Paramount gewinnt das Hollywood-Duell

Der Kampf um Warner Bros. ist entschieden, Paramount Skydance ist der Gewinner (Bild: Adobe Stock)
Der Kampf um Warner Bros. ist entschieden, Paramount Skydance ist der Gewinner (Bild: Adobe Stock)

Es war die teuerste Bieterschlacht in der Geschichte Hollywoods. Jetzt ist sie entschieden: Netflix hat seinen Kampf um Warner Bros. Discovery aufgegeben und lässt damit Paramount Skydance den Weg frei für eine 111-Milliarden-Dollar-Übernahme, die die US-Medienlandschaft grundlegend neu ordnen dürfte.

27.02.2026, 09:06 Uhr

Redaktion: asc

Der Streaming-Marktführer teilte am Donnerstag mit, das Rennen nicht weiter mitlaufen zu wollen. «Bei dem Preis, der nötig wäre, um das jüngste Angebot von Paramount Skydance zu überbieten, ist der Deal für uns finanziell nicht mehr attraktiv», erklärte das Unternehmen. Die Märkte quittierten den Rückzug mit Erleichterung: Die Netflix-Aktie stieg nachbörslich um bis zu 13 Prozent – ein deutliches Signal, dass Investoren eine disziplinierte Kapitalalloziierung einer kostspieligen Firmenehe vorziehen.

Warner Bros. erklärte laut der Nachrichtenagentur Bloomberg Paramounts Angebot von 31 Dollar je Aktie daraufhin zum überlegenen Gebot. CEO David Zaslav liess keinen Zweifel an seiner Begeisterung: Ein gemeinsames Unternehmen aus Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery werde «enormen Wert für die Aktionäre schaffen» und die Kräfte bündeln, um «die Geschichten zu erzählen, die die Welt bewegen.» Noch unklar ist, was mit dem Nachrichtensender CNN geschieht, der auch zu Warner Bros. gehört und der von seiten der US-Regierung unter Präsident Donald Trumpl politisch stark unter Beschuss ist.

Bieterkampf mit politischer Dimension

Der Weg zu diesem Ergebnis war alles andere als geradlinig. Netflix hatte Warner Bros. bereits im Dezember für 82,7 Milliarden Dollar inklusive Schulden gesichert. Ein Abschluss, der Paramount als gescheiterten Bieter zurückzulassen schien. Doch Paramount-CEO David Ellison, Sohn von Oracle-Gründer Larry Ellison, gab nicht auf. Er startete eine mehrstufige Kampagne: Tender-Angebot für Warner-Aktionäre, angedrohter Proxy-Kampf, Lobbying in Washington – und wiederholte persönliche Besuche im Weissen Haus.

Die politische Dimension des Deals war unübersehbar. Ellison erschien bei Donald Trumps State of the Union Address als Gast von Senator Lindsey Graham. Netflix-Chef Ted Sarandos reiste seinerseits nach Washington und verbrachte einen Donnerstag im Gespräch mit der Trump-Administration – öffentliche Erklärungen gab es danach keine.

Paramont sicherte sich das Rennen letztlich durch substanzielle finanzielle Zugeständnisse: Persönliche Garantien über 45,7 Milliarden Dollar aus dem Vermögen der Ellison-Familie, ein Breakup-Fee von 7 Milliarden Dollar sowie die Übernahme der 2,8 Milliarden schweren Ausstiegskosten aus Netflix' bisherigem Vertrag mit Warner. Die Fremdfinanzierung in Höhe von 57,5 Milliarden Dollar übernehmen Bank of America, Citigroup und Apollo Global Management.

Politischer Gegenwind

Trotz des Sieges steht Paramount vor erheblichen Hürden. Der US-Senat hat für den 4. März eine Anhörung zum Deal angesetzt. Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete die geplante Fusion als «kartellrechtliche Katastrophe», die höhere Preise und weniger Auswahl für amerikanische Haushalte bedeute. Hinter dem Deal stünden Trump-nahe Milliardäre, die die Kontrolle über das, was Konsumenten sehen, an sich reissen wollten.

Netflix hingegen kehrt zu seinen Grundprinzipien zurück: rund 20 Milliarden Dollar will das Unternehmen in diesem Jahr in Eigenproduktionen und Lizenzen investieren – mehr als je zuvor. Mit über 325 Millionen zahlenden Abonnenten weltweit bleibt der Dienst das Schwergewicht der Branche, auch ohne Warner-Katalog.

Die eigentliche Frage stellt sich nun anders: Ob ein Paramount-Warner-Konzern, beladen mit Schulden und politischem Gegenwind, wirklich das Zeug hat, Netflix den Kampf anzusagen – oder ob Ellisons Milliardenwette am Ende eine Fusion zu viel war.

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