15.06.2026, 07:35 Uhr
In dieser Woche entscheidet sich, welchen geldpolitischen Kurs die Welt bis Ende 2026 einschlägt. Am 16. und 17. Juni tagt das Federal Open Market Committee unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh – zum ersten...
Die aggressive Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump könnte nach Einschätzung des Direktors der US-Notenbank Fed, Christopher Waller, gravierende Folgen für die amerikanische Wirtschaft haben. Die neue Zollpolitik sei «einer der grössten Schocks für die US-Wirtschaft seit vielen Jahrzehnten», sagte er in einer Rede in St. Louis.
Die Auswirkungen der Zollpolitik bezeichnete der Notenbanker als «höchst ungewiss». Daher sei auch der Ausblick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung «höchst unsicher». Vor diesem Hintergrund müsse die Geldpolitik flexibel bleiben.
Waller liess die Möglichkeit einer Leitzinssenkung wegen der jüngsten Ereignisse offen. Allerdings machte der Notenbanker auch deutlich, dass er einen durch die Zollpolitik hervorgerufenen möglichen Anstieg der Inflation als wahrscheinlich nur vorübergehend einschätze.
Trump sorgt weiterhin mit zahlreichen Zollankündigungen, -rücknahmen und einer insgesamt erratischen Handelspolitik für grosse Unsicherheit. An den Finanzmärkten hatte dies zeitweise heftige Marktturbulenzen zur Folge. Die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank steht im Mai auf dem Programm, wobei allgemein ein weiter unveränderter Leitzins erwartet wird.