Was der Finanzsektor für die Schweizer Wirtschaft bedeutet

Jeder zwanzigste Arbeitsplatz in der Schweiz ist direkt im Finanzsektor angesiedelt (Bild: Shutterstock.com/everything possible)
Jeder zwanzigste Arbeitsplatz in der Schweiz ist direkt im Finanzsektor angesiedelt (Bild: Shutterstock.com/everything possible)

Der Finanzsektor ist mit seiner Versorgungsfunktion, der er in der Coronakrise besonders nachkam, eine zentrale Stütze. Auch ist er ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette erbrachte er 2020 eine Leistung von CHF 95.5 Mrd. und zählte 430’600 Vollzeitstellen.

24.11.2021, 16:58 Uhr

Redaktion: hf

Die Versorgung der Wirtschaft und der Bevölkerung mit Finanz- und Versicherungsdienstleistungen gehört zur zentralen Infrastruktur einer intakten Volkswirtschaft. Das unterstreicht eine Wirkungsanalyse von BAK Economics, erstellt im Auftrag der Schweizerischen Bankiervereinigung SBVg und des Schweizerischen Versicherungsverbands SVV.

Ihrer Versorgungsfunktion kamen die Banken gerade mit der Abwicklung des Covid-19-Kreditprogramms besonders nach: Jedes vierte Unternehmen in der Schweiz beantragte einen Covid-19-Überbrückungskredit. Total wurden CHF 16.9 Mrd. ausbezahlt.

Die Versicherungen zahlten Unternehmen für finanzielle Verluste 2020 mit CHF 1.3 Mrd. dreimal so viel aus wie 2019. Dies vor allem wegen Betriebsunterbrechungen und Eventausfällen. Damit konnten ebenfalls Liquiditätsengpässe bei den Unternehmen abgefedert werden.

Die Analyse zeigt auf, dass der Finanzsektor neben seiner Versorgungsfunktion auch als Wirtschaftsfaktor bedeutend ist. Mit einer Bruttowertschöpfung von CHF 66.5 Mrd. generierte er 2020 direkt 10% der gesamten Schweizer Wirtschaftsleistung. Und mit über 224’000 Vollzeitstellen war als jeder zwanzigste Arbeitsplatz der Schweiz direkt im Finanzsektor angesiedelt.

Der ökonomische Fussabdruck des Finanzsektors 2020

Auch lösen Banken und Versicherungen wirtschaftliche Aktivitäten ausserhalb des Finanzsektors aus. So führt die Vorleistungsnachfrage, etwa nach IT- oder Beratungsdienstleistungen, zu Aufträgen für Unternehmen entlang der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Handel und Gewerbe profitieren von den Konsumausgaben der Beschäftigten.

Für das Jahr 2020 schätzt BAK Economics die indirekten Wertschöpfungseffekte auf CHF 29.0 Mrd. mit mehr als 206’000 Vollzeitstellen.

Der gesamte ökonomische Fussabdruck belief sich im Jahr 2020 auf eine Wertschöpfung von CHF 95.5 Mrd., verbunden mit insgesamt 430’600 Arbeitsplätzen. Das entspricht jedem siebten Wertschöpfungsfranken und jedem zehnten Arbeitsplatz der Schweizer Wirtschaft, wie die BAK-Analyse zeigt.

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