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Qualität bestimmt Nachfrage in der Konsumbranche

14.02.2008, 10:32 Uhr

Blumengeschäfte, Parfümerien, Buch- und Musikläden freuen sich über die Umsätze anlässlich des heutigen Valentinstags, sagt Valérie Charriere-Pousse, Fondsmanagerin des Fortis L Fund Equity Consumer Goods Europe. Auf die Monatsumsätze bezogen wird dies jedoch nicht ins Gewicht fallen. Andere Einflussfaktoren sind ihrer Meinung nach in der Konsumbranche entscheidender: Die verstärkte Verbrauchernachfrage nach qualitativ hochwertigen Produkten, der hohe Rohölpreis und die Expansion von Unternehmen in Schwellenländer.

Der heutige Valentinstag wird dafür sorgen, dass der Umsatz im Einzelhandel in Ländern wie Deutschland oder England kurzzeitig steigt, sagt Valérie Charriere-pousse, Fondsmanagerin des Fortis L Fund Equity Consumer Goods Europe. Besonders profitieren davon Blumengeschäfte, Parfümerien, Buch- und Musikläden. Auf den gesamten Monat Februar haben die Umsätze im Zuge des Tages der Verliebten jedoch keinen großen Einfluss. Das ändert trotzdem nichts daran, dass der Einzelhandel jeden Anlass nutzt sei es Ostern, Nikolaus, Fasching und seit ein paar Jahren auch Halloween um ihr Geschäft anzukurbeln.

Rohölpreis treibt Konsumpreise

Besonders der hohe Rohölpreis beeinträchtigt die Branche. Denn gerade bei der Herstellung von Verpackung und Verarbeitung von Rohstoffen ist Rohöl unabkömmlich. Der Rohölpreis lag am 13. Februar 2007 bei 92 US-Dollar/Barrel und am selben Tag des Vorjahres bei 59 US-Dollar/Barrel ein Anstieg um rund 55%. Mit 99 US-Dollar/Barrel erreichte der Ölpreis am 2. Januar dieses Jahres seinen Höchststand im genannten Zeitraum. Bei Unternehmen wie beispielsweise LOréal machen die Kosten für Rohmaterialien 21% und für Verpackung 42% der Gesamtkosten aus.

Für die europäische Konsum-Branche sind andere Trends entscheidender: Wir beobachten, dass Verbraucher immer mehr auf Qualität achten egal ob bei Bekleidung, Lebensmitteln oder Wellness-Produkten, sagt Charriere-Pousse. Trotzdem ist die Nachfrage in den ersten Wochen dieses Jahres zurückgegangen und die Verbraucher haben stärker als im Vorjahr auf den Preisfaktor geachtet. Im Lebensmittelhandel sind die gestiegenen Rohstoffpreise größtenteils an die Konsumenten weitergegeben worden.

Large Caps robuster als Small Caps

Mittelfristig gesehen glauben wir, dass Handelsketten ihren Marktanteil bei Massenprodukten erhöhen können. Die Platzhirsche unter den großen Marken in der Konsumbranche könnten zwar eine gewisse Preismachtstellung beibehalten, sind aber wahrscheinlich gezwungen, ihre Kosten für Marketing und Werbung zu reduzieren, sagt Charriere-Pousse. Trotzdem favorisiert sie Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung, weil diese im Vergleich zu Unternehmen mit einer geringen Marktkapitalisierung insgesamt weniger empfindlich auf den Anstieg von Rohstoffpreisen reagieren. Außerdem sei der Verschuldungsgrad bei großkapitalisierten Unternehmen geringer als bei kleinkapitalisierten. Große Chancen sehen wir vor allem bei Unternehmen, die von der hohen Nachfrage aus Schwellenländern profitieren besonders solche die sich in Ost-Europa positioniert haben. Die größten Risiken, so Charriere-Pousse, bestünden in einer Rezession in den USA verbunden mit stark rückläufigen Verbraucherausgaben in Europa und einem Nachfrageeinbruch in China, Russland und Lateinamerika.

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