Bill Gross rät Investoren zu unkonventionellen Anlageideen

Bill Gross, Fondsmanager bei Janus Capital
Bill Gross, Fondsmanager bei Janus Capital

Investorenlegende Bill Gross empfiehlt Investoren in seinem ersten Marktkommentar von Janus Capital seit seinem Weggang bei Pimco eine „Unconstrained Strategy“.

14.10.2014, 09:21 Uhr

Autor: dab/kig

Die Anleger werden sich darauf einstellen müssen, in den kommenden Jahren mit Aktien, Anleihen und Immobilien, im Durchschnitt deutlich geringere Erträge zu erzielen als bisher. Zu dieser Einschätzung kommt Fondsmanager Bill Gross in seinem ersten Investmentausblick nach seinem Wechsel von Pimco zum zum amerikanischen Asset Manager Janus Capital. „Wenn so wie es derzeit zu beobachten ist, die Renditen an den Bondmärkten kaum noch weiter sinken können, sind die die Ertragschancen zwangsläufig limitiert. Das gleiche gilt für andere Anlageklassen“, so Gross. Der über lange Jahre hinweg für seine guten Prognosen bekannte Vermögensverwalter rechnet damit, dass Anleihen – im besten Fall – im Schnitt jährliche Renditen von drei bis vier Prozent und Aktien von fünf bis sechs Prozent abwerfen. „Wir haben unsere biblischen sieben guten Jahre gehabt, jetzt werden sieben eher magere folgen“, ist Gross überzeugt.

Er empfiehlt Investoren daher vor diesem Szenario eine „Unconstrained Strategy“. Zumindest mit einem Teil ihres Portfolios sollten sie eher unkonventionellen Anlageideen folgen, um auf diese Weise zusätzliche Renditechancen zu nutzen. „Eine solcher Anlageansatz hat zum Ziel, das Vermögen in seiner Substanz zu erhalten, aber gleichzeitig akzeptable Erträge in einem von niedrigen Renditen geprägten Kapitalmarktumfeld zu erzielen“, beschreibt Gross sein Anlagerezept, nach dem er bei Janus bereits einen Anleihenfonds managt. Die Strategien eines solche unkonventionellen Ansatzes sieht Gross zufolge so aus, die durchschnittliche Laufzeit von Anleiheinvestments eher kurz zu halten und gleichzeitig durch den Kauf von auf unterschiedlichen Währungen lautenden Bonds zu versuchen, von Devisenkursbewegungen zu profitieren. Aus Sicht eines US-Investors bieten sich Gross zufolge dafür vor allem Engagements im Euro und dem japanische Yen an. Dazu kommen kurzfristige taktische Investments und das Ausnutzen von Opportunitäten in Abhängigkeit von der jeweiligen Marktlage, was Gross mit dem Begriff „strukturiertes Alpha“ umschreibt. „Ich nehme die besten Anlageideen und kombiniere sie mit einem Anleiheportfolio, das eine niedrige Duration beziehungsweise Restlaufzeit hat. So versuche ich, den Investoren das zu geben, was sie sich wünschen: eine akzeptable Rendite nach Abzug von Kosten“, fasst Gross sein Anlagerezept zusammen.

Den gesamten Ausblick „You Only Dance Twice“ finden Sie hier.

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