13.01.2026, 09:22 Uhr
Swiss Life Asset Managers plant zum 1. April die Lancierung eines kotierten Immobilienfonds mit Fokus auf Geschäftsliegenschaften in Schweizer Toplagen. Der Fonds befindet sich derzeit im FINMA-Genehmigungsverfahren.
Die steileren Zinskurven eröffnen neue Perspektiven für Anleiheninvestoren. Doch niedrige Risikoprämien und drohende Inflationsrisiken mahnen zur Vorsicht, schreibt Emmanuel Petit von Rothschild & Co Asset Management.
Das «herausragende Merkmal» des Jahres 2025 war laut Emmanuel Petit, General Partner und Head of Fixed Income bei Rothschild & Co Asset Management, die anhaltende Versteilung der Zinskurven. Während 2024 vor allem das kurze Ende der Kurve betroffen war – getrieben durch die geldpolitische Lockerung der Notenbanken –, versteilte sich 2025 nun das lange Ende «signifikant», ein Phänomen, das weltweit zu beobachten war.
Diese Entwicklung spiegelt laut der Analyse die Einführung einer Risikoprämie wider, die «die Märkte den Regierungen im Kontext steigender Verschuldung und erhöhten Refinanzierungsbedarfs auferlegen» – während gleichzeitig die Zentralbanken ihre Unterstützung durch den Abbau ihrer Bilanzen reduziert haben. Bemerkenswert: Die stärkere Korrelation zwischen verschiedenen Zinskurven zeigte sich darin, dass «japanische Volatilität kürzlich Europa beeinflusste» – ein Zeichen der wachsenden Vernetzung der Märkte.
Der Kreditmarkt bewies trotz Turbulenzen während des «Liberation Day» Widerstandsfähigkeit. Letztlich sei das Risiko belohnt worden, bilanziert Petit. Die Risikoprämien befänden sich nun auf historisch niedrigen Niveaus, insbesondere in den USA.
Für 2026 identifiziert die Analyse einen bemerkenswerten Kurswechsel der US-Notenbank. Nach einem Jahr des Quantitative Tightenings könnte die Fed das Quantitative Easing wieder aufnehmen, wie die Ankündigung von Käufen in Höhe von 40 Milliarden Dollar an T-Bills pro Woche auf der letzten FOMC-Sitzung im Dezember signalisierte.
Diese Entscheidung, kombiniert mit einer Risikoanalyse, die sich nun stärker auf den Arbeitsmarkt als auf die Inflation konzentriert, stelle eine bedeutende Unterstützung für Staatsanleihen dar, so die Analyse. Angesichts der wieder deutlich positiven Zinsstrukturkurven stelle sich die Frage nach einem erneuerten Interesse an dieser Anlageklasse.
In Europa erwarten die meisten Strategen laut Rothschild & Co monetäre Stabilität und einen Wachstumsschub, angetrieben durch Deutschlands massives Investitionsprogramm. Der Rest des Kontinents müsse sich hingegen mit engen Budgetrestriktionen, begrenztem Wachstum und einer Inflation nahe dem Zielniveau arrangieren.
Bei Unternehmensanleihen bleibt der Ausblick durchwachsen. Die Schwächen des Jahres 2025, insbesondere bei Private Debt, seien zwar isoliert geblieben. Die Ausfälle von First Brands und Tricolor waren begrenzt, enthüllten jedoch teilweises riskantes Risikomanagement bei bestimmten systemrelevanten Institutionen" sowie anhaltende Intransparenz in dieser Anlageklasse.
Ein wichtiger Termin zeichnet sich ab: Bedeutende Refinanzierungen im Bereich Private Debt und High Yield stehen 2028 an. Diese Herausforderung werde verstärkt durch den Einfluss von KI, der Geschäftsmodelle und Profitabilität vieler Unternehmen durcheinanderbringt, während gleichzeitig massiver Finanzierungsbedarf für US-Tech-Infrastruktur entstehe.
Das Fazit von Petit: «Wir operieren in einem Markt, in dem niedrige Risikoprämien einen vorsichtigen Ansatz rechtfertigen.» Das Potenzial erscheine begrenzt. Sollten die makroökonomischen Bedingungen halten, würden die Renditen den Grossteil der Performance treiben. Allerdings: «Volatilität kann nicht ausgeschlossen werden und könnte die besten Chancen in 2026 bieten.»
Als grössten Pluspunkt für Anleiheinvestoren nennt die Analyse die Steilheit der Zinskurven, kombiniert mit wieder attraktiven Realzinsen. Der deutsche Realzins liege mit 0,85 Prozent auf einem in 15 Jahren nicht gesehenen Niveau.
Das Hauptrisiko: Die lockere Haltung der Fed könnte sich als verfrüht erweisen und die Inflation schlecht kontrolliert bleiben – sie bewege sich weiterhin um 3 Prozent und werde voraussichtlich unter dem Einfluss von Zöllen temporär steigen. Dies könnte eine Entankerung der Inflationserwartungen"auslösen, gefolgt von einer scharfen Kehrtwende der Fed, die gezwungen wäre, wieder zu straffen.
Für den Kreditmarkt sei das aktuelle «Goldilocks-Szenario» – solides US-Wachstum, deutscher Stimulus in Europa, kontrollierte Inflation – ideal. Doch Exzesse könnten sich durch M&A-Transaktionen mit erhöhter Verschuldung sowie die Investitionsbedarfe der Hyperscaler materialisieren und für Volatilität am Investment-Grade-Markt sorgen.