USA vor wirtschaftlichem Aufschwung

US-Wirtschaft kommt wieder in Fahrt (Foto Shutterstock)
US-Wirtschaft kommt wieder in Fahrt (Foto Shutterstock)

Sébastien Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management, erwartet positive Überraschungen in der US-Gewinnsaison im dritten Quartal und rät zu Geduld beim nächsten US-Konjunkturpaket.

15.10.2020, 16:43 Uhr

Redaktion: cwe

"Die aggressiven Massnahmen, die die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank zur Bewältigung der aktuellen wirtschaftlichen Krise ergriffen haben, dürften im zweiten Quartal des kommenden Jahres zu einer Erholung führen, die über das derzeit erwartete Mass hinausgeht", meint Sébastien Galy, Senior Makrostratege von Nordea Asset Management. Die Unternehmensgewinne sollten sich dann von ihren ungewöhnlich niedrigen Niveaus erholen. Die Analysten haben gemäss Galy ihre Prognosen aggressiv nach unten korrigiert, was nun zu positiven Überraschungen führen sollte.

Die Q3-Gewinnsaison werde zeigen, welche Unternehmen die Krise am besten bewältigen und ihre Cash- und Kreditlinien gut managen. Beispielsweise sind die meisten Nicht-Basiskonsumgüter-Firmen in ihren Prognosen eher verhalten, tatsächlich schneiden sie aber bei den Gewinnen häufig besser ab als erwartet. "Wir sollten in den kommenden Quartalen einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben, der sich über alle Branchen erstreckt, obwohl Massnahmen zur Eindämmung des Virus wahrscheinlich einen Dämpfer setzen und Konkurse beschleunigen werden", sagt Galy.

Die Ausgestaltung des Fiskalpakets dürfte ebenfalls einen Einfluss auf die Konjunktur haben. Das Weisse Haus erhöhte seinen Vorschlag von 1,6 Billionen auf 1,8 Billionen US-Dollar, blieb damit aber immer noch unter den 2,2 Billionen US-Dollar der Demokraten, die den Vorschlag unter der Führung von Nancy Pelosi ablehnten. In den Umfragen deutlich im Rückstand, fehlt Präsident Trump das politische Kapital, um die Republikaner im Senat hinter sich zu bringen, was für eine Einigung von entscheidender Bedeutung wäre. Die Entscheidung über das Finanzpaket muss daher gemäss Galy möglicherweise bis im Januar warten, und wird auch dann davon abhängen, ob die Demokraten den Senat dominieren.

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