Drei Treiber für Chinas Aktienmärkte

Innovation ist einer der Treiber der Aktienkurse in China (Bild Shutterstock)
Innovation ist einer der Treiber der Aktienkurse in China (Bild Shutterstock)

Eine steigende Konsumnachfrage nach hochwertigen Gütern und Dienstleistungen, Innovationen zum Ersatz von wertschöpfenden Importen und Massnahmen zur Erreichung der CO2-Neutralität werden den chinesischen Aktienmarkt antreiben, meint Kai-Kong Chay, Portfolio Manager des Nordea 1 – Chinese Equity Fund.

13.04.2021, 13:23 Uhr

Redaktion: cwe

Die Gewinne der chinesischen Industrie wachsen stark, unterstützt durch den steigenden Marktanteil Chinas an den weltweiten Exporten. In der Folge nehmen nun auch die Investitionsausgaben zu. "Wir glauben, dass sich dies trotz der Corona-Pandemie fortsetzen kann, da China bewiesen hat, dass es recht erfolgreich darin ist, lokale Ausbrüche zu managen, ohne die Wirtschaft zu sehr zu schädigen", sagt Kai-Kong Chay, Portfolio Manager des Nordea 1 - Chinese Equity Fund.

"Obwohl die Renditen 10-jähriger Anleihen von 2,5% auf 3,2% gestiegen sind, hat die chinesische Zentralbank ihre Geldpolitik gestrafft und wir sind nicht besorgt, dass die Inflation sprunghaft ansteigt", sagt Chay. Für ausländische Anleger bedeutet dies einen grossen Aufschlag gegenüber den Renditen von US-Anleihen. Mit einem stabilen Renmimbi – die chinesische Zentralbank will internationale Investoren ermutigen – ist dieser Aufschlag nach Meinung von Chay ausreichend, um das Risiko auszugleichen.

Wachsende Gewinne und günstige Bewertung

Das prognostizierte Gewinnwachstum in China liegt auf einem ähnlichen Niveau wie in den USA – aber der Markt wird mit einem viel niedrigeren Kurs-Gewinn- und Kurs-Buchwert-Verhältnis gehandelt. Einige Sektoren, wie z.B. der Autosektor, sehen laut Chay recht teuer aus, aber es gibt immer noch sehr attraktive Bereiche mit Aufholbedarf. Bestimmte Value-Sektoren, wie Versicherungen und Immobilien, weisen historisch niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf.

Kai-Kong Chay sieht drei primäre Anlagethemen: Erstens im Bereich Konsum, da die Verbraucher bereit sind, mehr für hochwertige Güter und Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheit auszugeben. Forschung, Entwicklung und Innovation sind das zweite Thema, bei dem Chay grosse Chance für Unternehmen sieht, wertschöpfende Importe zu ersetzen. Das dritte Thema ist politikgetriebenes Wachstum rund um die Kohlenstoffneutralität.

Gesunde Konsumnachfrage

Die Konsumnachfrage ist gesund, mit E-Commerce als grösstem Wachstumstreiber. Es werde erwartet, dass die Marktdurchdringung in den nächsten Jahren von derzeit 28% auf fast 40% steigen wird, so der Portfolio Manager. Die Online-Lebensmittelbestellungen nehmen bereits massiv zu und die Verbraucher profitieren von Sammelbestellungen mit Lieferung an eine einzige kommunale Abholstelle. Das bringe erhebliche Kosteneinsparungen, die grösstenteils an den Kunden weitergegeben werden.

China unternimmt einen aggressiven Vorstoss, um bis 2030 den maximalen Kohlenstoffausstoss zu erreichen und bis 2060 kohlenstoffneutral zu werden. China ist auch ein Nutzniesser des globalen Wandels zur Nachhaltigkeit: Die Hälfte der im letzten Jahr verkauften Elektrofahrzeuge kam aus China, ebenso wurde die Hälfte der Batterien in China produziert. Die Preise für Elektrofahrzeuge sind so weit gesunken, dass sie sich dem Preis von Verbrennungsmotoren annähern, was die Notwendigkeit staatlicher Subventionen zur Unterstützung dieses Marktes überflüssig macht.

Anteil Chinas an globalen Indizes dürfte steigen

Für Chinas Aktienmart spricht laut Kai-Kong Chay auch, das sich die Investitionsströme öffnen, da ausländische Investoren über das Hongkong-Connect-Programm Zugang zu chinesischen Aktien und inländische Käufer Zugang zu Investitionen in Hongkong erhalten. Bessere Kapitalflüsse sollten Chinas Gewichtung in den globalen Indizes erhöhen, welche derzeit nur 5% beträgt, und den grösseren Anteil am globalen Wachstum widerspiegeln.

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