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AHV-Fonds erzielt solide Rendite – doch die Finanzsorgen wachsen

13. AHV-Rente ist eine Hypothek für compenswiss (Bild: Shutterstock)
13. AHV-Rente ist eine Hypothek für compenswiss (Bild: Shutterstock)

Der Ausgleichsfonds der Sozialversicherungen AHV, IV und EO hat das Anlagejahr 2025 mit einer Nettorendite von 6,34 Prozent abgeschlossen. Das verwaltete Vermögen stieg auf 50,6 Milliarden Franken. Doch die erfreulichen Zahlen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die finanzielle Lage der AHV und der IV zunehmend angespannt ist.

17.02.2026, 15:28 Uhr

Redaktion: asc

Trotz verschärfter geopolitischer und handelspolitischer Spannungen zeigten sich die Finanzmärkte im vergangenen Jahr robust. Davon profitierte auch compenswiss, die öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes, die das Vermögen der drei Sozialversicherungen verwaltet. Die Nettorendite von 6,34 Prozent auf dem Anlagevermögen lag zwar unter dem Vorjahreswert von 7,33 Prozent, fiel aber solide aus.

Wesentliche Treiber waren laut Direktor Eric Breval die starke Aktienperformance, Absicherungsgewinne gegen den schwachen US-Dollar sowie die deutliche Aufwertung des Goldpreises. Das Gold habe seine Rolle als sicherer Hafen einmal mehr bestätigt.
Das gesamte verwaltete Vermögen, ohne Sachanlagen, belief sich per Ende 2025 auf 50'550 Millionen Franken, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 46'102 Millionen Franken Ende 2024. Davon entfielen 45,9 Milliarden auf das Anlagevermögen und 4,6 Milliarden auf flüssige Mittel. Letztere haben sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt – ein Hinweis auf die bewusste Bildung von Liquiditätsreserven für anstehende Verpflichtungen.

13. AHV-Rente als finanzielle Hypothek

Denn hinter den positiven Anlagezahlen steht eine beunruhigende Realität. Gemäss den Finanzperspektiven des Bundesamts für Sozialversicherungen werden die Einnahmen der AHV ab dem laufenden Jahr nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben zu decken. Der Hauptgrund: die 13. AHV-Rente, die im Dezember 2026 erstmals ausbezahlt wird und deren Finanzierung nach wie vor nicht gesichert ist. Allein für die vorgesehenen Auszahlungen hat compenswiss im Jahr 2025 Liquiditätsreserven von zwei Milliarden Franken gebildet.

Verwaltungsratspräsident Manuel Leuthold liess keinen Zweifel an der Dringlichkeit der Lage: Kurzfristig könne sich das Vermögen zwar stabilisieren. Doch die gesetzliche Vorgabe, einen Fondsbestand von mindestens 100 Prozent der jährlichen Ausgaben zu halten, werde wegen der zusätzlichen Rentenleistung immer schwieriger einzuhalten. Eine zusätzliche Finanzierung bleibe unerlässlich.

Das BSV rechnet mit wachsenden Umlagedefiziten – zumindest so lange, bis eine politische Lösung für die Finanzierung der 13. Rente gefunden ist.

IV unter doppeltem Druck

Noch düsterer präsentiert sich die Lage bei der Invalidenversicherung. Die Finanzperspektiven verschlechtern sich laut BSV deutlich, und zwar aus zwei Gründen: Zum einen steigt die Zahl neuer IV-Renten stetig an. Zum anderen bleibt die Rückzahlung der IV-Schuld von 10,3 Milliarden Franken an die AHV weiterhin ungewiss. Um die laufenden Rentenzahlungen sicherzustellen, plant compenswiss, im Jahr 2026 monatlich Vermögenswerte im Umfang von rund 35 Millionen Franken zu veräussern.
Einzig der EO-Fonds – die Erwerbsersatzordnung – zeigt sich in bemerkenswerter Stabilität und bleibt vorerst von den finanziellen Verwerfungen verschont.

Differenzierte Anlagestrategie ab 2026

Als Konsequenz aus den unterschiedlichen finanziellen Ausgangslagen der drei Sozialversicherungen vollzieht compenswiss einen strategischen Wechsel: Erstmals werden AHV, IV und EO nicht mehr nach einer einheitlichen Vermögensallokation bewirtschaftet. Stattdessen setzt die Anstalt künftig auf differenzierte Allokationen, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen jedes einzelnen Fonds zugeschnitten sind. Das Jahr 2025 war das letzte mit einer einheitlichen Strategie.
Die detaillierten Betriebsergebnisse der drei Sozialversicherungen werden im April 2026 veröffentlicht.

Das Anlageergebnis von compenswiss zeigt, dass die Vermögensverwaltung der Sozialversicherungen professionell funktioniert – die Verwaltungskosten liegen mit 0,17 Prozent des Anlagevermögens weiterhin auf tiefem Niveau. Doch keine noch so gute Rendite kann die strukturellen Finanzierungslücken der AHV und IV schliessen. Die 13. Rente, von der Stimmbevölkerung im März 2024 deutlich angenommen, wird ohne zusätzliche Einnahmen zur finanziellen Belastungsprobe für das wichtigste Sozialwerk der Schweiz. Der Ball liegt bei der Politik – und dort ist eine Lösung bislang nicht in Sicht.

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