Corona-Krise: Beim S&P 500 sind 37 Monate Kursanstieg dahin

Am 19. Februar 2020 erreichte der S&P 500 sein Rekordhoch. Seither ist er wegen der Corona-Krise hat er in der Spitze bis zu  30,25% abgegeben. (Bild: Shutterstock.com)
Am 19. Februar 2020 erreichte der S&P 500 sein Rekordhoch. Seither ist er wegen der Corona-Krise hat er in der Spitze bis zu 30,25% abgegeben. (Bild: Shutterstock.com)

Der S&P 500 Index liegt infolge der Corona-Krise rund ein Drittel unter seinem Höchststand. Damit sind alle Kursgewinne seit Anfang 2017 dahin. 2009 sah es noch schlimmer aus, ebenso wie an Europas Börsen heute. DWS zeigt im Chart der Woche die zwei Dimensionen der Marktkorrekturen des S&P 500 auf.

21.03.2020, 06:00 Uhr

Redaktion: rem

Es ist nur rund einen Monat her (19. Februar), dass der S&P 500 sein Rekordhoch bei 3393 Punkten erreichte. Es ist nur rund einen Monat her (24. Februar), dass der US-Präsident Donald Trump per Twitter bekanntgab, dass die USA das Virus weitgehend unter Kontrolle hätten und der Aktienmarkt anfange, gut auszusehen. Die dramatischere Fehleinschätzung Trumps betrifft das Virus. Die USA liessen Wochen der Vorbereitung und der Vorkehrungen verstreichen und leiden nun unter einer besonders rapiden Verbreitung des Virus.

Mit der Fehleinschätzung bezüglich des Aktienmarktes liegt der US-Präsident zumindest nicht allein. Von seinem Höchststand hat der S&P 500 in der Spitze 30,25% abgegeben. Ein hoher Wert, ohne Frage. Und mit grosser Wahrscheinlichkeit könnte er sich noch erhöhen. Doch wie steht es um diesen Kurssturz verglichen mit den grossen Marktkorrekturen der vergangenen 35 Jahre?

Wie der DWS Chart der Woche zeigt, reicht der prozentuale Verlust noch nicht ganz fürs Podest aus, aber der dritte Platz ist in unmittelbarer Reichweite. Für den ersten Platz müsste der Index noch einmal rund 40% verlieren und bei 1450 Punkten landen. "Wir gehen davon aus, dass der jetzigen – noch sehr jungen – Korrektur diese Ehre verwehrt bleiben sollte", so DWS.

Wie lange ein Index nach einem Einbruch zurück zum Ausgangspunkt braucht

Man kann sich einem Markteinbruch aber auch anders nähern: Indem man schaut, wie lange der Index gebraucht hat, um jenen Zuwachs aufzubauen, den die Korrektur vernichtet hat. Oder wie es DWS ausdrückt: "Wie viele Monate des Sparens waren angesichts der Korrektur für die Katz?"

Nun, der jetzige Stand des S&P 500 wurde erstmals im März 2017 erreicht - 37 Monate Kursanstieg sind somit dahin. Inklusive Dividenden wäre es der September 2017. Der Rekord liegt jedoch bei 154 Monaten, die man in der Finanzmarktkrise 2007 bis 2009 verlor. Wie sieht es beim Dax aus? Dieser ist nun beim Stand vom Mai 2013 angelangt. Allerdings beinhaltet der Dax Dividenden. Für den Kursindex des Dax, ebenso wie für den Euro Stoxx 50 und den FTSE 100, sieht es deutlich düsterer aus: Da muss man bis in die Jahre 1997/1998 zurückblicken, um die heutigen Stände erstmals zu sehen.

Drei Beobachtungen liegen laut DWS auf der Hand:

1. US-Aktien liefen in den letzten Jahren deutlich besser als europäische.

2. Es gab schon schlimmere US-Korrekturen.

3. Aus 1. und 2. könnte sich ein höherer weiterer Korrekturbedarf der US-Aktien gegenüber Europas Aktien ergeben.

Die zwei Dimensionen der Marktkorrekturen des S&P 500

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