Demokratisierung in der Vermögensverwaltung schreitet voran

Neue Technologien machen massgeschneiderte Lösungen auch für weniger vermögende Anlegerinnen und Anleger möglich. (Bild: Shutterstock.com/zhu difeng)
Neue Technologien machen massgeschneiderte Lösungen auch für weniger vermögende Anlegerinnen und Anleger möglich. (Bild: Shutterstock.com/zhu difeng)

Lange gab es massgeschneiderte Anlagelösungen nur für ultrareiche Kundinnen und Kunden und für institutionelle Investoren. Mit der Digitalisierung verschwinden diese Grenzen. Individuelle, automatisierte Anlagelösungen werden für alle Kundenbereiche an Bedeutung gewinnen, ist Michael Kaimakliotis, CEO des Finanzdienstleisters Tindeco, überzeugt.

01.09.2021, 11:32 Uhr

Redaktion: hf

In einer Welt der endlosen Individualisierungsmöglichkeiten dürfen Kundinnen und Kunden auch massgeschneiderte Lösungen in der Vermögensverwaltung erwarten, sagt der Chef von Tindeco, einem Vermögensverwalter und Anbieter von Plattformen für Betriebsmodelle für massgeschneiderte Investments.

Selbstverständlich denkt Michael Kaimakliotis dabei auch ans eigene Geschäft. Aber das vom Zuger WealthTech-Unternehmen und dem Beratungskonzern Accenture gemeinsam erarbeitete Diskussionspapier geht das Thema grundsätzlich an und ist für die Vermögensverwaltungsbranche insgesamt relevant.

Den individuellen Werten Rechnung tragen

Tatsache ist: Die Nachfrage nach massgeschneiderten Anlagestrategien für alle Kundensegmente, von institutionellen Investoren bis privaten Kleinanlegern, nimmt zu. Die M&A-Aktivität von marktführenden Vermögensverwaltern im Bereich „Direct Indexing" sei nur ein Indiz von vielen, dass dieser Trend anhalten werde, heisst es in dem Papier. Direct Indexing bedeutet, dass sich jede Anlegerin und jeder Anleger dank Technologie und sinkenden Transaktionskosten einen eigenen Index bauen kann.

Getrieben wird der Trend durch das steigende Interesse an Anlagelösungen, die den individuellen Werten und ganzheitlichen finanziellen Bedürfnissen der Investoren entsprechen. Vermögensverwalter müssen dementsprechend neue Ansätze im Portfolio Management nutzen, die über traditionelle Methoden und Theorien zur Portfoliokonstruktion hinausgehen.

«Hier geht es um die Demokratisierung der Anlageverwaltung", sagt Kaimakliotis. Vor fünfzehn Jahren bot die Branche massgeschneiderte Lösungen für Superreiche und institutionelle Kunden an. "Heute ist es möglich, dass Kunden jeder Art und Grösse Zugang zu Portfolios und Beratung haben, die ihren individuellen Bedürfnissen wirklich entsprechen."

Technologie macht's möglich

Möglich macht es die Technologie. Sie erlaubt mit Stand von heute den systematischen Einsatz rechenintensiver Analytik. "Entwicklungen im Cloud-Computing, sowie Prozessautomatisierung durch Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Distributed Ledger Technology (DLT) werden die Produktionskosten im Investment Management weitgehend reduzieren und dadurch das Angebot von individuellen, regelbasierten Anlagestrategien für alle Marktsegmente möglich machen", sagt er.

Zukünftig sei daher zu erwarten, dass sich die Branche nach funktionalen Anforderungen anstatt nach normativen Kundentypen (re-)organisiert. Zweifellos, die Branche ist in Bewegung. Tindeco sieht die Konturen wie folgt: Mit Akteuren, die Plattformen für die skalierbare Personalisierung ("Customization") anbieten und solche, die die Brücken zwischen den Plattformen, den Finanzmärkten und den Kunden bilden.

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