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Sagenhaftes China: Was die Wirtschaft weiter antreibt

Christophe Bernard, Chefstratege bei Vontobel.
Christophe Bernard, Chefstratege bei Vontobel.

Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas in den letzten Jahrzehnten ist zu einem grossen Teil der Übernahme kapitalistischer Prinzipien zu verdanken, betont Vontobel. Die aktuelle Reformagenda könnte das Reich der Mitte auf dem Weg zu einem freien Markt weiter voranbringen. Bei korrekter Umsetzung dürften die geplanten Massnahmen nicht nur für ein nachhaltigeres Wachstum in den kommenden Jahren sorgen, sondern auch den Weg für eine Neubewertung chinesischer Aktien ebnen.

04.12.2013, 15:36 Uhr

Redaktion: dab

«Es ist egal, ob die Katze schwarz oder weiss ist, Hauptsache sie fängt Mäuse.» Diese chinesische Redensart – oft verwendet von Deng Xiaoping, einem früheren starken Mann des Riesenreichs – versinnbildlicht den sprichwörtlichen Pragmatismus der Chinesen bei Geschäftsbeziehungen mit dem Westen. Deng leitete eine neue Ära ein, indem er Ende der 1970er-Jahre Marktreformen einführte, die schliesslich ein atemberaubendes jährliches Wirtschaftswachstum von 9.3 Prozent zur Folge hatten. Allem Anschein nach wird die derzeitige neue chinesische Führungsgeneration nicht von Dengs Weg abweichen.

Die Rolle Chinas in der Welt ist gar nicht hoch genug zu bewerten: Kein anderes Land hat eine höhere Bevölkerungszahl, und nur die US-Wirtschaft ist grösser. Der Einfluss des Landes auf die Rohstoffmärkte sucht seinesgleichen. Es verfügt über die grössten Devisenreserven und ist der wichtigste Gläubiger der USA, noch vor Japan. Die hohen Staatsausgaben im Jahr 2009, die 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entsprachen, trugen wesentlich zur Stabilisierung der Weltwirtschaft bei, die durch den Zusammenbruch der US-Investment-Bank Lehman Brothers gelähmt war. Seitdem übersteigt das Kreditwachstum in China das Wirtschaftswachstum um das Vierfache. Die Investitionsausgaben bewegen sich noch immer auf einem unhaltbar hohen Niveau von 46 Prozent des BIP, und in der Schwerindustrie herrschen beträchtliche Überkapazitäten. Das heisst, das gegenwärtige Wirtschaftsmodell ist nicht nachhaltig.

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