Schweizer Pensionskassen im März unter Druck – Deckungsgrade geben nach Rekordhoch nach

Schweizer PKs leiden laut Swisscanto/ZKB unter Marktverwerfungen (Bild: ZKB)
Schweizer PKs leiden laut Swisscanto/ZKB unter Marktverwerfungen (Bild: ZKB)

Der Swisscanto Pensionskassen-Monitor per 31. März 2026 zeigt: Marktverwerfungen haben die Gewinne vom Februar teilweise zunichte gemacht. Private Equity und Direktimmobilien stemmen sich gegen den Abwärtstrend – Aktien Schweiz und kotierte Immobilien brechen ein.

07.04.2026, 09:11 Uhr

Redaktion: asc

Die Schweizer Pensionskassen haben im März 2026 eine durchschnittliche Monatsperformance von minus 2,4 Prozent verzeichnet. Damit liegt die Jahresperformance per Ende März mit minus 0,6 Prozent leicht im Minus, wie der aktuelle Pensionskassen-Monitor von Swisscanto, der Anlagetochter der Zürcher Kantonalbank, zeigt.

Besonders ins Auge fällt der Rückgang der Deckungsgrade. Nachdem die privatrechtlichen Kassen im Februar einen neuen Höchststand erreicht hatten, sind sie im März auf 119,3 Prozent zurückgefallen. Dies entspricht einem Minus von 2,9 Prozentpunkten. Öffentlich-rechtliche Kassen mit Vollkapitalisierung kommen auf 114,2 Prozent (minus 2,8 Prozentpunkte), jene mit Teilkapitalisierung auf 91,3 Prozent (minus 2,3 Prozentpunkte).

Bemerkenswert ist die Gleichförmigkeit der Jahresperformance über alle Kassenkategorien hinweg: Unabhängig von Grösse (unter 300 Millionen bis über 1 Milliarde Franken Vorsorgevermögen), Deckungsgrad oder Rentneranteil lag die durchschnittliche Jahresperformance nahezu einheitlich bei minus 0,6 Prozent. Auch zwischen den verschiedenen Branchen – vom verarbeitenden Gewerbe über das Finanzwesen bis zum Gesundheitswesen – fiel die Streuung mit maximal 0,1 Prozentpunkten minimal aus.

Private Equity als Stabilitätsanker

Im Quervergleich der Anlageklassen sticht im März eine Kategorie hervor: Private-Equity-Anlagen erzielten mit plus 3,9 Prozent die beste Monatsperformance unter allen betrachteten Assetklassen. Auf Platz zwei folgen direkte Schweizer Immobilien mit einem bescheidenen Plus von 0,5 Prozent. Das Bild bei den indirekten Immobilienwerten ist dagegen düster: Kotierte Schweizer Immobilien verloren im März 5,3 Prozent. Das Schlusslicht bildeten Aktien Schweiz mit einem Monatsverlust von 7,4 Prozent.

Auf Jahressicht führen Rohstoffe die Rangliste mit einer Performance von 15,0 Prozent klar an – getrieben auch durch den markanten Goldpreisanstieg, der in dieser Kategorie mitberücksichtigt wird.

Energieversorgung verdrängt KI aus den Schlagzeilen

Als treibendes Marktnarrtiv des Monats identifiziert Swisscanto die Energieversorgungskrise: Diese habe im März sogar das Thema Künstliche Intelligenz aus den Schlagzeilen gedrängt. Ein Ölpreisanstieg von 50 Prozent liess die Finanzmärkte Stagflationsszenarien einpreisen – ein Narrativ, das die Analysten von Swisscanto als ungerechtfertigt einschätzen und als Neuauflage des Jahres 2022 werten. Für die weitere Entwicklung sehen sie zwei wahrscheinliche Szenarien: eine Deeskalation im Nahen Osten aus innenpolitischen US-Überlegungen oder eine militärische Eskalation zur Beendigung der Ölblockade.

Der globale Aktienmarkt hat seit seinem Höchststand Ende Februar rund 8 Prozent in US-Dollar verloren. Die Experten von Swisscanto sehen darin jedoch auch eine Einstiegschance: Die nachlassende Euphorie vom Jahresbeginn kombiniert mit weiterhin solidem Gewinnwachstum der Unternehmen spreche mittelfristig für Aktien. Besonders der Schweizer Aktienmarkt erscheine attraktiv bewertet, da die Markterwartungen zu negativ ausgefallen seien. Bei den alternativen Anlagen sehen die Analysten nach der jüngsten Kurskorrektur Potenzial bei Gold.

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