06.02.2026, 08:52 Uhr
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2025 war ein herausforderndes Jahr. Unsicherheit über die geopolitische Entwicklung und Handelsbeziehungen belastete das Investitionsumfeld. Dies war bei vielen Dienstleistungs- und Technologieanbietern im Wassersektor spürbar, sowohl in den Resultaten als auch in den Aktienkursen. Der globale Wassersektor bleibt jedoch strukturell attraktiv schreibt Stefan Schütz, Fondsmanager beim Tareno Global Water Solutions Fund.
Regulatorische Vorgaben, der Ersatz alternder Infrastruktur, Klimaanpassung sowie der steigende Wasserbedarf in Industrie und Digitalisierung treiben Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an.
Die Endmärkte für Wasser - Bau, Industrie, Landwirtschaft und öffentliche Hand - sind durchaus zyklisch. Entscheidend ist jedoch: Der Gegenwind ist nie strukturell. Die Kleinteiligkeit des Sektors, der stark regional und national geprägt ist, eröffnet gerade durch diese Zyklen immer wieder attraktive Investitionsgelegenheiten. Für langfristig orientierte Anleger ergeben sich dadurch Chancen, die auf fundamentalen Trends basieren.
Im Folgenden geben wir einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im Jahr 2025 sowie ausgewählte Themen und Unternehmen, die wir mit Blick auf 2026 besonders aufmerksam verfolgen.
1. Infrastruktur: Sauberes Wasser als globale Priorität
Der weltweite Bedarf an sauberem Trinkwasser steigt kontinuierlich. Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und zunehmender Wasserstress führen dazu, dass gross angelegte Wasserinfrastrukturprojekte immer stärker an Bedeutung gewinnen.
Ein Beispiel dafür ist Webuild, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich grosser Wasserinfrastrukturprojekte. Unter dem Begriff «Clean Water» bündelt das Unternehmen Aktivitäten wie den Bau von Entsalzungsanlagen sowie moderner Abwasserbehandlungsanlagen in verschiedenen Teilen der Welt. Dieser Bereich gewinnt für Webuild zunehmend an strategischer Bedeutung und macht mittlerweile rund 25% der Auftragseingänge aus.
Der Trend zu Investitionen in sauberes Wasser ist damit klar intakt. Er wird nicht nur durch den strukturell steigenden Bedarf getragen, sondern auch durch staatliche Investitionsprogramme und strengere regulatorische Vorgaben. Für Unternehmen mit technischer Kompetenz, Projekterfahrung und globaler Präsenz entstehen daraus langfristige Wachstumschancen, insbesondere im Bereich effizienter, sicherer und nachhaltiger Wasserinfrastruktur.
2. Bau und Klima-Resilienz: Schutz vor Extremwetterereignissen
Die Zunahme von Starkregen, Überschwemmungen und Dürreperioden rückt das Thema Klima-Resilienz verstärkt in den Fokus. Investitionen in Regenwassermanagement und nachhaltige Entwässerungssysteme sind dabei zentral.
Advanced Drainage Systems ist Marktführer im Bereich Regenwassermanagement in den USA. Viele Industrien müssen zunehmend Regenwassernutzungssysteme einsetzen, um ihre Abhängigkeit von knappen kommunalen Wasserressourcen zu verringern. Von diesem Trend profitiert das Unternehmen langfristig.
Ein weiterer relevanter Akteur ist Georg Fischer. Das Unternehmen wird oft fälschlicherweise als klassischer Rohrhersteller wahrgenommen, verfügt jedoch tatsächlich über einen technologischen Vorsprung bei Verbindungsstücken, Ventilen und Regelsystemen. Dies sind Schlüsselkomponenten, die für effiziente, sichere und langlebige Wassernetze entscheidend sind.
3. Rechenzentren und Digitalisierung: Wasser als Schlüsselressource
Das Wachstum von Rechenzentren bleibt ein zentrales Thema, insbesondere in den USA. Digitalisierung, Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz treiben den Ausbau der Infrastruktur und damit auch den Bedarf an Wasser für Kühlung, Brandschutz und Aufbereitung.
Hier sehen wir unter anderem Chancen bei ANDRITZ, einem weltweiten Marktführer in der Wasseraufbereitung, insbesondere in den Bereichen Schlammbehandlung und Abfalllösungen.
Der US-Pumpenhersteller Gorman-Rupp verfügt über eine unterschätzte Exponierung gegenüber Rechenzentren und KI-Anwendungen. Das Unternehmen liefert unter anderem Pumpen für Brandschutzanlagen, sowie für Flüssigkühlungssysteme.
4. Werden Rechenzentren die Welt austrocknen?
Diese Frage wird häufig gestellt. Die kurze Antwort lautet: Nein.
Zwar wird der Wasserbedarf von Rechenzentren bis 2030 auf rund 1’000 Millionen Kubikmeter pro Jahr geschätzt, im globalen Kontext ist diese Menge jedoch überschaubar. Zum Vergleich:
- Die derzeit grösste Entsalzungsanlage (Shoaiba in Saudi-Arabien), kann diese Wassermenge innerhalb eines Jahres produzieren.
- Im Rhein bei Basel fliesst diese Wassermenge in rund 11 Tagen vorbei.
- Die Great Lakes verdunsten diese Wassermenge innerhalb von etwa 60
Stunden.
- Der tägliche Niederschlag auf Landmassen entspricht dieser Menge in rund 5
Minuten.
Entscheidend ist daher nicht die absolute Wassermenge, denn das globale Wasserangebot bleibt grundsätzlich konstant. Vielmehr geht es um die effiziente Nutzung, Aufbereitung und Verteilung – genau in diesen Bereichen investiert der Tareno Global Water Solutions Fund gezielt. Denn: «Wasserknappheit ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis fehlender Infrastruktur – und genau deshalb auch investierbar.»
5. Fazit
Der Wassersektor bleibt geprägt von langfristigen strukturellen Treibern: Infrastrukturbedarf, Klimaanpassung, Urbanisierung und Digitalisierung. Für den Tareno Global Water Solutions Fund stehen auch künftig Unternehmen im Fokus, die durch technologische Kompetenz, Marktführerschaft und robuste Nachfrageperspektiven überzeugen.
Unser Ansatz bleibt unverändert: langfristig denken, diszipliniert investieren und gezielt dort engagiert sein, wo Wasserlösungen einen nachhaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.