Tom Stubbe Olsen favorisiert Schweizer Werte

Tom Stubbe Olsen, Manager des Nordea 1 - European Value Fund
Tom Stubbe Olsen, Manager des Nordea 1 - European Value Fund

Im Nordea 1 - European Value Fund setzt Tom Stubbe Olsen stark auf Schweizer Aktien. In den letzten drei Jahren erzielte er eine annualisierte Rendite von 11,1 % gegenüber 6,4 % der Benchmark.

29.10.2012, 13:40 Uhr

Redaktion: cw

Tom Stubbe Olsen gehört zu den erfahrensten Value-Managern in Europa und leitet seit 14 Jahren die Geschicke des Nordea 1 - European Value Fund. "Wir sind klassische Value-Investoren, welche Titel vier bis fünf Jahre halten," erläutert Olsen, "dabei konzentrieren wir uns auf zwei Faktoren: die Ertragskraft der Unternehmen und die Sicherheitsmarge."

Das Team um Olsen versucht nicht, die zukünftigen Erträge zu schätzen, sondern im Zentrum steht die Frage, ob das Unternehmen in der Lage ist, Erträge auf einer normalisierten Basis zu erreichen. "Wobei wir unter normalisert ein normales gutes Geschäftsjahr in der Vergangenheit verstehen und nicht irgend einen mathematischen Durchschnitt," ergänzt Olsen. Die Frage ist, ob eine Firma dieses Resultat wiederholen kann.

Olsen bevorzugt Unternehmen mit nachhaltigen und erprobten Geschäftsmodellen mit kompetitiven Produkten und Marktpositionen, die gut kapitalisiert sind, aber gleichzeitig wenig kapitalintensiv operieren und über ein erfahrenes Management verfügen. "Natürlich analysieren wir auch das Makroumfeld, wie sich Zinsen oder Regularien oder die Branchenkonjunktur verändern, aber grundsätzlich wählen wir die Unternehmen bottom-up aus."

Die Sicherheitsmarge besteht darin, dass nur Unternehmen ins Portfolio aufgenommen werden, deren Börsenwert mindestens 40 % unter dem geschätzten fairen Wert liegt.

In den vergangenen Jahren hat Olsen mit grossem Erfolg auf Schweizer Aktien gesetzt, welche per Ende September 2012 mehr als ein Viertel des Portfolios ausmachten. "2008 haben wir Swatch und Richemont gekauft, 2009 Nestlé und Novartis. Diese Aktien sind heute zwar nicht teuer, aber auch keine Schnäppchen mehr." Gemäss Olsen gehören europäische Aktien insgesamt zu zu den am meisten vernachlässigten Titeln. "Der Markt ist nicht mehr supersuperbillig, aber er handelt immer noch signifikant unter dem historischen Mittelwert. Die Dividendenrenditen liegen 30-40 % über dem historischen Durchschnitt und die Margen sind auf einem nachhaltig hohen Level."

Zur Zeit sehen Titel wie Infineon oder die Deutsche Börse aus Value-Perspektive interessant aus. Leztere könnten profitieren, wenn Derivate immer mehr über Börsen gehandelt werden müssen. Zudem beträgt die Dividendenrendite 5 %.

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