Mitglied des EZB-Direktoriums wird Leiter des BIS Innovation Hub

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. (Bild: Shutterstock.com)
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. (Bild: Shutterstock.com)

Der Verwaltungsrat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat am Sonntag ein langjähriges Mitglied des EZB-Direktoriums zum Leiter des neuen BIS Innovation Hubs ernannt. Er soll dem Hub, bei dem auch die Schweizerische Nationalbank eine wichtige Rolle spielt, Gewicht geben.

11.11.2019, 17:52 Uhr

Redaktion: rem

Benoît Cœuré wird seine neue Funktion als Leiter des neuen BIS Innovation Hubs am 15. Januar 2020 für eine Amtszeit von fünf Jahren antreten, wie die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) am Montag mitteilte. Cœuré ist seit Januar 2012 Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) und derzeit für die internationalen und europäischen Beziehungen, die Marktoperationen, die Marktinfrastruktur und den Zahlungsverkehr sowie die Aufsicht über die Zahlungssysteme zuständig. Seine achtjährige Amtszeit läuft am 31. Dezember 2019 aus.

Der BIS Innovation Hub hat den Auftrag, kritische Trends in der Technologie, die sich auf das Zentralbankgeschäft auswirken, zu identifizieren und vertiefte Einblicke in diese zu gewinnen. Ein solcher Trend und gleichzeitig eine Herausforderung des Fiat-Geldes ist sicherlich die von Facebook lancierte Kryptowährung Libra. Weiter soll der Hub öffentliche Güter im Technologiebereich entwickeln, die darauf abzielen, das globale Finanzsystems zu verbessern, und er soll in Sachen Innovation als Anlaufstelle für ein Netzwerk von Zentralbank-Experten dienen.

In der Anfangsphase wird der Hub an drei Standorten betrieben. In der Schweiz und in der Region Hongkong wurden in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Hongkonger Währungsbehörde bereits Zentren eingerichtet, und ein drittes wird am 13. November in Singapur zusammen mit der Monetary Authority of Singapore eröffnet. Weitere Standorte werden im Rahmen einer zweiten Phase der Umsetzung folgen.

Zusammen mit der SNB überlegt sich die BIZ, wie digitales Zentralbankengeld beim Handel mit digitalen Vermögenswerten eingesetzt werden könnte. Am Schweizer Zentrum wird im Rahmen des ersten Projekts die Integration von digitalem Zentralbankgeld in eine Distributed Ledger Technologie (DLT)-Infrastruktur geprüft. Diese neue Form von digitalem Zentralbankgeld soll die Abwicklung von "tokenisierten" Vermögenswerten zwischen Finanzinstituten ermöglichen. Token sind digitale Vermögenswerte, die von einer Partei zur anderen transferiert werden können. Das Projekt wird im Rahmen einer Kooperation zwischen der SNB und der SIX Group in Form einer Machbarkeitsstudie umgesetzt. Die technologische Basis soll durch die SIX Digital Exchange (SDX) bereitgestellt werden (investrends.ch berichtete).

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