19.02.2026, 08:06 Uhr
Die Zurich-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 erneut mehr verdient. Angesichts der guten Gewinnentwicklung sollen die Aktionärinnen und Aktionäre des Versicherers in den Genuss einer höheren Dividendenausschüttung...
Der Höhenflug europäischer Aktien setzt sich fort – und die Schweizer Börse steht mittendrin. Der Leitindex SMI kletterte am Mittwoch erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 13'800 Punkten und markierte bei 13'846 Zählern ein neues Allzeithoch. Was sind die Gründe?
Getragen wird die Aufwärtsbewegung von Industrie- und Banktiteln. Am Donnerstag gab Nestlé dem Markt zusätzlichen Schub: Der Nahrungsmittelriese wurde nach seinen Jahreszahlen und dem Vorschlag zur Aufnahme des ehemaligen SNB-Präsidenten Thomas Jordan in den Verwaltungsrat deutlich höher gestellt. Klarer Tagessieger bei den Blue Chips am Mittwoch war der Baustoffkonzern Amrize, dessen Aktien nach den Geschäftszahlen um 13,3 Prozent nach oben kletterten.
Die gegenwärtige Rekordfahrt am Schweizer Aktienmarkt ist keine Eintagsfliege. Innerhalb von nur zwei Wochen hat der SMI von rund 13'500 auf über 13'800 Punkte zugelegt – das ist ein Anstieg von mehr als zwei Prozent. Bemerkenswert: Während US-Techwerte, Edelmetalle und Kryptowährungen in jüngster Zeit teils heftige Korrekturen erlitten, blieben europäische Aktien weitgehend verschont.
Auch in Frankfurt zeichnet sich am Freitag ein solider Start ab. Der X-Dax signalisierte für den Dax ein Plus von 0,14 Prozent auf 25'079 Punkte, womit sich trotz des jüngsten Auf und Ab ein Wochengewinn von mehr als einem halben Prozent abzeichnet. Die 25'000er-Marke hält, das Rekordhoch von Mitte Januar bei gut 25'507 Punkten bleibt in Reichweite.
Die Standfestigkeit der Leitindizes fügt sich in ein bemerkenswertes Gesamtbild: Globale Investoren schichten so viel Kapital wie nie zuvor in europäische Aktien um. Laut Daten des Fondstrackers EPFR steuern die Zuflüsse im Februar auf ein Allzeithoch zu, nachdem in zwei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils rund 10 Milliarden Dollar in europäische Aktien-ETFs und Fonds geflossen waren. Der Stoxx Europe 600 hat eine Serie neuer Rekordstände markiert, ebenso die Leitindizes in London, Paris und Madrid.
Der Kern des Interesses ist schnell erklärt: Europäische Aktien sind drastisch günstiger als ihre US-Pendants. Der Stoxx Europe 600 wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,3 gehandelt, der S&P 500 dagegen mit 27,7. «Viele globale Investoren wollen weg vom teuren US-Markt», sagt Sharon Bell, Aktienstrategin bei Goldman Sachs gegenüber der Financial Times. Europa biete ein grundlegend anderes Exposure – weniger Tech, mehr «Old Economy». Im globalen Vergleich liegt der S&P 500 seit Jahresbeginn nur auf Rang 76 von 92 Benchmarks.
Deutschland spielt eine Schlüsselrolle. Die grösste europäische Volkswirtschaft kehrte im vergangenen Jahr erstmals seit 2022 auf den Wachstumspfad zurück. Ein jüngster Anstieg der Fabrikaufträge nährt die Hoffnung, dass die historischen Verteidigungsausgaben nun in der Industrie ankommen. Bank of America hat deutsche Aktien auf «Übergewichten» hochgestuft.
Auch asiatische Investoren entdecken den Kontinent. Japanische Anleger zeigten zunehmend Interesse, berichtet Tomochika Kitaoka, Chef-Aktienstratege bei Nomura.
Am Freitag dürfte die Geopolitik die Stimmung mitbestimmen. Angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran und der unklaren Folgen für die Weltwirtschaft steigt der Ölpreis. Die Verhandlungen um Teherans Atomprogramm laufen weiter, US-Präsident Trump will in «maximal» 10 bis 15 Tagen einen Deal. Ein Durchbruch bei den Krisenherden Iran und Ukraine ist nicht in Sicht – was Rüstungswerten weiter Rückenwind gibt.
Rheinmetall hat seit Jahresbeginn weitere 12 Prozent zugelegt und könnte mit einem positiven Start an die jüngste zweitägige Rally anknüpfen. BAE Systems liegt seit Jahresbeginn 26 Prozent im Plus. Thyssenkrupp profitierte vorbörslich mit über drei Prozent von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Jefferies. Analyst Tommaso Castello sieht dank politischem Rückenwind Potenzial für die Gewinne in der europäischen Stahlindustrie.
Neben der Geopolitik stehen am Freitag wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda. Nach den deutschen Erzeugerpreisen am Morgen richten sich die Blicke auf die europäischen Einkaufsmanagerindizes. Die Experten der Landesbank Helaba erwarten «per saldo leichte Verbesserungen der Stimmungslage». Am Nachmittag folgt die erste Schätzung des US-BIP-Wachstums im vierten Quartal. Im Hintergrund steht zudem das jüngste Sitzungsprotokoll der US-Notenbank, das die Risiken betonte, die von einer zu hohen Inflation ausgehen können – was Zinssenkungshoffnungen etwas dämpft.