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Schweizer Investor drängt an die Börse Stockholm

Bietet Startup-Investoren offenbar ein gutes Pflaster: Börse Stockholm (Bild: Shutterstock)
Bietet Startup-Investoren offenbar ein gutes Pflaster: Börse Stockholm (Bild: Shutterstock)

Die Zürcher Family-Office-Gruppe Infinitas Capital plant laut Bloomberg, Beteiligungen an Privatunternehmen in ein neues börsennotiertes Vehikel zu bündeln, und setzt dabei auf den schwedischen Retailmarkt.

30.03.2026, 06:58 Uhr

Redaktion: asc

Vergangenes Jahr trat der Investor Robin Lauber, Chef des Family Office Infinitas Capital, den Gang an die Öffentlichkeit. Nun macht er via Bloomberg seine Pläne konkret: Unter dem Namen Aureon Capital soll ein neues Investmentvehikel entstehen, das Beteiligungen an privaten Technologieunternehmen bündelt und noch in der ersten Jahreshälfte 2026 an der Nasdaq Stockholm lanciert werden soll. Ziel ist es, bis zu 20 Millionen Dollar einzusammeln.

Zu den Vermögenswerten, die in Aureon überführt werden sollen, gehört unter anderem eine Beteiligung am Verteidigungsstartup Destinus. Weitere Assets sollen aus dem Netzwerk wohlhabender Privatpersonen und Family Offices stammen, das Lauber über die Jahre aufgebaut hat, so die Meldung der Nachrichtenagentur.

Stockholm als Bühne für Private-Markets-Demokratisierung

Die Wahl des Börsenplatzes ist kein Zufall. Lauber begründet sie mit der ausgeprägten Investitionskultur schwedischer Kleinanleger: «In Schweden findet Venture Capital auf den öffentlichen Märkten statt», sagt er. Die breite Retailbeteiligung mache Stockholm zu einem idealen Ort für ein Vehikel, das bislang institutionellen Investoren vorbehaltene Assetklassen auch für Privatanleger zugänglich machen soll.

Der Schritt steht exemplarisch für einen grundlegenden Wandel im Umgang mit privaten Märkten. Da Startups selber immer länger brauchen, bevor sie an die Börse gehen, ist der Grossteil der Wertsteigerung längst realisiert, bevor Kleinanleger überhaupt einsteigen können. Vehikel wie Aureon Capital versprechen hier Abhilfe – tragen aber eigene Risiken.

Family Offices öffnen sich dem externen Kapital

Bereits einige Jahre alt ist der Trend, dass sich Family Offices für externes Kapital öffnen. Die Holdinggesellschaft des Milliardärs Ernesto Bertarelli etwa wirbt seit Jahren bei anderen vermögenden Privatpersonen um Mittel für Hedgefondsinvestments. Die niederländisch-deutsche Unternehmerdynastie Brenninkmeijer, bekannt als Eigentümer des Bekleidungsriesen C&A, hat ihr Imperium aus Immobilien und Private Equity im vergangenen Jahrzehnt schrittweise für Dritte geöffnet.

Als direkten Wettbewerber nennt Lauber gemäss Bloomberg Flat Capital, das börsennotierte Technologieinvestmentvehikel von Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski. Dessen Fonds geriet zuletzt unter Druck, nachdem er eine Holdinggesellschaft mit Klarna-Anteilen übernahm und damit seine Abhängigkeit von einer einzelnen Aktie stark erhöhte – der Kurs brach daraufhin ein.

Lauber selber wurde einer breiten Öffentlichkeit bekannt, als er gemeinsam mit zwei anderen Partnern 2016 als Lizenznehmer der US-amerikanischen Dunkin' Donuts auftrat. Seine Grosseltern bauten in der Schweiz ein Handelsunternehmen für Lebensmittel und Gemüse auf, bevor die Familie ihr Kapital in Immobilien umschichtete. Robin Lauber hat in den vergangenen Jahren das Erbe in den vergangenen Jahren konsequent diversifiziert – in Fintech, Neurowissenschaften und Raumfahrt.

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