11.02.2026, 16:44 Uhr
2026 könnte laut den Spezialisten von Aberdeen Investments zum Jahr der Emerging Markets werden. Doch Anleger müssen differenzieren: zwischen Gewinnern und Verlierern, zwischen Hart- und Lokalwährung, zwischen...
Die Schweizer Pensionskassen haben das Jahr 2026 mit einem positiven Ergebnis begonnen. Im Januar erzielten sie nach Abzug von Gebühren eine durchschnittliche Rendite von 0,53 Prozent, wie aus der aktuellen UBS-Pensionskassen-Studie hervorgeht. Damit knüpfen die Vorsorgeeinrichtungen an das erfolgreiche Vorjahr an, das mit einer Gesamtrendite von 5,91 Prozent abgeschlossen wurde.
Die Bandbreite der Ergebnisse ist beträchtlich: Während die beste Pensionskasse 2,36 Prozent erwirtschaftete, verzeichnete die schwächste ein Minus von 0,4 Prozent. Diese Spannweite von fast drei Prozentpunkten verdeutlicht, wie unterschiedlich die Anlagestrategien der einzelnen Kassen aufgestellt sind.
Grosse Pensionskassen mit verwalteten Vermögen über einer Milliarde Franken schnitten mit einer Median-Performance von 0,53 Prozent etwas besser ab als kleinere Kassen unter 300 Millionen Franken (0,42 Prozent). Die mittleren Kassen mit Vermögen zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Franken lagen mit 0,45 Prozent dazwischen. Die Sharpe Ratio, welche die risikoadjustierte Rendite misst, sank leicht von 1,5 auf 1,4.
Bei den Anlageklassen zeigten sich im Januar deutliche Unterschiede. Globale Aktien führten mit einem Plus von 1,04 Prozent die Rangliste an, gefolgt von Schweizer-Franken-Anleihen mit 0,83 Prozent. Schweizer Aktien stagnierten dagegen nahezu und legten lediglich um 0,16 Prozent zu. Auch Immobilien – sowohl direkte als auch indirekte Anlagen – bewegten sich kaum und notierten bei 0,13 respektive 0,14 Prozent.
Die grössten Verluste verzeichneten die alternativen Anlageklassen. Private Equity büsste 1,68 Prozent ein, Hedge Funds verloren 1,61 Prozent und Infrastrukturanlagen gaben 0,85 Prozent nach. Auch Fremdwährungsanleihen schlossen mit minus 1,1 Prozent im negativen Bereich. Diese Schwäche bei den Alternativen dürfte insbesondere jene Pensionskassen getroffen haben, die in den vergangenen Jahren verstärkt in diese Segmente diversifiziert hatten.
Der Januar war von erheblicher geopolitischer Unsicherheit geprägt. Die Intervention der US-Regierung in Venezuela zu Monatsbeginn und die angedrohten Zölle auf europäische Länder im Zusammenhang mit Grönland belasteten zeitweise die Anlegerstimmung. Ein zum Monatsende angekündigtes Rahmenabkommen sorgte jedoch für Entspannung und half, die Verluste zu begrenzen.
Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die internationalen Aktienmärkte besser als der Schweizer Heimmarkt. In den USA stützte ein positiver Start in die Berichtssaison für das vierte Quartal die Kurse. Schwellenländer profitierten von einem schwächeren US-Dollar und einer verstärkten Diversifizierung weg von US-Vermögenswerten.
Trotz der gemischten Januar-Bilanz bleibt die langfristige Entwicklung der Schweizer Pensionskassen erfreulich. Die annualisierte Rendite seit Lancierung der UBS-Studie im Jahr 2006 liegt bei 3,33 Prozent. Nach dem schwierigen Jahr 2022 mit einem Minus von 9,58 Prozent haben sich die Vorsorgeeinrichtungen in den Folgejahren deutlich erholt.
Für das laufende Jahr rechnen die UBS-Analysten mit einem unterstützenden Umfeld für Aktien, sofern der geldpolitische Lockerungszyklus intakt bleibt und die Unternehmensgewinne weiter wachsen. Die solide aktuelle US-Berichtssaison verstärke den Ausblick auf ein anhaltendes Gewinnwachstum, heisst es in der Studie.