"Russische Anleihen gefallen uns"

Federico Garcia Zamora, Standish (BNY Mellon AMNA)
Federico Garcia Zamora, Standish (BNY Mellon AMNA)

Federico Garcia Zamora, Standish (BNY Mellon AMNA), erklärt, warum er auf die Präsidentschaftswahlen in Russland keine grossen Reaktionen von den Finanzmärkten erwartet und russische Anleihen in Lokalwährungen derzeit attraktiv sind.

13.03.2018, 15:21 Uhr

Redaktion: jod

"Auf die Präsidentschaftswahlen in Russland am 18. März erwarten wir keine grossen Reaktionen von den Finanzmärkten wenn überhaupt", so Federico Garcia Zamora von Standish (BNY Mellon AMNA). Alles spricht dafür, dass Wladimir Putin für weitere sechs Jahre bis 2024 wiedergewählt werden wird und damit politisch alles beim Alten bleibt. Laut Umfragen wollen ihn 67 Prozent der Bevölkerung wählen, auch wenn bei diesen Wahlen keine Begeisterungsstürme aufzukommen scheinen.

"Wer erwägt, in Russland zu investieren, der kann einen Blick auf russische Staatsanleihen werfen. Wir gehen davon aus, dass sich deren Qualität weiter verbessern wird", so der Standish-Experte. Denn Russland erlebt dank steigender Ölpreise und einer strikten Haushalts- und Geldmarktpolitik eine Konjunkturerholung. In den nächsten Jahren rechnet Zamora mit einem Wachstum von fast 2 Prozent. Die Inflation liegt mit derzeit 2,2 Prozent auf einem historischen Tief und dürfte auch in den kommenden Jahren unter der Zielvorgabe von 4 Prozent bleiben.

Dies verschafft der Zentralbank Russlands beträchtlichen Spielraum, um die Geldmarktpolitik zu lockern, was derzeit nicht im Anleihenmarkt eingepreist ist. "Wir meinen, dass die Währungshüter die zurückhaltenden Marktprognosen übertreffen und die Leitzinsen von derzeit 7,5 Prozent um 100 Basispunkte senken werden", erklärt Zamora. Parallel dazu dürfte auch der Rubel durch die Ölpreise gestützt werden, obwohl das Finanzministerium seine internationalen Devisenreserven zuletzt aufgestockt hat. Insgesamt erwartet Zamora in Russland deshalb sowohl einen Anstieg der Kurse aufgrund der verstärkten Nachfrage als auch einen stärkeren Rubel. "Kurzum: Von Schwellenländeranleihen in Lokalwährung gefallen uns Papiere aus Russland derzeit am besten", schliesst Federico Garia Zamora.

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