Wirtschaftsaussichten bleiben überdurchschnittlich günstig

Positive Wirtschaftsprognosen für die Schweiz und den Euroraum lassen aufatmen. Die Wirtschaft zeigte sich damit widerstandsfähig gegenüber den von den USA ausgelösten Handelskonflikten.

30.01.2026, 11:28 Uhr

Redaktion: AWP /asc

Die Erwartungen für die Schweizer Wirtschaft haben sich im Januar gemäss dem KOF-Konjunkturbarometer zwar leicht eingetrübt. Trotz eines leichten Rückgangs bleiben sie aber überdurchschnittlich günstig. Konkret sank das Barometer um 1,1 Punkte auf 102,5 Zähler, wie das KOF Institut der ETH Zürich am Freitag mitteilte. In den vier Monaten zuvor hatte es stetig zugelegt.

Das Konjunkturbarometer liege aber weiterhin über dem mittelfristigen Durchschnittswert, betonten die KOF-Ökonomen. Es lag auch innerhalb der von der Nachrichtenagentur AWP erhobenen Schätzungen, die im Bereich von 102 bis 104 Punkten lagen.

Negativ hätten sich zu Jahresbeginn die Indikatoren für das Gastgewerbe und das Baugewerbe entwickelt. Auf der positiven Seite schlagen das Verarbeitende Gewerbe sowie die Finanz- und Versicherungsdienstleister zu Buche.

Eurozone entwickelt sich besser als befürchtet

Für die Schweizer Wirtschaft sind die Entwicklung in der Eurozone zentral. Und hier meldet Eurostat positive Signale. Das Bruttoinlandsprodukt 2025 stieg im vierten Quartal um 0,3 Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten und hielt damit das Tempo des Vorquartals bei. Analysten hatten in einer Bloomberg-Umfrage einen Anstieg von 0,2 Prozent prognostiziert.

Heruntergebrochen auf die einzelnen Ländern: Deutschland, Italien und Spanien übertrafen alle die Schätzungen, wobei Spanien mit einem Wachstum von 0,8 Prozent erneut die herausragende Leistung erzielte. Frankreich lag mit 0,2 Prozent im Rahmen der Prognosen.

Deutsche Wirtschaft wächst unerwartet stark

Insbesondere die deutsche Wirtschaft geht mit überraschend kräftigem Rückenwind ins laufende Jahr: Mit 0,3 Prozent war das Wachstum im Schlussquartal zwar immer noch vergleichsweise niedrig, aber so stark wie seit drei Jahren nicht in einem Vierteljahr. Das ergaben neueste Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Bruttoinlandsprodukt (BIP).

In einer ersten Annahme war die Wiesbadener Behörde für das vierte Quartal 2025 von 0,2 Prozent Plus zum Vorquartal ausgegangen. Vor allem die privaten und die staatlichen Konsumausgaben nahmen zu, erläuterten die Statistiker. Nach wie vor Mühe hat die Exportindustrie: Auch wenn hier die angedrohten Zölle abgewendet wurden, belastet dies die Stimmung in der Wirtschaft und erschwert es Unternehmen, zu planen.

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