26.02.2026, 09:13 Uhr
Meta will laut verschiedenen Medienberichten im zweiten Halbjahr 2026 Dollar-Stablecoins in Facebook, Instagram und WhatsApp integrieren. Statt eines eigenen Tokens setzt Meta auf regulierte Partner – und könnte...
Die Zinsmärkte sind nach Jahren der Volatilität berechenbarer geworden – zumindest in Europa. Doch während sich am kurzen Ende Gelegenheiten auftun, lauern am langen Ende neue Risiken, schreibt Rothschild & Co Asset Management in einer Analyse. Gleichwohl sehen sie Chancen für Anleger.
Die gute Nachricht zuerst: Im Euroraum hat sich das Umfeld für Anleiheinvestoren spürbar aufgehellt. Die Inflation geht schrittweise zurück, der Lohndruck lässt nach – beides gibt der Geldpolitik einen klaren, nachvollziehbaren Rahmen. Doch wer glaubt, damit sei Entwarnung gegeben, irrt, schreiben die Experten von Rothschild & Co Asset Management.
Denn am langen Ende der Zinskurve braut sich Ungemach zusammen. Die globale Versteilung der vergangenen Monate, getrieben durch steigende Langfristzinsen, spiegelt wachsende Refinanzierungsrisiken staatlicher Emittenten wider – verstärkt durch den fortschreitenden Bilanzabbau der Notenbanken.
In Europa kommt ein weiterer, oft übersehener Faktor hinzu: Die niederländische Pensionsfondsreform dürfte massive Umschichtungen von langen in kurze Laufzeiten auslösen und so strukturellen Druck auf Anleihen mit Laufzeiten jenseits von 20 bis 30 Jahren erzeugen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks ist die Lage noch unübersichtlicher. Die US-Notenbank hat zuletzt wieder Staatsanleihen gekauft – kurz nachdem sie das Ende der quantitativen Straffung angekündigt hatte. Das nährt Erwartungen an eine lockerere Gangart. Doch mit Kevin Warsh als designiertem Fed-Vorsitzendem, der öffentlich für eine schlankere Notenbankbilanz plädiert, könnten diese Erwartungen schnell wieder kippen. Die Märkte stellen bereits in Frage, ob die zwei derzeit eingepreisten Zinssenkungen tatsächlich kommen werden.
Bei Unternehmensanleihen zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Renditen sind sowohl im Investment-Grade- als auch im Hochzinssegment weiterhin attraktiv – doch die Spreads haben sich 2025 bereits erheblich eingeengt. Weiteres Kompressionspotentzial? Begrenzt. Die Erträge dürften künftig stärker vom laufenden Kupon als von weiterer Spreadverengung abhängen.
Was beruhigt: Die Unternehmensbilanzen sind solide, die Ausfallraten niedrig, und viele Emittenten haben ihre Refinanzierung frühzeitig gesichert. Dennoch mahnt das Bewertungsniveau zur Disziplin – besonders im Hochzinssegment, wo Anleihen aus den Emissionsjahrgängen 2021 und 2022 allmählich zur Refinanzierung anstehen.
Einen Lichtblick sehen die Experten von Rothschild & Co Asset Management bei nachrangigen Anleihen europäischer Finanzinstitute. Diese profitieren von deutlich gestärkten Kapitalpuffern und soliden Fundamentaldaten – und bieten nach wie vor attraktive Einstiegsniveaus.
Ihre Hausstrategie, den Fonds R-co Conviction Credit Euro, positionieren Emmanuel Petit und Philippe Lomné derzeit bewusst defensiv: Die Duration liegt nahe am Referenzindex, das lange Laufzeitende wird gemieden. Der Schwerpunkt liegt auf hochqualitativen Senior-Anleihen im mittleren Laufzeitsegment. Zur Absicherung gegen eine mögliche Spreadausweitung setzt das Team zudem auf iTraxx-Main-CDS-Absicherungen.