08.01.2026, 10:45 Uhr
Die Inflation in der Schweiz ist im Gesamtjahr 2025 auf den tiefsten Stand seit 2020 gefallen. Im Jahresdurchschnitt blieb sie knapp im positiven Bereich, einzig im Mai war sie kurz in den deflationären Bereich...
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat 2025 erneut einen hohen Gewinn eingefahren. Entsprechend werden Bund und Kantone davon profitieren. Konkret weist die SNB nach provisorischen Berechnungen für 2025 einen Gewinn von rund 26 Milliarden Franken aus. Im Jahr 2024 hatte die Notenbank gar einen rekordhohen Überschuss von 80,7 Milliarden ausgewiesen.
Die Gewinnausschüttung an Bund und Kantone beträgt insgesamt 4 Milliarden Franken, teilte die SNB mit. Das ist eine Milliarde mehr als 2024, obschon die Notenbank deutlich weniger Gewinn ausweist als im Vorjahr.
Im Jahr 2024 noch hatte die SNB einen rekordhohen Überschuss von 80,7 Milliarden Franken ausgewiesen. Dass die Gewinnablieferung trotzdem deutlich höher ausfällt, wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, ist aber systembedingt.
Denn nicht der Jahresgewinn entscheidet über die Ausschüttung, sondern der Bilanzgewinn. Der Jahresgewinn ist nur ein Baustein davon. Die anderen Elemente sind die Rückstellungen für Währungsreserven sowie die sogenannte Ausschüttungsreserve.
Die Ausschüttungsreserve der SNB ist ein Puffer zur Glättung der jährlichen Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone. Sie speist sich aus früheren Gewinnen und Verlusten. Die Reserve ermöglicht es der SNB auch, in Jahren mit Verlusten eine Gewinnausschüttung vorzunehmen.
Voraussetzung dafür ist aber, dass der Bilanzgewinn genug hoch ist. Bis 2024 aber schob die SNB wegen der schwachen Vorjahre noch eine negative Ausschüttungsreserve von mehr als 50 Milliarden Franken vor sich her.
Dieses Minus musste vergangenes Jahr erst mit einem grossen Teil des Rekordgewinns getilgt werden, was den massgebenden Bilanzgewinn erheblich schmälerte. Darum die im Vergleich zum Vorjahr nun höhere Gewinnausschüttung.
2022 fiel das Minus mit rund 132 Milliarden Franken besonders hoch aus, vor allem wegen Wechselkursverlusten. 2023 betrug der Verlust 3,2 Milliarden. In beiden Jahren fielen die Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone aus.
Der Jahresgewinn von rund 26 Milliarden Franken in 2025 wurde nicht zuletzt vom hohen Goldpreis geprägt: Auf dem Goldbestand verbuchte die SNB einen Bewertungsgewinn von 36,3 Milliarden.
Auf ihren Fremdwährungspositionen weist die Notenbank derweil einen Verlust von rund 9 Milliarden Franken aus. Darin eingerechnet sind Wechselkursveränderungen des Frankens sowie Kursgewinne und -verluste auf Aktien und Anleihen im Auslandportfolio inklusive Zins- und Dividendenerträgen.
Weil der US-Dollar im vergangenen Jahr zum Franken um rund 12 Prozent abgewertet hat, dürften in dieser Position hohe Wechselkursverluste angefallen sein. Auf der Gegenseite dürften die starken Aktienmärkte einen guten Teil dieser Verluste kompensiert haben.
Die UBS schätzte den Gewinn auf Aktienpositionen im Vorfeld auf rund 30 Milliarden. Genaue Zahlen nennt die SNB in ihrem Vorabbericht nicht. Sie wird den ausführlichen Bericht am 2. März und den Geschäftsbericht am 17. März publizieren.
Neben den Milliarden an den Bund und die Kantone sollen übrigens auch die Aktionäre der SNB eine Dividende erhalten – und zwar 15 Franken je Anteil. Bei 100'000 Aktien sind das also 1,5 Millionen Franken.
Die Höhe der Dividende ist somit im Vergleich zur maximal möglichen Gewinnausschüttung an Bund und Kantone (bis zu 6 Milliarden Franken) verschwindend klein. Die SNB-Aktien werden ungefähr hälftig von der öffentlichen Hand und privaten Aktionären gehalten.