die Softwareentwicklung effizienter und günstiger mache, dürfte die Nachfrage in der Folge eher steigen als sinken.

Benjamin Melman, Global CIO Asset Management bei Edmond de Rothschild
Benjamin Melman, Global CIO Asset Management bei Edmond de Rothschild

Die Nominierung von Kevin Warsh als nächstem Fed-Vorsitzenden habe zwar die Gold- und Metallmärkte kurzzeitig belastet, sei aber per Saldo eher positiv für Anleihen, Aktien und letztlich auch für Gold zu werten. Warsh befürworte zwar eine deutlich kleinere Fed-Bilanz, doch ein weiterer Abbau setze einen neuen regulatorischen Rahmen für Geschäftsbanken voraus – ein langfristiges Projekt. Seine Überzeugung, dass KI-bedingte Produktivitätsgewinne die Inflation dämpfen und eine lockerere Geldpolitik ermöglichen werden, bleibe hingegen intakt.

Vor diesem Hintergrund hat Edmond de Rothschild das Engagement in Schwellenländeraktien erhöht. Nach Jahren der Underperformance dürften diese Märkte profitieren, wenn Investoren ihre Portfolios weg von den USA umschichten, neue KI-bezogene Titel in China suchen und von erwarteten US-Zinssenkungen sowie steigenden Metallpreisen in Lateinamerika profitieren. Auch japanische Aktien bleiben übergewichtet: Der Erdrutschsieg der LDP bei den Parlamentswahlen habe Premierministerin Sanae Takaichi volle Handlungsfähigkeit für ihre reflationäre Agenda verliehen.

Im Anleihebereich favorisiert Edmond de Rothschild Finanzanleihen, Unternehmens-Hybridanleihen und Schwellenländer-Bonds. Die Spreads seien zwar eng, doch Unternehmensanleihen erschienen weniger anfällig für das Risiko ausufernder Staatsdefizite. Der Fokus liege auf kurzen und mittleren Laufzeiten, die stärker auf die Geldpolitik und weniger auf die Fiskalpolitik reagierten.

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